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Mainboards für AMDs Ryzen Threadripper Pro von ASUS und Gigabyte

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ryzen-threadripper-proOffenbar wird AMD die Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren doch noch außerhalb des OEM- und SI-Marktes verkaufen, denn nun sind bei Videocardz zwei Fotos eines Mainboards mit WRX80-Chipsatz aufgetaucht, die eben für diese Prozessoren vorgesehen sind. Zu den Details des ASUS WRX80 Pro WS Sage SE Wifi und Gigabyte WRX80 SUB8 kommen wir gleich.

Mitte Juli 2020 stellte AMD die Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren vor. Diese bringen unter anderem acht Speicherkanäle für DDR4-3200 und bis 128 PCI-Express-4.0-Lanes – im Unterschied zu vier Speicherkanälen und nur 64 Lanes, wie dies für die Standard-Modelle des Ryzen Threadripper der Fall ist. Bisher ist Lenovo mit der ThinkStation P620 der erste und bisher einzige Anbieter mit einer entsprechenden Workstation, die auf die neuen Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren setzt. 

Kommen wir also zunächst zum ASUS WRX80 Pro WS Sage SE Wifi:

Die obere Hälfte des Mainbords wird vom Sockel SP3 dominiert. Darunter und darüber befinden sich vier DIMM-Steckplätze, die jeweils einen UDIMM, RDIMM und LRDIMM in Form von DDR4-3200 aufnehmen können. Jeder DIMM-Steckplatz ist an einen Speicherkanal des Prozessors angebunden.

Links und rechts des Sockels befindet sich die Spannungsversorgung des Mainboards. Die TDP der Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren liegt bei bis zu 280 W. Anders als beim ROG Dominus Extreme verwendet ASUS nur einen 24-Pin-Netzteilanschluss. Hinzu kommen dreimal EPS.

Bei den Erweiterungssteckplätzen fallen sicherlich die sieben x16-Slots ins Auge, die allesamt über 16 PCI-Express-Lanes verfügen sollten – die Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren stellen theoretisch ausreichend viele Lanes zur Verfügung. Dies ist aber sicherlich auch davon abhängig, wie viele M.2-Steckplätze verbaut. Zu erkennen sind ebenfalls zwei SFF-8643-Anschlüsse, die ebenfalls per PCI-Express angebunden sind und die Beispielsweise für U.2-SSDs verwendet werden können. Hinzu kommen acht SATA-Anschlüsse.

Da uns noch keine technischen Daten vorliegen, können wir das ASUS WRX80 Pro WS Sage SE Wifi nur anhand des Bildes beschreiben. Ein Blick auf die I/O-Blende wird nicht gewährt und so wissen wir nicht, wie viele USB- und welche Ethernet-Anschlüsse (und mit welcher Geschwindigkeit) angeboten werden. 10GbE sollte aber verbaut sein.

Zur Kühlung verwendet ASUS zahlreiche Abdeckungen. Unter der Chipsatzabdeckung lässt sich ein Lüfter erkennen. Ob ein solcher auch bei den VRMs verbaut ist, lässt sich allerdings nicht sagen. Beim Formfaktor dürfte es sich um EEB handeln. Ausreichend Platz sollte daher im Gehäuse vorhanden sein, wenn ein solches Mainboard verbaut werden soll. Ab wann und zu welchem Preis das Mainboard in den Handel kommen wird, ist nicht bekannt. Sinn macht dies natürlich auch erst, wenn AMD die Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren frei anbietet.

Gigabyte WRX80 SUB8 IPMI:

Auch für das Gigabyte WRX80 SUB8 IPMI kennen wir nur ein Produktfoto, welches schon vor etwa einem Monat auftauchte. Auch hier gibt es pro Speicherkanal einen DIMM-Steckplatz. Identisch ist zudem das Angebot an PCI-Express-Steckplätzen. Ein paar kleinere Unterschiede bei den Anschlüssen wird es sicherlich geben.

Insgesamt wirkt das Gigabyte WRX80 SUB8 IPMI eher auf den typischen Workstation-Markt ausgelegt, während das ASUS WRX80 Pro WS Sage SE Wifi durch das schwarze Design und die Abdeckungen einen gewissen Premium-Anspruch vermitteln will. Ob die Spannungsversorgung große Unterschiede aufweist, lässt sich nicht abschätzen. Durch die Kühlerabdeckung vermittelt ASUS aber auch hier etwas mehr Potenzial. Ob dies in der Praxis letztendlich eine Rolle spielt, steht auf einem anderen Blatt.

Der Zusatz IPMI zeigt zudem, dass Gigabyte einen entsprechenden Chip verbaut, der unter anderem einen Fernzugriff auf das Mainboard ermöglicht. Dazu passt auch das Vorhandensein eines VGA-Anschlusses auf der Slotblende. Beim Gigabyte WRX80 SUB8 IPMI bekommen wir also die Slotblende zu sehen. Hier erkennen wir mindestens 4x USB 3 und ebenfalls 4x Ethernet, von denen mindestens zwei schneller als Gigabit sein dürften.

Auch beim Gigabyte WRX80 SUB8 IPMI heißt es nun abwarten, ab wann und zu welchem Preis das Mainboard in den Handel kommt.

WRX80-Chipsatz ist einfach nur ein TRX40

Bisher war wenig bis nichts bekannt zum Chipsatz der Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren. Laut den uns vorliegenden Informationen handelt es sich aber einfach nur um den TRX40, der als WRX80 bezeichnet wird. AMD Hardwareluxx gegenüber:

"WRX80 is the chipset that pairs with AMD Ryzen Threadripper PRO processors. WRX80 connects to AMD Ryzen Threadripper PRO processors using 8 PCIe 4.0 lanes. SATA and USB expandability are the same between WRX80 and TRX40."

Die Anbindung zwischen Prozessor und Chipsatz erfolgt wie beim TRX40 über acht PCI-Express-4.0-Lanes. Der Ryzen Threadripper Pro bietet insgesamt 128 Lanes. Abzüglich acht für die Anbindung des Chipsatzes und zweimal vier Lanes für entweder NVMe, SATA oder weitere Steckplätze bleiben vom Prozessor also 112 Lanes übrig. Der WRX80-Chipsatz bietet demnach oben gezeigtes Angebot an weiteren Lanes und Anschlüssen, die identisch zum TRX40 sind. Maximal sind hier weitere 28 Lanes als PCI-Express-Steckplatz umsetzbar. Hinzu kommen eben zahlreiche USB-3.2- und/oder SATA-Anschlüsse.

Damit kennen wir also die Details zum ominösen WRX80-Chipsatz. Der vor gut einem Jahr ebenfalls zumindest in den Gerüchten behandelte WRX40 bleibt weiterhin ein Mysterium.

Das Mehrangebot an PCI-Express-Lanes, die Möglichkeit UDIMM, RDIMM und LRDIMM mit ECC-Unterstützung auf bis zu 2 TB auszubauen, die acht Speicherkanäle und die relativ hohen Taktraten für 12 bis 64 Kerne sind die wichtigsten Argument der Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren. Wir hoffen uns zu gegebener Zeitpunkt eine Workstation mit Ryzen Threadripper Pro anschauen zu können.