> > > > YouTuber wehrt sich gegen Bild.de-Abmahnung

YouTuber wehrt sich gegen Bild.de-Abmahnung

Veröffentlicht am: von

springer

Vor zwei Wochen sorgte Bild.de bei vielen Lesern für eine Überraschung - wenn sie einen Adblocker nutzen, wird die Seite nicht mehr angezeigt. Stattdessen ist nur der Hinweis zu sehen, dass der Adblocker doch bitte deaktiviert werden sollte. Schon bald zeigte sich aber, dass die Werbeblockersperre kein wirkliches Hindernis ist und umgangen werden kann. Und es dauerte auch nicht lange, bis der Axel Springer-Verlag wiederum darauf reagierte und erste Abmahnungen verschickte. 

Betroffen davon sind nicht nur Adblocker-Anbieter, sondern auch ein YouTuber, der eine Anleitung zur Umgehung der Sperre veröffentlicht hatte. Gerade dieser YouTuber geht jetzt gegen die Abmahnung vor. Tobias Richter, Betreiber des YouTube-Kanals Tobis_Tricks, sollte 1.800 Euro Anwaltsgebühren zahlen und eine Unterlassungserklärung unterzeichnen. Er verweigert jetzt aber beides und will sich mit anwaltlicher Unterstützung gegen Bild.de bzw. den Axel Springer-Verlag zur Wehr setzen. Die von der Kanzlei Lubberger Lehment gesetzte Frist endete am 26.10.2015.

Der Anwalt von Tobias Richter, Niklas Haberkamm, sieht gute Chancen für seinen Mandanten:

Wir gehen aus mehreren Gründen davon aus, dass unser Mandant vorliegend keine Rechte der Bild GmbH & Co KG verletzt hat. Es liegt bereits keine Umgehung einer wirksamen technischen Maßnahme gemäß Paragraf 95a Urheberrechtsgesetz vor, weiterhin ist durch die behauptete Umgehung überhaupt kein relevantes urheberrechtliches Verwertungsrecht der Bild GmbH & Co. KG betroffen.

Wie die Springer-Anwälte darauf reagieren werden, ist noch unklar. Vieles deutet aber darauf hin, dass die Frage nach der Werbeblockersperre bzw. nach der Rechtmäßigkeit von Umgehungslösungen noch gerichtlich geklärt wird. 

Social Links

Kommentare (24)

#15
Registriert seit: 13.03.2015

Kapitänleutnant
Beiträge: 1640
Zitat Evil Demon;23990833
Gut, Bild.de ist jetzt ein inhaltlich armseeliges Beispiel, aber: wie kommt man eigentlich darauf, dass man alles immer und überall für lau bekommen muss? Und wenn mann doch bezahlen (= Werbung ertragen) soll, dann heult man wie ein kleines Kind! "Mimimimimi, der böse Onkel will Geld dafür, nur weil in der Redaktion 50 Leute bezahlt werden, die täglich ihren Job machen und die Frechheit besitzen, einen vollen Kühlschrank haben zu wollen!"

Ich kanns nicht mehr hören! Leute, wer etwas vernünftiges (egal was ich oder ihr jetzt von Bild/Axel Springer haltet) will, sei es Film, Musik, oder journalistische Dienstleistungen, muss dafür bazahlen. Punkt. Wer das nicht versteht, scheint noch nie in seinem Leben Geld verdient zu haben und bettelt sich bei Papa durch!

Zum Youtuber: ich sehe es wie Springer: der Deal ist "kein AdBlocker", wer das umgeht betrügt. Wer betrügt muss dafür gerade stehen. Wer nicht gerade stehen will: siehe oben!


Sorry, aber wenn das kein "von interessierter Seite" bezahlter Beitrag ist, dann zumindest einer, der die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat. Vor knapp zwei Wochen erschien bei Ars technica (Online advertisers admit they) und iab (Getting LEAN with Digital Ad UX | IAB - Empowering the Marketing and Media Industries to Thrive in the Digital Economy) Artikel, die sich mit den Fehlern der Onlinewerbung beschäftigen, und den Lehren, die man daraus ziehen muss.
Man hat in der Werbewirtschaft zumindest zum Teil verstanden, dass das rasante Zunehmen von Adblocker als Selbstverteidigung gegen ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Werbeverhalten zu werten ist.
Jemanden, der glaubt, sich gegen Werbung verteidigen zu müssen, kann man mit Sicherheit nicht mit der Brechstange zum Werbekonsum bringen. Am Ende behält immer der User die Oberhand, und wenn manche Seitenbetreiber den Benutzern den Seitenbesuch vergällen, so endet das wesentlich wahrscheinlicher darin, dass der User sich andere Seiten sucht als dass er ein seiner Meinung nach notwendiges Mittel zum Sebstschutz nicht mehr verwendet.

