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Kommentar: NVIDIA macht einen guten Schritt und öffnet sich

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lgeultrawidemonitor100Mit der Unterstützung für Variable Refresh Rate/Adaptive Sync hat NVIDIA am ersten Messetag der CES sicherlich einige überrascht. Über Jahre und mit der ersten Ankündigung der offenen Standards waren die Rufe nach einer solchen Öffnung laut geworden und blieben dennoch lange ungehört.

Nun aber ist es soweit: NVIDIA ermöglicht den Betrieb eines FreeSync-Monitors an einer Grafikkarte der GeForce-GTX-10- oder GeForce-RTX-20-Serie. Zwar sind von mehr als 500 Monitoren am Markt nur zwölf als "G-Sync Compatible" durch NVIDIA angeordnet worden und dürften damit ohne größere Probleme laufen, dennoch ist das, was einem potenziellen Käufer nun geboten wird, massiv gesteigert worden. Die Befürchtung NVIDIA würde nur diese zwölf Modelle per VRR ansprechen können, hat sich nicht bewahrheitet. Alle zu VRR kompatiblen Monitore werden über eine Grafikkarte mit NVIDIA-GPU unterstützt. Ob die Umsetzung für die nicht freigegebenen Modelle einen fehlerfreien Betrieb nach sich zieht, wird sich aber noch zeigen müssen.

Es dürfte mehrere Gründe geben, die NVIDIA dazu bewogen haben, die enge Bindung zwischen den eigenen Grafikkarten und der dazugehörigen Synchronisationsplattform G-Sync zu öffnen. Monitore mit G-Sync-Unterstützung sind durch die Bank teurer als ihre FreeSync-Pendants. Den Premium-Preis begründen die Hersteller und NVIDIA mit der notwendigen Hardware und Zertifizierung. Die Auswahl für den Käufer ist letztendlich bei den FreeSync-Monitoren deutlicher größer und daher wären wir nicht überrascht, wenn auch die Absatzzahlen zu Gunsten der FreeSync-Modelle ausfallen.

Mit der Kompatibilität der VRR-kompatiblen Monitore bietet sich für NVIDIA außerdem ein weiteres Argument, die eigenen Grafikkarten anpreisen zu können – am Monitor ist NVIDIAs Anteil verschwindend gering. Lieber verkauft man eine Grafikkarte mehr, die dann an einem FreeSync-Monitor betrieben wird, als den Kunden gänzlich an AMD zu verlieren.

Dritter und wohl wichtigster Punkt ist, dass Intel die Unterstützung von Adaptive Sync für alle zukünftigen Grafiklösungen angekündigt hat. Beginnen wird man damit mit der Gen11-Grafikeinheit, die in den 2019 erwarteten Ice-Lake-Prozessoren eingesetzt werden wird. Aber auch die für 2020 erwarteten diskreten Grafiklösungen werden Adaptive Sync bzw. VRR unterstützen. Der Druck für NVIDIA aus dieser Richtung dürfte daher spürbar gewesen sein und man hat sich entschieden zu agieren, bevor man reagieren muss.

Ab dem 15. Januar wird ein jeder Besitzer eines VRR- oder Adaptive-Sync-Monitors in der Lage sein, diesen mit seiner GeForce-Grafikkarte anzusprechen und eine Synchronisation der Bildausgabe durchzuführen. Wie gut dies dann auf den diversen Modellen funktionieren wird, werden wir sehen müssen.

Ein paar Fragen haben wir aber dennoch:

1. Haben die Monitor- bzw. Panel-Hersteller nun überhaupt noch ein Interesse daran, exklusive G-Sync-Displays zu entwickeln? Sie können nun theoretisch von Low-End bis High-End solche auf den Markt bringen, die NVIDIAs Kriterien erfüllen und eben keine dedizierte G-Sync-Hardware mehr benötigen.

2. NVIDIA öffnet seine Grafikkarte hin zu den offenen Standards. Aber wäre es nicht auch interessant ein G-Sync-Display an einer AMD- (und zukünftig) Intel-Grafikkarte zu betreiben?

In jedem Fall ist es zu begrüßen, dass NVIDIA diesen Schritt gemacht hat. Für den Kunden kann dies nur zum Vorteil sein, mehr Auswahl und Freiheiten zu haben.