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Patriot EVLVR im Test - Thunderbolt-3-SSD zum attraktiven Preis

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patriot evlvr teaserExterner High-Speed-Speicher steht hoch im Kurs und bekommt durch die zunehmende Verbreitung von Thunderbolt 3 weiter Rückenwind. Mit der Patriot EVLVR kommt nun eine neue externe TB3-SSD auf den Markt, die nicht nur mit ihrer Leistung, sondern auch mit einem attraktiven Preis punkten möchte. Ob dafür Kompromisse eingegangen werden müssen, klären wir in unserem Test.

Spätestens seitdem sich mobile Geräte immer weiter als vollwertige Arbeitsgeräte etablieren und mehr und mehr User unterwegs als „digitale Nomaden“ arbeiten, gewinnen externe Speicherlösungen immer weiter an Bedeutung. Je mobiler ein Notebook schließlich ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Massenspeicher verlötet ist und sich der Hersteller bei der Bestellung ein Speicherupgrade saftig bezahlen lässt. Das beste Beispiel hierfür ist sicherlich Apple mit seinen MacBooks. Gerade Nutzer, die viel Platz und noch dazu eine stattliche Performance gesucht haben, um beispielsweise große Video-Projekte auszulagern, schauten schnell in die Röhre. Zwar etablierten sich in der Vergangenheit bereits zahlreiche externe SSD-Lösungen, deren Leistung war allerdings klar durch die USB-Schnittstelle limitiert.

Abhilfe schafft die universell einsetzbare Thunderbolt-3-Schnittstelle, die immer weiter Verbreitung findet und mit der Möglichkeit, eine Bandbreite von 40 GBit/s und gleichzeitig bis zu 100 W durch ein Kabel zu jagen, einige Vorteile bietet. Auf diesem Wege lassen sich nicht nur externe Grafikboxen oder umfangreiche Dockingstations wie die CalDigit TS3 Plus (Test) realisieren, auch das Limit, das externe SSDs bislang ausbremste, wird mühelos aufgehoben.

Was eine externe TB3-SSD zu leisten imstande ist, das zeigte erst vor kurzem die Samsung Portable SSD X5 (Test) eindrucksvoll. Gleichzeitig verlangt sie aber vom Kontostand auch so einiges ab. Interessanter für die breite Masse könnte daher die neue Patriot EVLVR werden, die wir mit einer Kapazität von 512 GB zum Test erhalten haben und die in dieser Dimensionierung mit knapp 270 Euro vergleichsweise günstig daherkommt. Zum Vergleich: Die Samsung Portable SSD X5 kostet rund 80 Euro mehr. Der Grund für diese Differenz zeigt sich bei einem Blick auf die technischen Daten.

Patriot setzt bei der EVLVR mit 512 GB, die genaue Modellbezeichnung lautet PE512GTB3ECSSDR, auf einen Phison PS5008-E8 als Controller. Der Flash stammt aus dem Hause Toshiba. Es kommt TLC V-NAND mit 64 Layern zum Einsatz, es können also 3 Bit pro Zelle gespeichert werden. Einen deutlichen Unterschied zu Samsungs Top-SSDs gibt es bei den angegebenen Transferraten. Während die Südkoreaner von bis zu 2.800 MB/s lesend und 2.300 MB/s schreibend sprechen, sind es bei der Patrior EVLVR 1.600 MB/s lesend und 1.000 MB/s schreibend. Wie es zu diesem Unterschied kommt, ist einfach zu erklären. Beide SSDs sind via NVME angebunden, während Samsung aber auf vier PCI-Express-Lanes zurückgreift, sind es bei Patriot zwei. Entsprechend gespannt darf man sein, wie sich die Unterschiede in der Praxis auswirken.

Das Gehäuse der Patriot EVLVR

Beim Gehäuse-Design hat Patriot frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ gearbeitet. Die externe Thunderbolt-SSD steckt in einem 10,1 x 4,6 x 1,1 cm großen und gerade einmal 88 g schweren Gehäuse aus Aluminium. An den oberen Kanten ist es dezent abgerundet, was für eine etwas gefälligere Optik sorgt. Als einziger Eye-Catcher kann das aufgebrachte EVLVR-Logo betrachtet werden. Damit unterscheidet sich das Design klar von der extrovertierten Samsung X5, was sicherlich nicht jeden Käufer stören wird.