Ich denke zu dem Schlusssatz "wer Adblocker benutzt ist ein Betrüger" braucht man nichts zu sagen. Ein solcher Satz disqualifiziert sich ganz von allein.
#16
Registriert seit: 21.04.2013

Banned
Beiträge: 2070
Zitat Soron;23991770
Sorry, aber wenn das kein "von interessierter Seite" bezahlter Beitrag ist,


Die Frage stellt sich mir immer häufiger.
Schon auffällig wie in solchen Threads von einigen penetrant versucht wird die Leute auf "Kurs" zu trimmen
#17
customavatars/avatar202850_1.gif
Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12472
@Soron
Bei dem Punkt bezüglich alles für lau bekommen, hat er aber vollkommen Recht.

Langfristig muss allerdings wohl eine andere Lösung gefudnen werden, als Werbebanner.
#18
customavatars/avatar47292_1.gif
Registriert seit: 15.09.2006

Stabsgefreiter
Beiträge: 328
Zitat cesium137;23991968
Die Frage stellt sich mir immer häufiger.
Schon auffällig wie in solchen Threads von einigen penetrant versucht wird die Leute auf "Kurs" zu trimmen


Hey, jetzt mal langsam. Wenn ich hier von Springer bezahlt werden würde, dürfte ich Dir dann ein herzhaftes "FUCK YOU!" überreichen? Da, nimm hin...

@Soron: ja, ich habe mich tatsächlich nicht mit allen aktuellen Quellen zum Thema beschäftigt und werde gern in Deine Links reinschauen! Und sorry, dass ich so old School bin und ganze 2 Wochen hinterher hänge...

@morti: jein, sehe ich etwas anders. Die Frage wäre ja: was verstehst Du unter "nicht in der Lage"? Nicht in der Lage den 0815 User davon abzuhalten? Nicht in der Lage jemanden mit richtig Ahnung abzuhalten? Muss etwas immer so gestaltet sein, dass es alle Eventualitäten bedacht sind? Ich sehe alt in der Anleitung eines (bekannten) Youtubers, der jetzt auch noch überall zitiert wird eine Hilfestellung für die breite Masse.

@DragonTear: danke, der Punkt war auch mein Hauptanliegen!

@plitzkrieg: Da ich keinen Fernseher habe, kann ich leider keine Werbung schauen... Aber ja, ich schaue mir brav die Sport vor jedem YouTube-Video an ;)
#19
Registriert seit: 21.04.2013

Banned
Beiträge: 2070
Zitat Evil Demon;23993010
Hey, jetzt mal langsam. Wenn ich hier von Springer bezahlt werden würde, dürfte ich Dir dann ein herzhaftes "FUCK YOU!" überreichen? Da, nimm hin...



Dürftest du bestimmt!
Ich denke mal Deppen geniessen überall einen gewissen Sonderstatus.
#20
Registriert seit: 13.03.2015

Kapitänleutnant
Beiträge: 1640
Zitat DragonTear;23992087
@Soron
Bei dem Punkt bezüglich alles für lau bekommen, hat er aber vollkommen Recht.

Langfristig muss allerdings wohl eine andere Lösung gefudnen werden, als Werbebanner.


Kann man so sehen, muss man aber nicht. Wenn ein Spiegel Online sich für umsonst lesen lässt um dadurch die Leute dazu zu bringen, sich den Spiegel auch am Kiosk zu kaufen weil dort detaillierte Recherchen drin zu finden sind, dann ist das kostenlose Angebot selbst schon Werbung.
Und spätestens da ist dann die Frage erlaubt, weshalb man Werbung durch andere Werbung finanzieren können muss ...

