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Allianz, Deutsche Bank und Daimler sagen Apple, Google Facebook und Co. den Kampf an

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Um der Übermacht der amerikanischen Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley Paroli bieten zu können, haben sich die deutschen Anbieter Allianz, Deutsche Bank und Daimler zusammengetan. Zusätzlich mischt auch noch der Axel Springer Verlag mit. In Zusammenarbeit mit Core und Here will man eine Internetplattform aufbauen, die eine Art digitalen Generalschlüssel für verschiedene Dienste bereitstellen soll. „Diesen könnten Kunden dann branchenübergreifend verwenden, um sich im Internet zu registrieren und zu identifizieren“, erklären Sprecher des Projekts. Vorbild sind hier die Konten von Google und Facebook, die mittlerweile ebenfalls auch bei etlichen, anderen Anbietern genutzt werden können – seien es Dating-Apps wie Tinder oder teilweise sogar Online-Shops.

Der Generalschlüssel der deutschen Unternehmen soll voraussetzen, dass sich Nutzer einmal rechtssicher bei einem der beteiligten Anbieter registrieren – etwa über das Video-Ident-Verfahren. Wer dann ein Konto bei der Deutschen Bank unterhält, erhält darüber Zugangsdaten, mit denen er beispielsweise auch am Carsharing bei Daimler teilnehmen kann, ohne sich nochmals neu anmelden zu müssen. Nach und nach will man dann weitere Unternehmen und Dienste einbeziehen, so dass der digitale Generalschlüssel wie eine Part Personalausweis funktioniert und für rechtssichere Geschäfte tauglich wird. Entsprechend will man auf lange Sicht auch das Speichern und Verwalten von Daten sowie das Bezahlen über die noch namenlose Plattform ermöglichen.

Im ersten Schritt wird man noch 2017 eine gemeinsame GmbH gründen, welche dann Allianz, Deutsche Bank, Daimler und der Axel Springer Verlag tragen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 will man spätestens öffentlich an den Start gehen. An der Entwicklung werden neben den IT-Abteilungen aller beteiligten Unternehmen auch Core und Here beteiligt sein. Die Sicherheit soll wiederum das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme als Partner gewährleisten. Dabei soll alles den neuesten Datenschutzrichtlinien der EU entsprechen, sodass über die Plattform sogar Verträge abgeschlossen und Behördenangelegenheiten erledigt werden könnten. Da ist natürlich die Voraussetzung, dass die entsprechende Unterstützung durch die Ämter gegeben ist. Auch hier strecken die Unternehmen schon ihre Fühler aus und arbeiten mit dem Bundeswirtschaftsministerium zusammen

Tatsächlich verfolgen die Unternehmen auf lange Sicht sogar das Ziel das Angebot über Deutschland hinaus und auf ganz Europa auszuweiten. Noch sind allerdings auch einige Fragen offen: Etwa ist unklar wie viel Geld in das neue Projekt fließen soll und wie sich die Anteile der beteiligten Unternehmen genau aufteilen. Auf zur genauen Funktionsweise des geplanten, digitalen Generalschlüssels bleiben die Anbieter vage. Ob etwa mit Passwörtern, Fingerabdrücken oder Kombinationen aus beidem gearbeitet werden könnte, ist offen. Zudem trägt das Projekt bisher nur den Arbeitstitel DIPP, ein offizieller Name fehlt noch.

Letzten Endes klingen die deutschen Unternehmen zudem euphorisch, es wäre wiederum aber auch nicht das erste Mal, dass der späte Einstieg hiesiger Hersteller am Ende in einem Flop mündet. Denn über den Erfolg entscheidet die Annahme der Nutzer. Daran hatten beispielsweise schon die Deutsche Post mit seinem E-Post-Brief oder die Banken mit ihrem Bezahlsystem Paydirekt zu kämpfen.