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ASUS hat bestätigt, dass das Unternehmen vorerst keine neuen Smartphones mehr entwickeln oder produzieren werde. Diese Entscheidung wurde vom Vorstandsvorsitzender Jonney Shih im Rahmen einer internen Auftaktveranstaltung für das Jahr 2026 in Taiwan bekannt gegeben. Er sprach dabei von einer zeitlich nicht begrenzten Pause und vermied die klare Formulierung eines endgültigen Ausstiegs. Konkrete Pläne für neue Geräte existieren allerdings aktuell nicht.
Bis zum vergangenen Jahr hatte ASUS regelmäßig Smartphones der Zenfone-Serie sowie Gaming-Modelle unter der Marke ROG Phone auf den Markt gebracht. Technisch waren diese Geräte auf hohem Niveau angesiedelt und boten leistungsstarke Qualcomm-SoCs, schnelle OLED-Displays mit hohen Bildwiederholraten, großzügig dimensionierten Arbeitsspeicher und umfangreiche interne Speicherausstattung. Insbesondere die ROG-Phones setzten zusätzlich auf spezielle Gaming-Funktionen wie aktive Kühlsysteme und erweiterte Anschlussmöglichkeiten.
Die aufwendige Hardware spiegelte sich jedoch in hohen Preisen wider. Das zuletzt erhältliche ROG Phone 9 Pro liegt weiterhin bei rund 1.300 Euro. In diesem Preisbereich konkurriert es mit zahlreichen anderen Flaggschiff-Smartphones, die eine vergleichbare Rechenleistung bieten, zugleich aber längere und verlässlichere Softwareunterstützung vorweisen können.
ASUS hatte die Update-Politik seiner Smartphones zwar zuletzt verbessert, fiel im Branchenvergleich dennoch zurück. Die letzten Modelle erhielten maximal zwei Android-Versionsupdates sowie bis zu fünf Jahre Sicherheitsaktualisierungen. Marktführer wie Samsung und Google sichern für ihre aktuellen Geräte hingegen bis zu sieben Jahre sowohl Sicherheits- als auch Systemupdates zu.
Künftig will sich ASUS stärker auf andere Geschäftsbereiche konzentrieren. Im Fokus stehen dabei vor allem das PC-Geschäft sowie der Ausbau von KI-Servern. Diese strategische Neuausrichtung zeigte bereits wirtschaftliche Wirkung: Im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 26,1 %. Der Beitrag der Smartphone-Sparte dürfte daran vergleichsweise gering gewesen sein, da ASUS seit Jahren keine nennenswerte Rolle mehr unter den weltweit führenden Smartphone-Herstellern spielt.
Vor diesem Hintergrund erscheint es eher unwahrscheinlich, dass es sich lediglich um eine kurzfristige Unterbrechung handelt. Auch wenn ASUS den Schritt offiziell als Pause bezeichnet, deutet vieles darauf hin, dass der taiwanische Hersteller dauerhaft aus dem Smartphone-Markt aussteigt.