> > > > Fair Use: Google entscheidet Rechtsstreit mit Oracle für sich

Fair Use: Google entscheidet Rechtsstreit mit Oracle für sich

Veröffentlicht am: von

google 2015Der seit Jahren vor Gericht ausgetragene Streit zwischen Google und Oracle bezüglich der Verwendung von Java-APIs hat ein vorläufiges Ende gefunden. Die Geschworenen kamen zu dem Urteil, dass die Nutzung der Schnittstellen unter die Fair-Use-Regelung fällt. Dadurch spart Google viel Geld.

Seit dem Beginn der Auseinandersetzung im Jahr 2010 kamen die Gerichte immer wieder zu unterschiedlichen Auffassungen. Zunächst bekam Google Mitte 2012 Recht, das Berufungsverfahren entschied Oracle dann aber weitestgehend für sich. Die vorsitzende Richterin entschied, dass eine API, bzw. die in ihr enthaltenen Ausdrücke, durchaus den Schutz des Urheberrechts genießen können. Ob Oracle die geforderten rund 9 Milliarden US-Dollar erhalten werden, wollte man aber nicht entscheiden und verwies den Fall zurück an das kalifornische Bundesgericht.

Dort vertrat die Jury nun eine Auffassung, die Experten bereits seit Jahren als möglich bezeichnen. Denn aufgrund der Komplexität von Android würden die APIs nur eine sehr geringe Rolle spielen, was eine Einstufung als Fair Use möglich machen würde. Faktisch bedeutet das, dass auch die neue Jury die Schnittstellen als urheberrechtlich geschützt einstuft, deren Anteil aber verschwindend gering sei.

Während Google die Entscheidung als Gewinn für Android und alle Software-Entwickler feierte, kündigte Oracle an, in Berufung gehen zu wollen. Ob es dabei um die Einstufung als Fair Use oder lediglich die Höhe des Schadensersatzes geht, ist noch nicht bekannt. Grundsätzlich könnte ein Gericht zu dem Urteil kommen, dass die Nutzung entsprechend der Fair-Use-Regelung bei gleichzeitiger Entschädigung möglich ist.

Im Laufe der verschiedenen Verfahren waren zahlreiche Details bekannt geworden, die so manche Darstellung Googles als falsch entlarvten. Unter anderem wurde publik, welche Bedingungen OEMs zu erfüllen haben, die Android auf ihren Geräten einsetzen wollen. Aber auch finanzielle Informationen wurden bekannt. So soll Google zwischen 2008 und 2015 mit Android einen Gewinn von 22 Milliarden US-Dollar erzielt haben. Zudem zeigten Emails, dass man die mögliche Urheberrechtsverletzung der APIs in Kauf genommen hat. Aufgrund von Zeitdruck hätte man auf Verhandlungen mit Oracle verzichtet.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (3)

#1
customavatars/avatar115059_1.gif
Registriert seit: 20.06.2009

Matrose
Beiträge: 15
E-Mail oder eMail, aber nicht Email
#2
customavatars/avatar85902_1.gif
Registriert seit: 26.02.2008
Solingen
Korvettenkapitän
Beiträge: 2172
Zitat harrysun;24607869
E-Mail oder eMail, aber nicht Email



Du bist in der Schule bestimmt beliebt. ;)
#3
customavatars/avatar202850_1.gif
Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 11170
Btw. heir ein ganz interessanter und lustiger Artikel der den Prozess begleitet hat: https://jaxenter.de/oracle-versus-google-zweiter-android-prozess-hat-begonnen-40104 :)
Am besten von unten nach oben lesen, da Updates nach und nach hinzugefügt wurden!
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

AMD-Grafikkarten-Hersteller VTX3D verschwindet vom Markt

Logo von VTX3D

Vor allem für AMD-Partner sind schwere Zeiten angebrochen: Während der gesamte PC-Markt mit einer weltweit schwächelnden Nachfrage zu kämpfen hat, haben es die ersten Polaris-Grafikkarten gegen NVIDIAs Pascal-Modelle nicht leicht. Zwar kann die Radeon RX 480 leistungsmäßig durchaus mit der... [mehr]

Lohnt das Mining für den Privatanwender noch?

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bestimmte Grafikkartenmodelle sind schlecht verfügbar und einige Hersteller präsentieren sogar spezielle Mining-Modelle – bestes Anzeichen dafür, dass eine neue Mining-Welle anrollt. Ethereum basiert wie Bitcoins auf einer Blockchain-Technologie. Ethereum ist aber keine reine Kryptowährung,... [mehr]

Bitcoin droht der Hard Fork – Ethereum weiter auf niedrigem Kurs

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bereits in der vergangenen Woche deuteten sich einige Änderungen bei den Kryptowährungen an. Nach einem wochenlangen Hoch brach der Kurs des Ether auf weit unter 200 US-Dollar ein. Die Gründe dafür sind nicht immer ersichtlich. Oftmals gibt es auch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen... [mehr]

AMD mit guten Quartalszahlen – Vega und Naples für Q2 bestätigt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD

AMD hat die ersten Quartalszahlen veröffentlicht, die nach dem Verkaufsstart der RYZEN-Prozessoren zusammengestellt wurden. Darin zeichnet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg beim Umsatz aus, muss bisher aber noch auf Gewinne verzichten. Weitaus wichtiger aber ist, dass AMD in seinen... [mehr]

O2: Wer bei der Hotline nicht anruft, wird mit Datenvolumen belohnt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/O2_LOGO

O2 war in den letzten Monaten aufgrund seiner schlecht erreichbaren Hotline immer wieder in der Kritik. Kunden mussten teilweise stundenlang in der Warteschleife warten, bis sich am anderen Ende der Leitung ein Mitarbeiter meldete. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass die Kapazitäten... [mehr]

Amazon Drive mit unbegrenztem Speicherplatz kostet 70 Euro im Jahr

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/AMAZON

Amazon bietet ab sofort seinen Speicherdienst Drive mit unbegrenztem Speicherplatz für 70 Euro im Jahr an. Dabei kann der Kunde unbegrenzt viele Daten auf den Cloud-Service hochladen und muss auf keine Begrenzung achten. Das Angebot kann laut Amazon für drei Monate kostenlos getestet werden –... [mehr]