Seite 11: Fazit

Die Samsung SSD 950 PRO stellt in vielen Benchmarks alle anderen Laufwerke in den Schatten, vor allem bei der Alltagsleistung. Hier ist die 512 GB Variante der neuen Samsung-SSD 36% Prozent schneller als die Intel SSD 750, die das erste Consumer-Laufwerk nach NVMe-Standard war. Die Intel SSD überholt die 950 PRO wiederum dann, wenn eine sehr hohe Anfragetiefe im Spiel ist, wie man sie eigentlich nur bei Servern, nicht jedoch in Desktop-Umgebungen findet. Das ist wenig überraschend, denn die Intel SSD 750 ist ein Abkömmling aus der Reihe der Enterprise-SSDs von Intel, wohingegen die Samsung 950 PRO von Anfang an für die Bedürfnisse von Consumern und Desktop-Rechnern entwickelt wurde. In unserem Belastungstest schneidet die 950 PRO überraschend gut ab, das 512 GB Modell hält problemlos mit der Intel SSD 750 mit.

Überzeugend: Schneller als mit der Samsung 950 PRO geht es derzeit kaum.

Entsprechend ihrer Herkunft besitzt die Intel SSD 750 auch einen vollständigen Schutz vor Stromausfällen, dieses Feature fehlt bei der Samsung SSD 950 PRO wie bei fast allen Consumer-Laufwerken. Ob Samsung oder Intel ist letztendlich eine persönliche Entscheidung: Die Intel-SSD kommt mit einer Power-Loss-Protection und besitzt als PCIe-Erweiterungskarte bereits einen Kühlkörper. Die Samsung SSD 950 PRO ist günstiger, hat eine höhere Alltagsperformance und ist aufgrund des M.2-Formfaktores flexibler einsetzbar, drosselt ihre Leistung allerdings bei lange anhaltender Belastung. Es wäre schön, wenn Samsung der Retail-Version der 950 PRO eine PCIe-Adapterplatine mit Kühlkörper beilegen würde. Ebenfalls anzumerken ist noch, dass die 1 TB Variante der 950 PRO erst für nächstes Jahr angekündigt ist, wohingegen die Intel SSD 750 bereits jetzt mit 1,2 TB verfügbar ist.

In Sachen Kompatibilität konnten wir bei der Samsung SSD 950 PRO keine Probleme ausfindig machen. Windows 10 konnten wir sowohl auf einem Z97- als auch auf einem Z77-Mainboard installieren und anstandslos booten. Bei Windows 7 waren einige Verrenkungen notwendig, da das 2009 erschienene Betriebssystem im Auslieferungszustand keine NVMe-Unterstützung besitzt – die erste Version des Standards wurde 2011 veröffentlicht. Mit einem NVMe-fähigen Installationsmedium war es dann aber ebenfalls kein Problem, auf beiden Systemen Windows 7 zu installieren und zu booten.

Wird die klassische SATA-SSD jetzt aussterben? Davon ist zumindest mittelfristig nicht auszugehen. Erstens bieten nicht alle Systeme eine Möglichkeit M.2- bzw. PCIe-SSDs anzuschließen, wobei zusätzlich auch noch NVMe unterstützt werden muss. Zweitens ist für ein Laufwerk wie die Samsung SSD 950 PRO natürlich ein deutlicher Mehrpreis zu entrichten, wie üblich bei Highend-Hardware. So liegt die UVP für die Samsung SSD 950 PRO bei 219,99 und 379,99 Euro für die Varianten mit 256 GB und 512 GB. Währenddessen erhält man ab 163 Euro bereits eine 500 GB große Crucial MX200, die immer noch um mehrere Größenordnungen schneller als eine klassische Festplatte ist.

samsung 950pro award small

Positive Aspekte der Samsung SSD 950 PRO:

  • schnellstes Laufwerk im gesamten Testfeld
  • Retail-Produkt mit fünf Jahren Garantie
  • günstiger als die Intel SSD 750
  • sehr gutes Ergebnis beim Belastungstest

Negative Aspekte der Samsung SSD 950 PRO:

  • starke Wärmeentwicklung unter Dauerlast
  • keine Power-Loss-Protection