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Milliardenklage gegen KI-Unternehmen

Musikindustrie fordert Schadenersatz

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Musikindustrie fordert Schadenersatz
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Das KI-Unternehmen Anthropic sieht sich aktuell mit einer weiteren umfangreichen Urheberrechtsklage konfrontiert. Die Musikverlage Universal Music Group, Concord und ABKCO haben vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Kalifornien Klage eingereicht und fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe. Sie werfen dem Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte Musikwerke ohne Genehmigung für das Training seines Sprachmodells Claude verwendet zu haben.

Nach Angaben der Kläger soll Anthropic Songtexte und Notenblätter von mehr als 700 Titeln kopiert haben. In der Klageschrift werden unter anderem Wild Horses von den Rolling Stones, Sweet Caroline von Neil Diamond und Bennie and the Jets von Elton John genannt. Die Verlage gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der betroffenen Werke wohl noch deutlich höher liegt und insgesamt mehr als 20.000 Songs umfasst.

Auf Basis dieser Vorwürfe beziffern die Kläger den möglichen Schadenersatz auf über drei Milliarden US-Dollar. Sie sprechen von einer der größten individuellen Urheberrechtsklagen in der US-Geschichte außerhalb von Sammelklagen. Kern der Auseinandersetzung ist die Frage, ob und in welchem Umfang urheberrechtlich geschützte Inhalte beim Training großer Sprachmodelle verwendet werden dürfen.

Es handelt sich dabei bereits um die zweite Klage derselben Musikverlage gegen Anthropic. Schon 2023 hatten sie dem Unternehmen vorgeworfen, geschützte Werke ohne Lizenz in den Trainingsdaten von Claude eingesetzt zu haben. Anthropic wies diese Anschuldigungen damals zurück. Im vergangenen Jahr einigte sich das Unternehmen dann jedoch in einem anderen Verfahren mit Buchautoren auf einen Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar, was die Verlage nun als Argument in ihrer aktuellen Klage heranziehen.

Die Kläger behaupten, dass Anthropic auf Raubkopien zurückgegriffen habe, die Notenblätter und Songtexte von mindestens 714 ihrer Werke enthielten. Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Klagen gegen KI-Unternehmen ein, die von Autoren, Musiklabels und Künstlern eingereicht wurden. Im Mittelpunkt steht dabei die rechtliche Bewertung, ob das Training von KI-Modellen mit geschützten Inhalten unter die Fair-Use-Regelung fällt oder eine Lizenzierung erforderlich ist.

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