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4x Xe-LP wandern für das Gamestreaming in den Server

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intel-2020Wie erwartet hat Intel kurz vor Jahresende noch eine Ankündigung im Serverbereich zu machen. Dabei handelt es sich aber nicht um die neue Xeon-Generation auf Basis von Ice Lake, sondern um eine Intel-Server-GPU. Auch diese kündigte sich in jüngster Vergangenheit bereits an, denn sie basiert wie die integrierte Grafikeinheit der Tiger-Lake-Prozessoren und die dedizierte Iris-Xe-Max-GPU auf der Xe-LP-Architektur.

Mit der zunächst einmal nichtssagenden Server-GPU zielt Intel auf den Markt des Video- und Gamestreamings im Internet. In diesem Bereich werden für die kommenden Jahre hohe Wachstumsraten erwartet und neben Google Stadia haben auch NVIDIA, Sony und Microsoft entsprechende Dienste gestartet.

Die nun vorgestellte Server-GPU hört auf den Namen H3C XG310. Es handelt sich dabei eigentlich nicht um eine GPU, sondern auf der PCI-Express-Karte befinden sich gleich vier Xe-LP-GPUs. Neben der Hardware bietet Intel das dazugehörige Software-Ökosystem an, welches aus den notwendigen Treibern, APIs und Developer Tools besteht. Intel setzt dabei auf eine Mischung aus Open-Source- und Lizenz-Software.

Für das Rendering konzentriert man sich zunächst auf Services, die Android-Spiele in der Cloud anbieten. Per Android in Container (AIC) werden die Spiele auf den Execution Units der GPU gerendert. Eine Intel Cloud Rendering (ICR) getaufte Schnittstelle nimmt die Eingaben des Game Service Streamer entgegen – die gerenderten Frames des AIC werden zusammengebracht und daraus ein Audio- und Videostream erstellt, der wieder über den Game Service Stream ausgeliefert wird.

Auf Seiten des Videostreams unterstützen die GPUs, bzw. die Server-GPU als Erweiterungskarte AVC, HEVC, MPEG2, VP9 (Encode und Decode) und AV1 (Decode). Ein entsprechendes FFMPEG-Paket mit entsprechender Hardwarebeschleunigung für Xeon-Prozessorne und die Server-GPU kann Intel ebenfalls anbieten.

Während die Iris-Xe-Max-GPU mit 4 GB LPDDR4 an einem 128 Bit breiten Speicherinterface auskommen muss, bietet die Xe-GPU der Server GPU einen 8 GB großen LPDDR4-Speicher. Vier dieser GPUs befinden sich auf der XG310 von H3C, bei der es sich um eine 3/4 Length - Full Height PCI-Express-Karte handelt, die per PCIe 3.0 und 16 Lanes angebunden ist. Die Kühlung der Karte, bzw. GPUs erfolgt passiv und über den Luftstrom des Servers. Die zusätzliche Stromversorgung erfolgt über einen 8-Pin-Anschluss. Vier dieser Karten können pro Server/Xeon-Prozessor verwendet werden.

In einer Demo zeigte Intel ein Android-RPG, bzw. das Streaming von gleich 60 Instanzen mit jeweils 30 FPS. Dabei kommt zunächst einmal nur eine XG310 mit vier GPUs zum Einsatz. Mit zwei XG310-Karten können 120 Instanzen/Streams ausgeführt werden. Je nach Spiel und Serverkonfiguration können 100 bis 160 User gleichzeitig auf einem Server mit Xeon-Prozessor und zwei Server-GPUs spielen. Dies ist natürlich vor allem für die Betreiber der Cloudstreaming-Dienste interessant.

Eine der ersten Kunden für Intels Server-GPU ist Tencent in China.

Erneuter Ausblick auf die Xe-Roadmap

Intel gab zudem einen erneuten Ausblick auf die Xe-Roadmap. Die Xe-LP-Architektur kommt bereits bei den integrierten und dedizierten GPUs für Notebooks zum Einsatz. Die Server-GPU ist nun der dritte Bereich, in dem sie zum Einsatz kommt.

Im kommenden Jahr wird mit der Xe-HPG-Architektur die nächste Generation der dedizierten Grafiklösungen erwartet, die auf Spieler und Desktop-Systeme ausgerichtet ist. Intel vermeldete bereits, dass erste Samples dieser GPU im Labor arbeiten würden. Xe-HP ist die Datacenter-Variante, die bereits in Form von Samples an Partner ausgeliefert wird. An Ponte Vecchio auf Basis der Xe-HPC-Architektur arbeitet man noch, hat jedoch bereits die erste Revision aller Chiplets für Ponte Vecchio aus der Fertigung erhalten.