1. Hardwareluxx
  2. >
  3. Tests
  4. >
  5. Hardware
  6. >
  7. Storage
  8. >
  9. Patriot EVLVR im Test - Thunderbolt-3-SSD zum attraktiven Preis

Patriot EVLVR im Test - Thunderbolt-3-SSD zum attraktiven Preis

Veröffentlicht am: von

patriot evlvr teaserExterner High-Speed-Speicher steht hoch im Kurs und bekommt durch die zunehmende Verbreitung von Thunderbolt 3 weiter Rückenwind. Mit der Patriot EVLVR kommt nun eine neue externe TB3-SSD auf den Markt, die nicht nur mit ihrer Leistung, sondern auch mit einem attraktiven Preis punkten möchte. Ob dafür Kompromisse eingegangen werden müssen, klären wir in unserem Test.

Spätestens seitdem sich mobile Geräte immer weiter als vollwertige Arbeitsgeräte etablieren und mehr und mehr User unterwegs als „digitale Nomaden“ arbeiten, gewinnen externe Speicherlösungen immer weiter an Bedeutung. Je mobiler ein Notebook schließlich ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Massenspeicher verlötet ist und sich der Hersteller bei der Bestellung ein Speicherupgrade saftig bezahlen lässt. Das beste Beispiel hierfür ist sicherlich Apple mit seinen MacBooks. Gerade Nutzer, die viel Platz und noch dazu eine stattliche Performance gesucht haben, um beispielsweise große Video-Projekte auszulagern, schauten schnell in die Röhre. Zwar etablierten sich in der Vergangenheit bereits zahlreiche externe SSD-Lösungen, deren Leistung war allerdings klar durch die USB-Schnittstelle limitiert.

Abhilfe schafft die universell einsetzbare Thunderbolt-3-Schnittstelle, die immer weiter Verbreitung findet und mit der Möglichkeit, eine Bandbreite von 40 GBit/s und gleichzeitig bis zu 100 W durch ein Kabel zu jagen, einige Vorteile bietet. Auf diesem Wege lassen sich nicht nur externe Grafikboxen oder umfangreiche Dockingstations wie die CalDigit TS3 Plus (Test) realisieren, auch das Limit, das externe SSDs bislang ausbremste, wird mühelos aufgehoben.

Was eine externe TB3-SSD zu leisten imstande ist, das zeigte erst vor kurzem die Samsung Portable SSD X5 (Test) eindrucksvoll. Gleichzeitig verlangt sie aber vom Kontostand auch so einiges ab. Interessanter für die breite Masse könnte daher die neue Patriot EVLVR werden, die wir mit einer Kapazität von 512 GB zum Test erhalten haben und die in dieser Dimensionierung mit knapp 270 Euro vergleichsweise günstig daherkommt. Zum Vergleich: Die Samsung Portable SSD X5 kostet rund 80 Euro mehr. Der Grund für diese Differenz zeigt sich bei einem Blick auf die technischen Daten.

Patriot setzt bei der EVLVR mit 512 GB, die genaue Modellbezeichnung lautet PE512GTB3ECSSDR, auf einen Phison PS5008-E8 als Controller. Der Flash stammt aus dem Hause Toshiba. Es kommt TLC V-NAND mit 64 Layern zum Einsatz, es können also 3 Bit pro Zelle gespeichert werden. Einen deutlichen Unterschied zu Samsungs Top-SSDs gibt es bei den angegebenen Transferraten. Während die Südkoreaner von bis zu 2.800 MB/s lesend und 2.300 MB/s schreibend sprechen, sind es bei der Patrior EVLVR 1.600 MB/s lesend und 1.000 MB/s schreibend. Wie es zu diesem Unterschied kommt, ist einfach zu erklären. Beide SSDs sind via NVME angebunden, während Samsung aber auf vier PCI-Express-Lanes zurückgreift, sind es bei Patriot zwei. Entsprechend gespannt darf man sein, wie sich die Unterschiede in der Praxis auswirken.

Das Gehäuse der Patriot EVLVR

Beim Gehäuse-Design hat Patriot frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ gearbeitet. Die externe Thunderbolt-SSD steckt in einem 10,1 x 4,6 x 1,1 cm großen und gerade einmal 88 g schweren Gehäuse aus Aluminium. An den oberen Kanten ist es dezent abgerundet, was für eine etwas gefälligere Optik sorgt. Als einziger Eye-Catcher kann das aufgebrachte EVLVR-Logo betrachtet werden. Damit unterscheidet sich das Design klar von der extrovertierten Samsung X5, was sicherlich nicht jeden Käufer stören wird.