Die matte Oberfläche zeigt sich in unserem Test als recht unempfindlich, denn Fingerabdrücke oder andere Fettflecken treten nicht zum Vorschein. Materialbedingt kann es aber natürlich zu Kratzern kommen, wenn die SSD unachtsam behandelt wird. Unser Testexemplar hatte auf den Stirnseiten einige Kratzer, das lag aber an der Vorserien-Produktion. Offizielle Angaben zu einer IP-Zertifizierung macht Patriot übrigens nicht.

Auf der Unterseite gibt es zwei kleine Standschienen, die dafür sorgen, dass das Gehäuse sicher auf dem Schreibtisch steht. Gleichzeitig ist gut zu erkennen, dass die Übergänge zwischen den beiden Gehäuse-Teilen sauber verarbeitet wurden.

Die Patriot EVLVR besitzt einzig einen TB3-Anschluss in Form der Typ-C-Schnittstelle. Direkt daneben wurde eine Status-LED verbaut. Im Lieferumfang befindet sich ein Thunderbolt-3-Kabel, das mit einer Länge von 25 cm nicht allzu üppig dimensioniert ist. Für Nutzer, die den Massenspeicher ihres Notebooks erweitern wollen, reicht das Gebotene aber aus.

Die Leistung der Patriot EVLVR

Dank der Nutzung des TB3-Protokolls wurde der Flaschenhals „Schnittstelle“ konsequent beseitigt, denn die zur Verfügung gestellten 40 GBit/Sekunde reichen locker aus. Gleichzeitig entscheidet sich Patriot dazu, an einer anderen Stelle auf die Bremse zu treten, denn die Anbindung über zwei PCI-Express-Lanes sorgt für ein spürbares Limit. 

In der Praxis kann es aber je nach Setup vorkommen, dass dieses Limit weniger deutlich ausfällt, als man es nun meinen könnte. Wer die Patriot EVLVR nicht einzeln an einem Notebook betreibt, sondern ein großes Setup, bestehend aus einer externen Grafikbox, einem TB3-Display oder zahlreichen externen Laufwerken betreibt, wird feststellen, dass auch 40 GBit/s durchaus begrenzt sind. Fairerweise muss allerdings auch gesagt werden, dass nur selten alle Geräte ihre maximale Bandbreite gleichzeitig ausschöpfen.

In unseren Benchmarks konnte die Patriot EVLVR mit der zu erwartenden Leistung aufwarten. Im Chrystal Disk Mark konnten wir im sequentiellen Test knapp 1,6 GB/s lesend und rund 1 GB/s schreibend ermitteln, womit die Herstellerangaben als bestätigt angesehen werden können. Nicht ganz so gut kann sich die SSD im AS SSD-Benchmark verkaufen. Hier reicht es zu 1.126 MB/s lesend und 905 MB/s schreibend. Gegenüber USB-SSDs wird aber dennoch ein spürbarer Geschwindigkeits-Vorteil geboten. Unsere Messungen mit dem ATTO Disk Benchmark wiederum zeigen, dass die maximale Leistung bei 1 MB großen Daten abgerufen werden kann. Entsprechend profitieren auch Anwender vom SSD-Speed, die nicht nur mit XXL-Projekten arbeiten. Dei Samsung X5 ist an dieser Stelle aber deutlich überlegen.

Im Idle-Betrieb erwärmt sich das Alu-Gehäuse bereits auf rund 38 °C, wurde aber auch unter lange anhaltender Last nicht mehr wärmer. In unserem Belastungstest fiel die Schreibleistung in ATTO nach 22 am Stück geschriebenen GB von 960 auf 503 MB/s, sackte dann aber auch nicht weiter ab. 

