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Neue Nummer Eins: Telefónica schließt Übernahme von E-Plus ab

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telefonicaÜber Nacht haben sich die Machtverhältnisse auf dem deutschen Mobilfunkmarkt deutlich verändert. Denn wie Telefónica mitteilt, hat man die Übernahme der E-Plus-Gruppe abgeschlossen. Gemeinsam erreichen die bisherige Nummern Drei und Vier etwa 45 Millionen Mobilfunkkunden, womit der bisherige Spitzenreiter Deutsche Telekom auf den zweiten Platz verdrängt wird; die Bonner erreichen rund 36 Millionen Kunden, Vodafone circa 32 Millionen.

Das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica hatte im Sommer 2013 bekannt gegeben, die deutsche Tochter des niederländischen Rivalen KPN übernehmen zu wollen. Aufgrund von Gegengeboten des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim, der hinter südamerikanischen Mobilfunkunternehmen América Móvil steht, verzögerte sich zunächst die Einigung, zudem wurde der Kaufpreis auf insgesamt 8,5 Milliarden Euro getrieben.

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Aber auch die erforderliche Genehmigung der EU-Kommission wurde später als erwartet erteilt. Denn sowohl die europäischen als auch die deutschen Kartellwächter hatten Bedenken aufgrund der erwarteten Marktmacht angemeldet. Diesen begegnete Telefónica früh mit dem Angebot, unter anderem Teile der eigenen Netzkapazitäten an bis zu drei Mobile Virtual Network Operator - also Provider ohne eigenes Netz wie beispielsweise Mobilcom Debitel - zu verkaufen - der Zuschlag fiel dabei auf den langjährigen Partner Drillisch. Gegen diese Entscheidung legte United Internet Beschwerde ein, was die endgültige Entscheidung aus Brüssel zwar verzögerte, jedoch zu keine Veränderung führte.

Laut Telefónica wird der nun erfolgte Zusammenschluss von O2 und E-Plus für Kunden zunächst keine Auswirkungen haben. Erst in den kommenden Monaten soll „über die Ausgestaltung des Unternehmens sowie die konkrete Umsetzung der operativen Strategie entschieden“ werden. Als sicher gilt, dass die Marken E-Plus und Base langfristig aufgegeben werden. Zudem wurde beriete vor geraumer Zeit bekannt gegeben, dass etwa ein Drittel der zusammen 1.800 Ladengeschäfte aufgegeben und Stellen in unbekannter Höhe gestrichen werden sollen.