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Bitcoin und El Salvador: Zahlungsmittel für Bevölkerung und Paradies für Miner

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bitcoinDer Bitcoin hat die nächste große Hürde auf dem Weg zu einem breit anerkannten Zahlungsmittel aufzusteigen genommen. Während der "Bitcoin 2021"-Konferenz in Miami, die mit rund 12.000 Teilnehmern zu den größten ihrer Art zählt und aufgrund der strengen Corona-Verordnungen in Kalifornien von Los Angeles nach Florida umziehen musste, verkündeten Jack Mallers, der CEO der Lightning-App Strike, und Nayib Bukele, der Präsident von El Salvador, die Kryptowährung Bitoin künftig zum gesetzlich anerkannten Zahlungsmittel in dem kleinen mittelamerikanischen Land zu machen.

In einer sehr emotionalen Rede gingen Mallers und Bukele, der per Videobotschaft hinzugeschaltet wurde, zu Beginn der Woche zunächst allgemein auf die Probleme von Inflation ein und zeigten auf, wie die stetig steigenden Preise für Waren und Dienstleistungen und damit die Minderung der Kaufkraft des Geldes, vor allem dem ärmeren Teil der Bevölkerung schade. Seit 2001 ist der US-Dollar Landeswährung in El Salvador. Die Wirtschaft des Landes ist stark von den Zahlungsströmen aus dem Ausland abhängig, machen sie fast 22 % des Bruttoinlandsproduktes aus. Alleine im letzten Jahr unterstützten im Ausland lebende Bürger und Bürgerinnen El Salvadors ihre Familien in der Heimat mit Überweisungen in Höhe von rund 5,9 Milliarden US-Dollar, wovon eine beachtliche Summe an Vermittler durch Transaktionskosten verloren gingen.

Hinzu käme für das kleine mittelamerikanische Land, dass laut Bukele rund 70 % der Bevölkerung überhaupt kein Bankkonto hätten, womit ihnen die Teilnahme am Zahlungsverkehr verwehrt bliebe. Die Aufnahme von Krediten, das Anlegen von Ersparnissen oder schlichtweg das Durchführen von Zahlungs-Transaktionen sei für sie nicht möglich. 

Mallers, der eine Zeit lang in El Salvador lebte und zu Tränen gerührt war, erklärte dass die Menschen dort sehr darunter litten und der Einsatz von Kryptowährung und seiner App, den Menschen helfen würde.

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Gemeinsam kündigten die beiden dann an, den Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel des Landes machen zu wollen und legten sogar Auszüge eines ersten Gesetzentwurfs vor. Darin warf man den Zentralbanken vor, für die finanzielle Instabilität des Landes verantwortlich zu sein und schlug vor, ein neues Zahlungsmittel einzuführen, welches nicht durch eine zentrale Institution kontrolliert werden müsse/könne, was die Lebensqualität der Bevölkerung in El Salvador deutlich verbessern und den dort lebenden Menschen wieder Hoffnung geben sollte. Zudem hätten zahlreiche weitere Firmen bereits ihre Unterstützung zugesagt, um die dafür notwendige Infrastruktur zu schaffen.

Die Strike-App nutzt das Bitcoin-, bzw. das darauf aufbauende Lightning-Netzwerk als globalen Settlement-Layer und ermöglicht so innerhalb von Sekunden weltweit und kostenfrei Geld zu versenden. Somit werden Zahlungen beispielsweise von US-Dollar oder Euro in Bitcoin und umgekehrt erheblich vereinfacht. 

Nach dieser Ankündigung, die zeitweise den Kurs der Kryptowährung sehr volatil werden ließ, ging alles plötzlich ganz schnell: Am Dienstag verabschiedete das salvadorianische Parlament das neue Gesetz. Mit 62 von 84 Stimmen und damit mit einer absoluten Mehrheit machte das kleine Land den Bitcoin zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel. El Salvador ist damit das erste Land der Welt, das Kryptowährung auf breiter Basis akzeptiert.

Die elf Punkte des Gesetzes sehen unter anderem vor, dass Preise in Bitcoin ausgeschildert werden dürfen, Steuern in Bitcoin bezahlt werden können und jeder Wirtschaftsvertreter die Digitalwährung akzeptieren muss. Zudem unterliegt der Handel mit Bitcoin nicht der Kapitalertragssteuer, wie dies bei jedem anderen offiziellen Zahlungsmittel des Landes ebenfalls der Fall ist.

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Doch damit nicht genug: Wie Präsident Nayib Bukele wenig später bekannt gab, wolle man auch für Miner, die sich durch das Zurverfügungstellen von Rechenleistung um die Absicherung der Transaktionen kümmern, attraktiv werden. So habe er den staatlichen Energieversorger Lageo instruiert, großen Mining-Farmen sehr günstige Stromtarife anzubieten, die sauber, emissionsfrei und komplett aus erneuerbarer Energie stammen sollen. 

Das soll durch Erdwärme aus den Vulkanen des Landes möglich werden. Hierfür stünde bereits eine neue Anlage bereit, die Minern 95 Megawatt aus Geothermie erzeugten Stroms zur Verfügung stellen kann. "Dies werde sich schnell weiterentwickeln", versprach das 39-Jährige Staatsoberhaupt.

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Seit Mai wuchs der Kryptomarkt weltweit auf über 2,5 Billionen US-Dollar an. Der Bitcoin selbst hatte in den letzten Wochen und Monaten jedoch fast 50 % seines Wertes eingebüßt. Vom Höchstwert von fast 65.000 US-Dollar auf Bitstamp brach die Kryptowährung zeitweise auf rund 30.000 US-Dollar ein. Die Ankündigungen trieben den Kurs zuletzt wieder auf rund 37.000 US-Dollar.