Fazit

Die Patriot EVLVR kann in unserem Test mit einer ordentlichen Leistung aufwarten und stellt ihre maximale Leistung 1 MB großen Dateien bereit - die Samsung X5 beispielsweise schafft das aber noch deutlich früher. Übertragungsraten von rund 1,5 GB/s lesend und rund 1 GB/s schreibend verweisen USB-Geräte klar in ihre Schranken und sorgen dafür, dass auch umfangreiche Datenarchive ohne größere Einschränkungen gehandelt werden können. Klar ist aber auch, dass das gesamte Ökosystem mit der Leistung klarkommen muss. Wer noch eine via SATA angebundene SSD im Einsatz hat, benötigt als Gegenstück auch keine TB3-SSD, da die Datenraten ohnehin nicht ausgenutzt werden können.

Im Gegenzug kann die EVLVR aber nicht mit Samsungs Portable SSD X5 mithalten, die klar die Empfehlung für Nutzer ist, die auf eine maximale Transferrate angewiesen sind. An dieser Stelle macht es sich deutlich bemerkbar, dass Patriot seine SSD nur via PCI-Express x2 anbindet. 

Das kompakte Gehäuse der SSD ist äußerst schlicht und auf das Wesentliche reduziert. Die Verarbeitungsqualität ist prinzipiell gut, bei unserem Testmuster war der Vorserienstatus aber noch zu erkennen. Die Wärmeentwicklung der SSD hat das Case recht gut im Griff, sodass die maximale Leistung über einen für viele Nutzer brauchbaren Zeitraum abgerufen werden kann. 

Der Vorteil der Patriot EVLVR ist ganz klar ihr Preis, denn sie fällt mit rund 260 Euro für 500 GB etwa 80 Euro günstiger als eine Samsung X5 aus und ist aktuell die günstigste 500-GB-SSD mit Thunderbolt 3. Das relativiert dann auch den Geschwindigkeitsunterschied ein Stück weit, denn die günstigeren USB-SSDs schlägt sie mühelos. Das ist uns den Preis-Leistungs-Award wert. Günstiger geht es dann nur mit einer selbst zusammengestellten Lösung, aber darauf hat bekanntlich nicht jeder Nutzer Lust.


Positive Aspekte der Patriot EVLVR:

  • Thunderbolt-3-SSD mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
  • hohe Transferleistung
  • schlichte Optik

Negative Aspekte der Patriot EVLVR:

  • Limitierung durch PCI-Express x2
  • keine Software-Beigaben

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Kommentare (3)

#1
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Registriert seit: 29.08.2008

Korvettenkapitän
Beiträge: 2478
Und als "digitaler Nomade" will ich natürlich nen Haufen externes Geraffel mit mir rumschleppen müssen, statt einfach ein Notebooks zu kaufen, das vielleicht nicht ganz so ultra flach und vielleicht 200g schwerer ist, aber dafür auch genügend Speicherplatz mitbringt bzw. wenigstens die Möglichkeit zur Erweiterung des selbigen, ist klar.

Jeder, der sich irgendein Ultrabook kauft, welches möglichst leicht ist, dann aber wieder nen Haufen Zusatzhardware und Adapter mitschleppen muss, weil das Gerät an sich nicht genug Schnittstellen und Speicherplatz bietet, ist aus meiner Sicht ein absoluter Trottel.
#2
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 16427
Zitat
Interessanter für die breite Masse
wird eine SSD mit 512GB auch nicht, wenn sie "nur" 270€ kostet, die breite Masse hat noch gar keine externe SSD und eine gute USB SSD wie die Samsung T5 500GB gibt es ab 120€, also für weniger als die Hälfte. Eine schnelle und gute 500GB M.2 NVMe SSD wie die Samsung 970 Evo 500GB kostet auch so viel, passende Gehäuse wie das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 HDD-Gehäuse M.2 zum USB-Typ C 3.1 36€ (dies bietet dann allerdings nicht so hohe Bandbreite) bzw. 149€ wenn man ein TB3 Gehäuse will, aber deren Preise werden sicher recht bald fallen. Preislich käme man aber auch mit den i-tec MySafe Thunderbolt 3 M.2 NVMe Metal External Case und der 970 Evo auf eben diese 270€. So attraktiv ist der Preis der Patriot EVLVR also nicht.