Wenn nun zum Beispiel Bild ihre kostenlose Onlineausgabe praktisch identisch zur Printausgabe macht so dass man sich die gar nicht mehr kaufen muss - dann ist das doch eher als eine falschen Ausrichtung der Bildredaktionellen Entscheidung, was als Onlineangebot veröffentlich wird zu werten.
Es hindert schliesslich niemand BILD daran, nur Headlines und Teaser abzudrucken und zum weiterlesen z.B. ein Abo zu verlangen. Aber das macht BILD nicht. Sie wollen ihr völlig überzogenes, so-viel-Werbung-wie-möglich-so-wenig-Gegenleistung-wie-nötig Geschäftsmodell behalten.
Ich habe erst kürzlich ein Statement VON Bild, ich glaube im Zusammenhang mit einer aktuellen Gerichtsentscheidung, gelesen. Darin hat der Chefredakteur gesagt: Das Kerngeschäft des Springerverlages ist nicht das liefern von Informationen (sic!) sondern das Verkaufen von Werbung.
Wenn also der Springerverlag selber sagt (jetzt in meinen Worten) "wir ködern die Leute nur, um ihnen dann möglichst viel Werbung zu zeigen", dann stellt sich auch irgendwann mal die Frage "bezahle ich vielleicht für das wenige an gebotener Information zu viel an Werbekonsum ?".

Was die Adblockgegner nämlich elegant ausblenden ist die Frage, ob der Preis, den sie ohne Adblocker durch ein Werbeübermaß verlangen, vielleicht für die angebote Leistung übermässig hoch ist - also das andere extrem.
Dazu fällt mir ein Artikel auf Heise ein, welcher sich mit dem durch immer mehr Werbung entstehenden Zeitdiebstahl befasst.
Filme ohne mich | Technology Review

Zeit ist letztendlich das kostbarste, was wir haben. Jeder von uns hat nur einen endlichen Betrag auf seinem Zeitkonto und niemand kann einem sagen, wie viel genau.
Wenn Werbung das, was ich lesen oder anschauen will in einem Maße stört, dass es für mich nicht mehr interessant oder spannend ist, dann hat Werbung definitiv versagt. Denn dann entfällt für mich irgendwann der Grund, überhaupt auf so eine Seite zu gehen - denn dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.
#21
customavatars/avatar18241_1.gif
Registriert seit: 21.01.2005

Flottillenadmiral
Beiträge: 5874
Zitat Soron;23993866
Kann man so sehen, muss man aber nicht. Wenn ein Spiegel Online sich für umsonst lesen lässt um dadurch die Leute dazu zu bringen, sich den Spiegel auch am Kiosk zu kaufen weil dort detaillierte Recherchen drin zu finden sind, dann ist das kostenlose Angebot selbst schon Werbung.
Und spätestens da ist dann die Frage erlaubt, weshalb man Werbung durch andere Werbung finanzieren können muss ...

Wenn nun zum Beispiel Bild ihre kostenlose Onlineausgabe praktisch identisch zur Printausgabe macht so dass man sich die gar nicht mehr kaufen muss - dann ist das doch eher als eine falschen Ausrichtung der Bildredaktionellen Entscheidung, was als Onlineangebot veröffentlich wird zu werten.
Es hindert schliesslich niemand BILD daran, nur Headlines und Teaser abzudrucken und zum weiterlesen z.B. ein Abo zu verlangen. Aber das macht BILD nicht. Sie wollen ihr völlig überzogenes, so-viel-Werbung-wie-möglich-so-wenig-Gegenleistung-wie-nötig Geschäftsmodell behalten.
Ich habe erst kürzlich ein Statement VON Bild, ich glaube im Zusammenhang mit einer aktuellen Gerichtsentscheidung, gelesen. Darin hat der Chefredakteur gesagt: Das Kerngeschäft des Springerverlages ist nicht das liefern von Informationen (sic!) sondern das Verkaufen von Werbung.
Wenn also der Springerverlag selber sagt (jetzt in meinen Worten) "wir ködern die Leute nur, um ihnen dann möglichst viel Werbung zu zeigen", dann stellt sich auch irgendwann mal die Frage "bezahle ich vielleicht für das wenige an gebotener Information zu viel an Werbekonsum ?".

Was die Adblockgegner nämlich elegant ausblenden ist die Frage, ob der Preis, den sie ohne Adblocker durch ein Werbeübermaß verlangen, vielleicht für die angebote Leistung übermässig hoch ist - also das andere extrem.
Dazu fällt mir ein Artikel auf Heise ein, welcher sich mit dem durch immer mehr Werbung entstehenden Zeitdiebstahl befasst.
Filme ohne mich | Technology Review

Zeit ist letztendlich das kostbarste, was wir haben. Jeder von uns hat nur einen endlichen Betrag auf seinem Zeitkonto und niemand kann einem sagen, wie viel genau.
Wenn Werbung das, was ich lesen oder anschauen will in einem Maße stört, dass es für mich nicht mehr interessant oder spannend ist, dann hat Werbung definitiv versagt. Denn dann entfällt für mich irgendwann der Grund, überhaupt auf so eine Seite zu gehen - denn dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.


