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Apple stellt Zahlungen für Lizenzgebühren an Qualcomm ein

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apple-logoApple und Qualcomm liegen aktuell im Clinch miteinander. Stein des Antoßes sind Lizenzgebühren, die Qualcomm von Apple für diverse Patente fordert, welche sich mit den Verbindungen von mobilen Endgeräten zu drahtlosen Netzwerken beschäftigen. Aktuell sollen die Gerichte die genaue Rechtslage klären, denn Apple behauptet Qualcomm verlange zu hohe Gebühren. Qualcomm wiederum erhebt den Vorwurf Apple mische sich in Qualcomms Geschäfte ein. Das vorläufige Ende vom Lied ist, dass Apple aktuell alle Zahlungen für Lizenzgebühren rund um die strittigen Patente komplett eingestellt hat. Qualcomm hat sich deswegen bereits zu Wort gemeldet und erklärt Apple verweigere dem Unternehmen zustehende Zahlungen ohne triftige Gründe.

Apple wiederum moniert, dass Qualcomm von Apple aufgrund des hohen Status des amerikanischen Herstellers zu hohe Lizenzgebühren verlange. Faire Bedingungen habe Qualcomm nicht aushandeln wollen, so dass man keinen anderen Weg sehe, als ein Gericht entscheiden zu lassen, welche Summe angemessen sei. Bis das geschehen sei, werde man vorerst gar nicht mehr bezahlen. Letzten Endes beschuldigen sich die beiden Hersteller also nun gegenseitig.

Qualcomm musste aufgrund des Schachzuges seitens Apple bereits seine Einnahme- und Gewinnerwartungen für das laufende Quartal anpassen. Qualcomms Rechtsberater Don Rosenberg kritisiert: „ Apple hat einseitig unsere Vertragsbedingungen als inakzeptabel deklariert. Es sind die gleichen Bedingungen, die seit etwa einer Dekade für iPhones und iPad mit Mobilfunkverbindungen gelten. Apples fortwährende Störung von Abkommen mit Qualcomm, an denen Apple gar nicht direkt beteiligt ist, sind der neueste Schritt einer internationalen Attacke von Apple auf Qualcomm. “ Mit der letzten Anmerkung spielt Rosenberg darauf an, dass Qualcomm eigentlich von Apples Auftragsfertigern Geld erhält. Jene bekommen aber wiederum das Geld von Apple, welche sich eben nun weigern zu zahlen.

Apple sieht das ganz anders und schreibt in einer Mitteilung: „ Wir haben für mehr als fünf Jahre versucht mit Qualcomm ein Lizenzabkommen zu erreichen. Aber sie weigern sich faire Bedingungen auszuhandeln. Ohne ein klares Abkommen, das uns sagt, wie viel wir zahlen müssten, haben wir entsprechend die Zahlungen eingestellt, bis ein Gericht festlegt, wie viel wir unseren Partnern wirklich schulden. Wir haben es bereits in der Vergangenheit gesagt: Qualcomms Forderungen sind unangemessen und sie wollen von uns immer höhere Gebühren, die sie an unseren Innovationen festmachen – nicht an ihren eigenen.

Qualcomm könnte nun Schadensersatz verlangen, da Apple aus ihrer Sicht die Geschäftsbeziehungen zu den Fertigern beeinträchtigt. Auch eine einstweilige Verfügung wäre möglich, die zu einem Verkaufsstopp der iPhones und iPads führen könnte. Für sowohl Apple als auch Qualcomm geht es jedenfalls mittlerweile um sehr, sehr viel Geld. Doch je höher die Beträge sind, die eine Rolle spielen, desto wahrscheinlicher ist auch, dass beide Parteien eine baldige Lösung der Streitigkeiten anstreben werden. Man darf gespannt sein, ob und wie sich die Lage noch verschärfen könnte.