Die matte Oberfläche zeigt sich in unserem Test als recht unempfindlich, denn Fingerabdrücke oder andere Fettflecken treten nicht zum Vorschein. Materialbedingt kann es aber natürlich zu Kratzern kommen, wenn die SSD unachtsam behandelt wird. Unser Testexemplar hatte auf den Stirnseiten einige Kratzer, das lag aber an der Vorserien-Produktion. Offizielle Angaben zu einer IP-Zertifizierung macht Patriot übrigens nicht.

Auf der Unterseite gibt es zwei kleine Standschienen, die dafür sorgen, dass das Gehäuse sicher auf dem Schreibtisch steht. Gleichzeitig ist gut zu erkennen, dass die Übergänge zwischen den beiden Gehäuse-Teilen sauber verarbeitet wurden.

Die Patriot EVLVR besitzt einzig einen TB3-Anschluss in Form der Typ-C-Schnittstelle. Direkt daneben wurde eine Status-LED verbaut. Im Lieferumfang befindet sich ein Thunderbolt-3-Kabel, das mit einer Länge von 25 cm nicht allzu üppig dimensioniert ist. Für Nutzer, die den Massenspeicher ihres Notebooks erweitern wollen, reicht das Gebotene aber aus.

Die Leistung der Patriot EVLVR

Dank der Nutzung des TB3-Protokolls wurde der Flaschenhals „Schnittstelle“ konsequent beseitigt, denn die zur Verfügung gestellten 40 GBit/Sekunde reichen locker aus. Gleichzeitig entscheidet sich Patriot dazu, an einer anderen Stelle auf die Bremse zu treten, denn die Anbindung über zwei PCI-Express-Lanes sorgt für ein spürbares Limit. 

In der Praxis kann es aber je nach Setup vorkommen, dass dieses Limit weniger deutlich ausfällt, als man es nun meinen könnte. Wer die Patriot EVLVR nicht einzeln an einem Notebook betreibt, sondern ein großes Setup, bestehend aus einer externen Grafikbox, einem TB3-Display oder zahlreichen externen Laufwerken betreibt, wird feststellen, dass auch 40 GBit/s durchaus begrenzt sind. Fairerweise muss allerdings auch gesagt werden, dass nur selten alle Geräte ihre maximale Bandbreite gleichzeitig ausschöpfen.

In unseren Benchmarks konnte die Patriot EVLVR mit der zu erwartenden Leistung aufwarten. Im Chrystal Disk Mark konnten wir im sequentiellen Test knapp 1,6 GB/s lesend und rund 1 GB/s schreibend ermitteln, womit die Herstellerangaben als bestätigt angesehen werden können. Nicht ganz so gut kann sich die SSD im AS SSD-Benchmark verkaufen. Hier reicht es zu 1.126 MB/s lesend und 905 MB/s schreibend. Gegenüber USB-SSDs wird aber dennoch ein spürbarer Geschwindigkeits-Vorteil geboten. Unsere Messungen mit dem ATTO Disk Benchmark wiederum zeigen, dass die maximale Leistung bei 1 MB großen Daten abgerufen werden kann. Entsprechend profitieren auch Anwender vom SSD-Speed, die nicht nur mit XXL-Projekten arbeiten. Dei Samsung X5 ist an dieser Stelle aber deutlich überlegen.

Im Idle-Betrieb erwärmt sich das Alu-Gehäuse bereits auf rund 38 °C, wurde aber auch unter lange anhaltender Last nicht mehr wärmer. In unserem Belastungstest fiel die Schreibleistung in ATTO nach 22 am Stück geschriebenen GB von 960 auf 503 MB/s, sackte dann aber auch nicht weiter ab. 

Fazit

Die Patriot EVLVR kann in unserem Test mit einer ordentlichen Leistung aufwarten und stellt ihre maximale Leistung 1 MB großen Dateien bereit - die Samsung X5 beispielsweise schafft das aber noch deutlich früher. Übertragungsraten von rund 1,5 GB/s lesend und rund 1 GB/s schreibend verweisen USB-Geräte klar in ihre Schranken und sorgen dafür, dass auch umfangreiche Datenarchive ohne größere Einschränkungen gehandelt werden können. Klar ist aber auch, dass das gesamte Ökosystem mit der Leistung klarkommen muss. Wer noch eine via SATA angebundene SSD im Einsatz hat, benötigt als Gegenstück auch keine TB3-SSD, da die Datenraten ohnehin nicht ausgenutzt werden können.