Danke für diesen Beitrag, signed.
#22
Registriert seit: 15.05.2013
Ruhrpott
Korvettenkapitän
Beiträge: 2315
Zitat Smagjus;23991063
Mich zum Beispiel. Wenn ich irgendwo sehe, dass die Bild-Zeitung als Quelle erscheint, dann möchte ich gerne wissen, was die geschrieben haben, ohne denen Geld in Rachen zu werfen.



Und darauf hast du warum Anspruch?
Es liegt im ermessen eines jeden Anbieters zu entscheiden, wie er sich seine Dienstleistung vergüten lässt.
Ist man damit nicht einverstanden, so erwirbt man diese Dienstleistung eben nicht.

Ist das Vorgehen der Bild lächerlich. Definitiv. Dennoch ist es deren Recht die Nutzung von Adblockern zu untersagen.

Noch lächerlicher finde ich allerdings wie sehr die Leute sich mit der Adblock Geschichte beschäftigen und vor allem, wie interessiert viele an der Umgehung sind. Obwohl doch niemand die Bild liest.
#23
customavatars/avatar139847_1.gif
Registriert seit: 02.09.2010
Bergisch Gladbach
Vizeadmiral
Beiträge: 6934
Dann sollen die einfach nen Abo-Model machen und fertig... Es fängt ja mitunter (bei anderen seite) damit an wie folgt:

Man möchte einen Beitrag lesen und Plopp soll man Bezahlen und weiterzulesen oder die seite mit Facebook liken....

Unnötig.
#24
Registriert seit: 15.05.2013
Ruhrpott
Korvettenkapitän
Beiträge: 2315
Unnötig ist ziemlich vieles. Dennoch zulässig. Muss eben jeder Anbieter selbst für sich entscheiden mit welchem Modell er seine Erträge maximiert.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

  • TomsHardware.de muss seine Pforten schließen (Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/THG

    Eine der bekanntesten deutschen IT-Seiten TomsHardware.de wird abgeschaltet. Damit geht eine Ära zu Ende, denn die 1996 noch unter einem anderen Namen gestartete Webseite gehört sicherlich zu den Größen in diesem Bereich. Der genaue Termin für die Abschaltung der Server steht noch nicht... [mehr]

  • Interstellar: Hunderte CPUs berechnen schwarzes Loch

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHWARZES-LOCH

    Der Film Interstellar aus dem Jahre 2014 zeichnete sich vor allem durch eine möglichst realistische Darstellung und Simulation eines schwarzen Loches aus. Christopher und Jonathan Nolan schrieben das Drehbuch und zeichneten sich auch für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der... [mehr]

  • Ende des Mining-Booms: Absätze bei den Grafikkarten brechen um bis zu 80 % ein...

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/BITCOIN

    Investoren und Analysten mahnen seit Monaten vor einem Einbruch am Grafikkarten-Markt, doch bisher hat sich dies in den Absatz- und Umsatzzahlen der Hersteller noch nicht wirklich gezeigt. Nun mehren sich aber die Zeichen aus Asien, dass es ab März/April einen erheblich Einbruch bei den... [mehr]

  • NVIDIA intern: Begehrtestes Produkt ist ein Lineal

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

    Zwischen den Jahren einmal etwas Kurioses: Größere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern oftmals in internen Shops bestimmte Produkte an. T-Shirt und Kaffeetasse sind hier nur die einfachsten Beispiele. NVIDIA verkauft alle eigenen Produkte natürlich auch an die eigenen Mitarbeiter. Dazu... [mehr]

  • Vodafone schaltet erste Gigabit-Anschlüsse über Kabel für 20 Euro

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/VODAFONE_LOGO

    Vodafone versorgt ab sofort die ersten Kunden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s. Das Unternehmen hat hierfür stellenweise sein Kabelnetz auf DOCSIS 3.1 umgerüstet und kann aktuell 400.000 Haushalte mit der schnellen Geschwindigkeit versorgen. Zu den ersten Städten mit der schnellen... [mehr]

  • NVIDIA stellt das GeForce Partner Programm ein

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

    Das NVIDIA GeForce Partner Programm oder kurz GPP sollte Anreize für Boardpartner und letztendlich auch den Käufer einer Grafikkarte schaffen. Doch ein möglicher unerlaubter Wettbewerbsvorteil warf ein eher schlechtes Licht auf das Programm. Nun hat NVIDIA das Programm offiziell eingestellt. Als... [mehr]