,Bei den Werten von AS-SSD scheinen mit die 4k_64 schreibend unrealistisch, so viel dürfte bei nur 4k pro Befehl kaum über eine PCIe 3.0 x2 Anbindung gehen und eine SSD die CDM bei QD32T1 oder Q8T8 längst nicht so viel schafft, wird dies bei 4k_64 auch keineswegs erreichen. AS-SSD hat da leider einen Bug, der hat sich bei SATA SSD auch schon oft beim den 4k_64 Lesend Werten gezeigt.

Zitat
Unsere Messungen mit dem ATTO Disk Benchmark wiederum zeigen, dass die maximale Leistung schon bei 256 kb großen Daten abgerufen werden kann.
Nein, zeigen sie sich nicht, da ATTO mit Queue Depth 4 gearbeitet hat, wie es üblich ist und wie man es auf dem Screenshot auch deutlich sieht, es werden also wohl erst bei 1MB großen Zugriffen (die Größe der Datei entspricht insbesondere bei fragmentierten Dateien eben nicht der Größe und kann auch durch andere Faktoren wie die Größe des Puffers limitiert sein) Transferraten nahe der maximal möglichen Werte erreicht.

Zitat
Im Idle-Betrieb erwärmt sich das Alu-Gehäuse bereits auf rund 38 °C, wurde aber auch unter lange anhaltender Last nicht mehr wärmer. In unserem Belastungstest fiel die Schreibleistung in ATTO nach 22 am Stück geschriebenen GB von 960 auf 503 MB/s, sackte dann aber auch nicht weiter ab.
Also wurde das Gehäuse auch bei dem Belastungstest nicht wärme, aber die Schreibrate ist trotzdem gefallen? Seltsam! Im Idle sollte eine SSD nie so warm werden, dass sie schon throttelt und unter Last kann dies zwar bei schlechter Kühlung vorkommen, aber dann sollte sich dies auch auf die Gehäusetemperatur auswirken. Das die die externen SSDs schon bei geringeren Temperaturen throtteln als interne, ist wohl der Tatsache geschuldet das kein Hersteller eine teure Sammelklage wegen verbrannter Finger oder Schreibtischauflagen der Kunden riskieren möchte.

Zitat
stellt ihre maximale Leistung schon bei vergleichsweise kleinen Dateien bereit.
Ist dem oben erklärtem Irrum erschuldet und außerdem sind es bei 128k 976MB/s schreibend und 1,39GB/s lesend, die Samsung X5 hat bei 128k bei ATTO hingegen schon 1,42GB/s schreibend und 2,19GB/s lesend:


Selbst bei nur 32k (QD4 wohlgemerkt) sind es für die Samsung X5 766MB/s lesend und 2,03GB/s lesend, die Patriot EVLVR schafft da 822MB/s schreibend, aber nur 444MB/s lesen, also nicht einmal ein Viertel der Leseperformance bei nicht einmal 10% mehr Schreibperformance. Wie man da zu dem Urteil kommen kann sie würde ihre maximale Leistung schon bei vergleichsweise kleinen Dateien bereitstellen, wird mir ewig ein Rätzel bleiben.

Zitat
mehr als 22 GB am Stück werden wohl nur wenige Nutzer schreiben.
Gilt das auch für:
Zitat
Nutzer, die viel Platz und noch dazu eine stattliche Performance gesucht haben, um beispielsweise große Video-Projekte auszulagern


Also ehrlich, liest keiner Korrektur bei Euren Reviews?
#3
customavatars/avatar7414_1.gif
Registriert seit: 07.10.2003
Franken
Chefredakteur
Beiträge: 9249
Hallo Holt,

danke für die Hinweise. Ich gehe das Review darauf hin noch mal durch. Bzgl. QD4 ist mir ein Fehler unterlaufen.

Zu den Preisen hast du natürlich recht, gleichzeitig möchte aber nicht jeder die Zeit und Recherche investieren und nach einer Eigenbau-Lösung suchen.
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