Seite 2: Die Zotac Sonix SSD im Detail

Das Herz der Zotac Sonix SSD bildet der Phison PS5007-E7-Controller, kurz einfach nur Phison E7. Der E7-Controller unterstützt NVMe 1.2 und ein PCIe-Interface der dritten Generation mit bis zu vier Lanes. Dies sollte das Mainboard auch bereitstellen können, da der Controller und damit auch die Sonix SSD zwar ältere PCIe-Generationen und weniger Lanes unterstützt, dann aber nicht die volle Leistung liefern kann.

Die Zotac Sonix SSD: Debüt des Phison E7-Controllers.

Der Controller selbst ist in 28 nm gefertigt und unterstützt SLC-, MLC- und TLC-Speicher mit einer Gesamtkapazität von bis zu zwei Terabyte, später sollen es bis zu vier Terabyte werden. Der Speicher kann dabei sowohl 2D als auch 3D sein, womit der Phison E7 Controller alle aktuellen Varianten an NAND-Speicher unterstützt. Zotac hat sich bei der Sonix SSD für MLC-Speicher von Toshiba entschieden, der planar (2D) und in 15 nm gefertigt wird. Zotac spezifiziert die Sonix SSD auf 3.000 P/E-Zyklen bzw. eine Schreiblast von 698 TB und liegt damit weit über den Angaben der meisten Consumer-SSDs. Sogar die Intel SSD 750 ist nur für 127 TB TBW spezifiziert, bei der Samsung SSD 950 PRO mit 512 GB sind es immerhin 400 TB TBW.

Die Backplate kühlt die Speicherchips auf der Rückseite der Platine.

Im Datenblatt des E7-Controllers führt Phison auch eine AES-256-Verschlüsselung sowie Unterstützung für TCG Opal auf. Da im Datenblatt der Sonix SSD kein Hinweis auf diese Features vorhanden ist, wurden diese Funktionen für die Sonix SSD wohl nicht freigeschaltet. Zum Zweck der Fehlerkorrektur kommen BCH-Codes zum Einsatz, moderne LDPC-Codes scheint der E7-Controller nicht zu unterstützen.

Ein Kühlkörper führt die Wärme von Controller und Speicher ab.

Nimmt man die Abdeckung ab, kommt darunter ein Kühlkörper zum Vorschein, der sowohl den Controller als auch den Speicher bedeckt. Auf der Rückseite der Abdeckung befindet sich ein schwarzer Filter, der das Eindringen von Staub verhindern soll. Der Kühlkörper ist mit zwei Schrauben befestigt und lässt sich ebenfalls leicht abnehmen.

Speicher (links), Controller (mitte) und Cache (rechts oben) auf der Zotac Sonix SSD.

Auf der Oberseite der Platine kommt der Phison-Controller zum Vorschein, umgeben von vier NAND-Speicherbausteinen und einem DRAM-Chip. Auf der Rückseite der Platine befinden sich vier weitere Speicherbausteine, sodass die Gesamtzahl acht beträgt. Am rechten Ende der Platine lassen sich einige unbestückte Lötstellen erkennen, die offensichtlich für Kondensatoren, also eine Power-Loss-Protection, gedacht sind. Vorstellbar ist, dass Zotac irgendwann eine Enterprise-Version der Sonix SSD auf den Markt bringt, die dieses Feature nutzt – bei einem entsprechenden Aufpreis.

PCI-Express-Laufwerke sollen maximale Performance liefern und haben daher auch einen entsprechenden Energiebedarf. Beim Schreiben erreicht die Zotac Sonix laut Hersteller bis zu 7,27 Watt elektrischer Leistungsaufnahme, die natürlich auch wieder in Form von Wärme abgeführt werden muss. Wir testen die Wärmeentwicklung, indem wir kontinuierlich auf das Laufwerk schreiben und dabei sowohl die Performance als auch die Temperatur messen.

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Bei einer Raumtemperatur von 25 °C erreicht die Zotac Sonix nach zehn Minuten Dauerlast eine Temperatur von rund 75 °C, eine Steigerung von etwas weniger als 25 °C im Vergleich zum Leerlauf. Einen Einbruch der Performance können wir dabei nicht feststellen, die Zotac Sonix ist also ausreichend gekühlt. Die bessere Wärmeabfuhr ist ein wesentlicher Vorteil von Erweiterungskarten wie der Zotac Sonix oder auch der Intel SSD 750 im Vergleich zu M.2-Laufwerken wie der Samsung SSD 950 PRO, die unter starker Last sehr schnell eine thermische Grenze erreichen und ihre Leistung drosseln, um nicht zu überhitzen.

Auch ansonsten ist die Zotac Sonix SSD technisch weitestgehend unkompliziert. Als NVMe-Laufwerk kann sie auch als Bootlaufwerk genutzt werden, solange Mainboard und Betriebssystem das Booten von NVMe unterstützen. Zotac bietet auf der Homepage zwar einen Treiber an, jedoch ist dieser maximal für Windows 8.0 geeignet. Ein Installationsversuch auf einem System mit Windows 8.1 oder neuer wird mit einer Fehlermeldung quittiert, hier soll man laut Zotac den Microsoft-NVMe-Treiber verwenden, der standardmäßig mit dem Betriebssystem mitgeliefert wird.

Der Phison E7-Controller im Detail.

Der Microsoft-Treiber hat allerdings ein Performance-Problem, das man glücklicherweise leicht beheben kann. Dazu muss man im Geräte-Manager in den Richtlinien des Laufwerks die Option „Von Windows veranlasstes Leeren des Geräteschreibcaches deaktivieren“ aktivieren. Die erste Option „Schreibcache auf dem Gerät aktivieren“ muss dafür ebenfalls aktiviert werden. Ohne diese Einstellungen erreichen NVMe-Laufwerke eine miserable Performance beim Schreiben und die Freude über das neue Laufwerk könnte schnell verfliegen, jedoch kann man Zotac hier keinen Vorwurf machen.