Seite 1: HTC U11 life: Nacktes Android mit HTC-Features weckt Vorfreude

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Schwacher Start, gute Entwicklung: Die Einführung des Liquid-Surface-Designs sowie der U-Serie Anfang 2017 verlief alles andere als vielversprechend. Denn der ganz große Wurf waren beide Smartphones nicht, vor allem das für die obere Mittelklasse vorgesehene U Play schwächelte in wichtigen Bereichen. Mit dem U11 life steht nun der inoffizielle Nachfolger in den Startlöchern.

Die Vorstellung zusammen mit dem U11+ ist dabei kein Zufall, so unterschiedlich die beiden Smartphones auch sein mögen. Denn der Name deutet schon an, dass die U11-Familie nun komplett ist. Das U11 life übernimmt dabei die Rolle des Einsteigers.

Allerdings soll nicht einfach nur der Name für ein beliebiges Smartphone wiederverwendet werden, wie HTC betont. Denn viele der Besonderheiten des U11 und U11+ sind auch hier vorhanden. Das geht bei Edge Sense los und endet bei USonic-Kopfhörern mit Noise Cancellation und der Kamera mit HDR Boost.

Allerdings müssen Einschränkungen in Kauf genommen werden. So wird lediglich Qualcomms Snapdragon 630 verbaut, der zuletzt im ZenFone 4 nicht völlig überzeugen konnte und auch bei der Hauptkamera wird abgespeckt. Zwar löst der Sensor mit 16 Megapixeln auf, einen optischen Bildstabilisator gibt es aber ebenso wenig wie eine besonders lichtstarke Optik; geboten wird Blende f/2,0. Dafür können Videos in UHD-Auflösung aufgezeichnet werden, auch Zeitraffer- und Zeitlupen-Clips sind möglich.

Die weitere Ausstattung umfasst unter anderem je nach Geräteversion 3 oder 4 GB RAM sowie 32 oder 64 GB internen Speicher, eine Frontkamera mit 16 Megapixeln und Blende f/2,0 sowie ein Cat-11-taugliches LTE-Modem mit maximal 600 MBit/s im Downstream, ac-WLAN und Bluetooth 5. Den obligatorischen Fingerabdrucksensor platziert HTC unterhalb des 5,2 Zoll großen Full-HD-Displays (Super LCD), der 2.600 mAh große Akku wird über die USB-Typ-C-Buchse (USB 2.0) geladen.

Einbußen gibt es aber auch mit Blick auf Gehäuse und Software. Zwar vertraut HTC auf das Liquid Design, verzichtet aber auf eine gläserne Rückseite. Stattdessen kommt Acrylglas zum Einsatz, was auf den ersten Blick nicht auffällt. Schließlich bietet das Material optisch vergleichbare Eigenschaften wie Glas, schon beim ersten Kontakt fällt der Unterschied aber auf. Denn mit 142 g fällt das 149,1 x 72,9 x 8,1 mm große und gemäß IP67 geschützte U11 life sehr leicht aus, auch haptisch meint man Unterschiede gegenüber Glas zu spüren. Auf die Verarbeitung hat das aber keinen Einfluss, die ausgestellten Gerät wiesen keinerlei Mängel auf.

Der Unterschied In puncto Software ist auf die eingesetzte Android-Version zurückzuführen. Zwar liefert HTC das U11 life mit Android 8 aus, allerdings in der Android-One-Ausgabe. Das bedeutet: Es gibt keine HTC-eigene Benutzeroberfläche, dafür aber schnell und zumindest zwei Jahre lang Betriebssystem-Updates. Allerdings fällt der Sense Companion Android One zum Opfer, aus dem gleichen Grund dürfte auch Amazons Alexa fehlen. Somit steht lediglich der Google Assistant zur Verfügung.

Android-Fans dürfte das nicht abschrecken, im Gegenteil. Allerdings dürfte das U11 life auch ganz andere Kreise ansprechen. Denn mit unverbindlichen 349 Euro für die Version mit 3 GB RAM und 32 GB internem Speicher fällt das Smartphone ab Anfang November überraschend günstig aus; für das U Play wurden 449 Euro verlangt. Gleiches gilt für die Variante mit 4 und 64 GB, für die HTC 379 Euro verlangt.

Entsprechend fällt der erste Eindruck sehr positiv aus. Zwar dürfte das U11 life in Hinblick auf die Performance nur im Mittelfeld landen, die Kombination aus purem Android, umfangreicher Ausstattung und UVP deutet aber ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis an.