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Nach anhaltenden Verlusten: Toshiba verkauft PC-Sparte an Sharp

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toshibaDer Ausverkauf bei Toshiba geht weiter. Nachdem sich der japanische Konzern in den vergangenen Monaten ganz oder zumindest teilweise von diversen Tochterunternehmen verabschiedet hatte, trifft es nun mit Toshiba Client Solutions die PC-Sparte. Rund 80 % der Anteile gehen an die Foxconn-Tochter Sharp, die Höhe des Kaufpreises steht noch nicht endgültig fest.

In einer Stellungnahme nennt Toshiba die nicht erfolgreiche Umstrukturierung der erst im Frühjahr 2016 gegründeten Tochter Toshiba Client Solutions. So wurde das Geschäftsjahr 2016 mit einem operativen Minus in Höhe von fast 1,8 Milliarden Yen (14 Millionen Euro) bei einem Umsatz von rund 165 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) abgeschlossen. Im darauf folgenden Geschäftsjahr 2017 fielen die Einnahmen auf gut 146 Milliarden Yen, der operative Verlust stieg gleichzeitig jedoch auf mehr als 8 Milliarden Yen. Mit vermutlich 4 Milliarden Yen würde der vermutliche Kaufpreis dennoch überraschend niedrig ausfallen.

Vom Verkauf betroffen sind den Angaben zufolge auch verschiedene Tochterunternehmen, darunter auch die Toshiba Europe GmbH mit Sitz in Neuss sowie die mit der PC-Sparte betreuten Unternehmen in den USA, Kanada, Hongkong, Australien und weiteren Regionen. Wie viele Mitarbeiter insgesamt betroffen sind und ob es im Zuge der Transaktion zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird, ist nicht bekannt.

Generell sollen Entwicklung und Vertrieb von Desktop-Systemen und Notebooks aber fortgeführt, dazugehörige Dienstleistungen weiterhin angeboten werden. Dabei darf Sharp auf den Markennamen Toshiba zurückgreifen. Mit dem Abschluss des Verkaufs wird bis zum 1. Oktober 2018 gerechnet, sofern die zuständigen Kartellbehörden keine Einwände erheben.

Noch im November hatte Toshiba Vermutungen bezüglich des Verkaufs der PC-Sparte als falsch dementiert. Als Interessenten wurden seinerzeit ASUS und Lenovo gehandelt. Dass es nun doch zur Trennung kommt, dürfte vor allem am schwachen Geschäftsjahr 2017 liegen, das Ende März 2018 abgeschlossen wurde. Zuvor hatte Toshiba versucht, die Trendwende durch die Konzentration auf das B2B-Geschäft sowie die Beendigung der ODM-Tätigkeiten einzuleiten.

Sharp gehört seit 2016 mehrheitlich zu Foxconn. Dem vor allem als Auftragsfertiger bekannten Unternehmen gehören seit dem 66 % der Anteile. Als Motiv für die Übernahme galten seinerzeit die Display-Fertigung des traditionsreichen japanischen Unternehmens sowie eine engere Bindung an den Endkundenmarkt dank der Marke Sharp.

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Kommentare (3)

#1
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Registriert seit: 29.08.2008

Fregattenkapitän
Beiträge: 2810
Einfach nur lächerlich, dieses Rumgeschiebe von Markennamen.
Da kauft man sich dann ein "Toshiba" Gerät und hält etwas in Händen, was gar nicht von Toshiba, sondern von Sharp ist.

Aber gut, von Toshiba PCs bzw. Notebooks hab ich auch schon seit Jahren nichts mehr gesehen.
Wird im europäischen Raum wohl eh kaum noch verkauft.
#2
customavatars/avatar202850_1.gif
Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12597
Wobei in diesem Fall Sharp mindestens so hochwertig ist wie Toshiba.

Allerdings sind Markennamen doch schon seit Ewigkeiten Blödsinn. Unternehmen ändern sich und inS achen Firmenphilosophien glänzen alle Unternehmen auf dem Papier...

Kauf nach Preis-Leistungsverhältnis. Nicht nach Marken.
#3
Registriert seit: 05.12.2010

Flottillenadmiral
Beiträge: 5519
Zitat DragonTear;26346574

Kauf nach Preis-Leistungsverhältnis. Nicht nach Marken.

Preis/Leistung ist doch sehr subjektiv. So wie du M$ liebst, kaufen sich andere Apfel-Produkte, da sie das Prestige der Leistung anrechnen. (auch Wiederverkaufswert ist zu berücksichtigen)
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