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Demo: AMDs FreeSync funktioniert mit NVIDIA-GPUs

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freesyncBereits länger wurde vermutet, dass NVIDIA die Bildsynchronisatiostechnik FreeSync mit den eigenen Grafikkarten unterstützen könnte. Es scheint aber eine politische Entscheidung zu sein, dies nicht zu tun und so bleibt Käufern einer Grafikkarte mit NVIDIA-GPU nichts anderes als Monitore mit G-Sync-Unterstützung zu kaufen. Umgekehrt sind Käufer einer Grafikkarte mit AMD-GPU auf Monitore mit FreeSync-Unterstützung festgelegt.

Die Auswahl bei den G-Sync- und FreeSync-Monitoren ist höchst unterschiedlich. Während es in Deutschland etwa 320 Monitore mit FreeSync-Unterstützung gibt, sind es nur etwa 50 mit G-Sync-Unterstützung. Gerade im mittleren Preisbereich gibt es viele Modelle, welche nahezu identische Spezifikationen vorzuweisen haben. Meist sind die G-Sync-Modelle aber deutlich teurer. Der ASUS PG27UQ mit 144 Hz, UHD, HDR und G-Sync stellt zu einem Preis von 2.500 Euro die Speerspitze der aktuellen Entwicklung dar.

Doch nun scheint es einen Trick zu geben mit einer Grafikkarte mit NVIDIA-GPU einen FreeSync-Monitor anzusprechen. Erstmals aufgedeckt hat dies der Reddit-Nutzer bryf50, der eine Radeon Pro WX 4100 von AMD zusammen mit einer GeForce GTX 1080 Ti betrieben hat. In der Erweiterung Battle for Azeroth für World of Warcraft kann der Nutzer bei zwei installierten Grafikkarten entscheiden, welche GPU das Rendering übernimmt. Der Monitor ist an die Radeon Pro WX 4100 angeschlossen, das Rendering aber wurde auf die GeForce GTX 1080 Ti umgestellt und dennoch erfolgte die Ausgabe des Display-Signals über die AMD-Karte und mit aktivem FreeSync.

Ein weiterer Reddit-Nutzer namens survfate macht sich eine Funktion in Windows 10 zu Nutze, welche den Wechsel zwischen zwei oder mehr GPUs im Betriebssystem ermöglicht. Survfate nutzte eine AMD-Ryzen-3-2200G-APU und eine GeForce GTX 1060. Die integrierte Grafikeinheit des AMD-Prozessors wurde als "Power Saving"-GPU erkannt, die NVIDIA-Grafikkarte als "High-Performance"-GPU. Mit einem Rechtsklick auf die ausführbare Spieledatei kann ausgewählt werden, auf welcher GPU das Spiel gerendert werden soll. Wird nun ein Spiel gestartet, wird der Frame Buffer von der NVIDIA-Grafikkarte an die integrierte Grafikeinheit des AMD-Prozessors übertragen und über den Monitor ausgegeben.

PCPerspective hat das Setup getestet und dazu einige Messungen gemacht. Unter anderem wollte man messen, wie groß die Latenzen aufgrund der Übertragung des Frame Buffers von der einen auf die andere Grafikkarte sind. Ein natives FreeSync-Setup (mit Nixeus EDG-27) kommt auf einen Input-Lag von 29 ms. Ein G-Sync-Setup (mit ASUS ROG Swift PG27Q) auf 24,9 ms. Das FreeSync über eine GeForce GTX 1080 hat mit 31,9 ms die größte Verzögerung vorzuweisen.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob ein solches Setup sich im Alltag brauchbar einsetzen lässt. Eine der Voraussetzungen ist, dass Hardware sowohl mit AMD-GPU oder integrierter GPU als auch NVIDIA-GPU zum Einsatz kommt. Da in diesem Fall die NVIDIA-GPU die stärkere sein sollte, ist auch dies ein Punkt, der beachtet werden sollte. Ansonsten sind keinerlei Modifikationen notwendig – irgendwelche dll-Tricks oder andere Software-Anpassungen gibt es nicht.

Für NVIDIA und Microsoft ist es aber sicherlich ein leichtes, den aktuellen Workaround für FreeSync über eine NVIDIA-GPU zu umgehen bzw. wieder zu schließen. Unklar ist, wie groß die Motivation dazu sein wird, denn nur die wenigsten Nutzer werden sowohl eine AMD-GPU oder integrierte GPU als auch eine NVIDIA-GPU in ihrem System betreiben. Die Anzahl der Systeme, die damit ein FreeSync über eine NVIDIA-GPU ermöglichen, dürfte verschwindend gering sein.

Einmal mehr entbrennt anhand der technischen Umsetzung die Frage, ob NVIDIA nicht über kurz oder lang auch ein FreeSync über die eigenen Grafikkarten ermöglichen wird. Derzeit ist dies klar zu verneinen, da NVIDIA das eigene G-Sync als technisch weiter fortgeschritten ansieht.