> > > > Crytek stand unmittelbar vor der Insolvenz

Crytek stand unmittelbar vor der Insolvenz

Veröffentlicht am: von

crytekDie Lage beim deutschen Entwickler und Publisher Crytek war weitaus dramatischer, als es bislang bekannt war. Gegenüber Eurogamer erklärte Studio-Mitbegründer und Co-Chef Cevat Yerli, dass die Verkleinerung des Unternehmens sowie die verzögerte Begleichung von Forderungen unabdingbar gewesen wären.

Man hat zwei Möglichkeiten, richtig? Entweder man verschiebt Zahlungen - nochmals, verschieben, es ist nicht so, dass sie bezahlt worden währen, sie wurden verschoben, also man verschiebt Zahlungen und rettet das Unternehmen. Oder man steckt das Geld direkt in die Studios und beantragt direkt Insolvenz. Beide Möglichkeiten sind wirklich schlecht. Deshalb müsse man die beste von zwei schlechten Optionen wählen“, so Yerli.

In der Zwischenzeit sei es gelungen, alle Forderungen zu begleichen. Möglich wurde dies nicht nur durch den Verkauf der „Homefront“-Rechte an Koch Media, sondern auch durch die geplante Verkleinerung des Personalstamms sowie in aller erste Linie durch die finanzielle Unterstützung seitens eines unbekannten Investors.

Auf diesen ging Yerli im Gespräch nicht weiter ein, eigene Fehler wurden ebenfalls nicht eingeräumt. Statt dessen erklärte er, die gesamte Spieleindustrie würde sich derzeit in einer „Transformationsphase“ befinden. Aufgrund dieser hätte man sich vor einiger Zeit dazu entschieden, nicht einfach nur Spiele zu entwickeln, sondern komplette „Spiele-Services“ anzubieten. Dies habe jedoch einen großen Teil des Kapitals gebunden, was letztlich zur Schieflage geführt habe.

Nun aber sei man so aufgestellt, dass man sich wieder auf die Umsetzung des eigentlichen Plans konzentrieren könne. Vor diesem Hintergrund sei der Verkauf von „Homefront“ inklusive des eigenen Studios in Großbritannien nicht nur ein schneller Schritt hin zu geringeren Kosten gewesen, sondern auch ein Teil der neuen Strategie.

Inwiefern die neue Offenheit dazu beitragen wird, das Vertrauen in Crytek wieder aufzubauen, bleibt offen. Denn unmittelbar nach den Berichten rund um mögliche finanzielle Probleme wies das Unternehmen, vor allem aber Yerli, sämtliche Meldungen zurück. Noch im Juni ließ man verbreiten, dass die Gerüchte rund um meuternde Mitarbeiter und ausgebliebene Gehaltszahlungen nicht stimmen würden. Wenige Wochen später zeigt sich nun, dass diese in vollem Umfang zutreffend waren.

Social Links

Diesen Artikel bewerten:

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (9)

Diskutiert das Thema in unserem Forum:
Crytek stand unmittelbar vor der Insolvenz

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Vodafone schaltet erste Gigabit-Anschlüsse über Kabel für 20 Euro

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/VODAFONE_LOGO

    Vodafone versorgt ab sofort die ersten Kunden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s. Das Unternehmen hat hierfür stellenweise sein Kabelnetz auf DOCSIS 3.1 umgerüstet und kann aktuell 400.000 Haushalte mit der schnellen Geschwindigkeit versorgen. Zu den ersten Städten mit der schnellen... [mehr]

  • Amazon geht mit manipulierten Paketen gegen Diebe vor

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMAZON

    Amazon hat anscheinend mit immer größeren Problemen beim Diebstahl von Paketen zu kämpfen. Teilweise sollen die Lieferanten die Pakete verschwinden lassen und Amazon bleibt letztendlich auf dem Schaden sitzen. Wie ein Insider berichtet, soll das Unternehmen allerdings in der jüngeren... [mehr]

  • Erste Verkaufspreise für AMDs nextGen-CPUs und -Mainboards aufgetaucht

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD-RYZEN

    Der dänische Online-Versandhändler Komplett.dk nennt knapp drei Wochen vor dem offiziellen Ryzen-3000-Release erste Preise zu AMDs nextGen-Prozessoren und zu X570-Mainboards. In der Vergangenheit wurde sehr viel über die preisliche Ausrichtung für die am 7. Juli 2019 erwarteten Zen-2-CPUs und... [mehr]

  • NVIDIA veröffentlicht geheimnisvollen Teaser zur Computex

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

    NVIDIA hat per Social Media auf Twitter und Facebook sowie auf YouTube einen 16-sekündigen Videoclip veröffentlicht, der mit "something super is coming ..." beschrieben ist. Weitere Details verrät das Unternehmen dazu bisher nicht. Das Video zeigt einen in Metall gefrästen... [mehr]

  • ASUS Software Updates mit Malware verseucht (2. Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/ASUS_LOGO

    Bereits mehrfach hat sich gezeigt, dass Software einiger Systemhersteller nicht wirklich mit Fokus auf eine möglichst hohe Software-Sicherheit entwickelt wird. So gab es bereits mehrfach große Sicherheitslücken in Software von ASUS und Gigabyte. Offenbar gab es bei ASUS aber auch noch andere... [mehr]

  • Gewinnwarnung: Schleppende Geschäfte bei Media Markt und Saturn

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Vierzehn Minuten vor Mitternacht und nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der eigentlichen Quartalszahlen ging der Elektronik-Händler Ceconomy, unter dessen Dach auch Media Markt und Saturn zusammengeführt werden, am Montagabend mit einer weiteren Adhoc-Meldung an die Öffentlichkeit. Der... [mehr]