Im Gegenzug kann die EVLVR aber nicht mit Samsungs Portable SSD X5 mithalten, die klar die Empfehlung für Nutzer ist, die auf eine maximale Transferrate angewiesen sind. An dieser Stelle macht es sich deutlich bemerkbar, dass Patriot seine SSD nur via PCI-Express x2 anbindet. 

Das kompakte Gehäuse der SSD ist äußerst schlicht und auf das Wesentliche reduziert. Die Verarbeitungsqualität ist prinzipiell gut, bei unserem Testmuster war der Vorserienstatus aber noch zu erkennen. Die Wärmeentwicklung der SSD hat das Case recht gut im Griff, sodass die maximale Leistung über einen für viele Nutzer brauchbaren Zeitraum abgerufen werden kann. 

Der Vorteil der Patriot EVLVR ist ganz klar ihr Preis, denn sie fällt mit rund 260 Euro für 500 GB etwa 80 Euro günstiger als eine Samsung X5 aus und ist aktuell die günstigste 500-GB-SSD mit Thunderbolt 3. Das relativiert dann auch den Geschwindigkeitsunterschied ein Stück weit, denn die günstigeren USB-SSDs schlägt sie mühelos. Das ist uns den Preis-Leistungs-Award wert. Günstiger geht es dann nur mit einer selbst zusammengestellten Lösung, aber darauf hat bekanntlich nicht jeder Nutzer Lust.


Positive Aspekte der Patriot EVLVR:

  • Thunderbolt-3-SSD mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
  • hohe Transferleistung
  • schlichte Optik

Negative Aspekte der Patriot EVLVR:

  • Limitierung durch PCI-Express x2
  • keine Software-Beigaben

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar


Social Links

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Samsung SSD 980 PRO im Test: Mehr EVO als PRO

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/IMG_7578B

    Auch wenn die ersten SSDs mit PCIe4-Interface schon lange erhältlich sind, war vor allem Samsungs Veröffentlichung eines entsprechenden Massenspeichers mit Spannung erwartet. Der Branchenprimus, der durch insgesamt drei Versionen der SSD 970 (PRO, EVO, EVO Plus) immer noch als state of the art... [mehr]

  • Samsung SSD 870 QVO im Test: QLC überzeugt immer noch nicht

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SAMSUNG_870QVO_02B

    Als vor knapp zwei Jahren mit der Samsung SSD 860 QVO eine der ersten QLC-SSDs den Hardwareluxx-Testparcours meisterte, war das Fazit noch sehr verhalten und wir mussten festhalten: QLC überzeugt noch nicht! Jetzt schickt Samsung die 870 QVO ins Rennen, um vieles besser zu machen und um auch mehr... [mehr]

  • Crucial P5 im Test: Crucials bisher schnellste SSD

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/CRUCIAL_P5_01_504E6A975BA442AAA62BDCA85643D28A

    Geht es in unserem Storage-Forum um Empfehlungen für SSDs, fällt meist auch der Name Crucial: Gerade die MX500 für SATA oder die P1 mit QLC-Speicher können sich in ihren Segmenten einer gewissen Beliebtheit erfreuen. Dabei steht bei beiden Laufwerken ein gutes Preisleistungsverhältnis im... [mehr]

  • Synology ändert die Richtlinie zur Verwendung von Festplatten

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SYNOLOGY

    Mit der Markteinführung eigener Festplatten, unter der Artikelbezeichnung HAT5300, hat Synology eine Änderung ihrer Richtlinien zum Betrieb der größeren Enterprise-Produkte bekannt gegeben. Bisher war es bekanntermaßen so, dass Synology – ähnlich wie andere Hersteller – eine... [mehr]

  • Western Digital WD_Black SN850 im Test: Back in Black

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/WD_SN850_100

    Zwar konnte uns die WD_Black AN1500 zuletzt noch etwas besänftigen, doch seit der gemeinsamen Ankündigung einer vollwertigen PCIe4-SSD aus dem Hause Western Digital war natürlich vor allem die SN850 das Objekt der Begierde. Nachdem die ebenfalls lang ersehnte Samsung SSD 980 PRO nicht unbedingt... [mehr]

  • Die Exceria-Reihe von Kioxia im Test: So wie Raider und Twix?

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/KIOXIA_SSD_ROUNDUP_05_6BF37FB1618A45A2994ADBFAB273F71C

    Dass Toshiba seine Speichersparte Anfang 2019 ausgegliedert und umbenannt hat, dürfte sicherlich den meisten Lesern bekannt sein. Ebenfalls dass damit einige Verwirrung um die korrekten Produktbezeichnungen entstand. So bekamen wir zu Beginn des Jahres noch die Toshiba OCZ RC500 von Kioxia,... [mehr]