Seite 2: Die MX-EXPRESS SSD im Detail

Die Mach Xtreme Technology MX-EXPRESS SSD wird über einen PCI-Express-Slot der zweiten Generation und zwei Lanes mit dem Mainboard verbunden. Die Wahl des richtigen Slots ist dabei wichtig, denn das Laufwerk benötigt beide Lanes, um die volle Geschwindigkeit zu erreichen. Das theoretische Maximum eines PCIe 2.0 x2 Slots liegt bei 1000 MB/s, die Bandbreite halbiert sich entsprechend, wenn nur eine Lane zur Verfügung steht.

Ausgeliefert wird die MX-EXPRESS SSD mit einer montierten Low-profile Slotblende. Besitzt man ein Gehäuse, das Steckkarten mit voller Bauhöhe unterstützt, muss man die montierte gegen die mitgelieferte größere Slotblende austauschen. Ein einmaliges Abschrauben der Blende ist ohnehin notwendig, denn das Laufwerk ist – wie üblich – in eine Antistatikfolie eingepackt, diese ist im Auslieferungszustand allerdings über die beiden Schrauben der Slotblende mit dem Laufwerk verschraubt und muss vor Inbetriebnahme selbstverständlich entfernt werden.

Auf der Hauptplatine sind zwei gewöhnliche SATA-SSDs aufgesteckt
Auf der Hauptplatine sind zwei gewöhnliche SATA-SSDs aufgesteckt

Steckt das Laufwerk im Mainboard, kann es losgehen: Die MX-EXPRESS SSD wird ohne weitere Treiberinstallation vom Betriebssystem erkannt (die Herstellerhomepage führt Windows 7 und 8 als kompatible Betriebssysteme). Der verwendete RAID-Controller verzichtet während des Bootvorgangs erfreulicherweise auf lange Initalisierungsroutinen und lässt das System ohne spürbare Verzögerung starten. Apropos Treiber: Das Laufwerk ist zwar ohne zusätzlichen Treiber nutzbar, im Gerätemanager haben wir jedoch auch einen Eintrag mit dem Namen „Marvell Storage Console" und dem bekannten gelben Dreieck vorgefunden, was das Nichtvorhandensein eines Treibers für dieses Gerät signalisiert. Ein Treiber wird von Mach Xtreme Technology auch nicht zur Verfügung gestellt, schließlich wird das Laufwerk als „Driver-less" (treiberlos) vermarktet. Dass eine Konfiguration des RAID-Controllers durch den Endnutzer nicht vorgesehen ist, erklärt zwar das Fehlen des Treibers für die RAID-Konsole – es wäre allerdings schöner, wenn dieser Eintrag im Gerätemanager gar nicht erst auftauchen würde.

Der Aufbau der MX-EXPRESS SSD ist recht einfach: Zwei separate SATA-SSDs mit einer für 2,5-Zoll-Laufwerke üblichen Platinengröße sind über Steckverbinder mit der Hauptplatine verbunden. Auf dieser sitzt auf der Rückseite unter einem fest angeklebten Pad der RAID-Controller. Die Beschriftung ist aufgrund des Pads nicht zu lesen, beim Betriebssystem meldet er sich jedoch als Marvell 88SE9220. Es handelt sich dabei um einen klassischen SATA-RAID-Controller mit zwei 6 Gb/s-Ports. Als Controller auf den beiden SSDs, die über den Marvell-RAID-Controller zu einem RAID 0 verbunden sind, kommt der wohlbekannte SandForce SF-2281 zum Einsatz. Der Flash-Speicher kommt von Intel, die Bezeichnung 29F32B08JCME2 lässt auf MLC-Chips mit einer Speicherkapazität von 256 Gbit und eine Strukturgröße von 2x nm schließen. Ein weiteres Feature, das vielen anderen Laufwerken für den PCIe-Slot fehlt, ist die Unterstützung für den TRIM-Befehl. Der verwendete RAID-Controller von Marvell leitet den TRIM-Befehl jedoch an die zwei aufgesteckten SSDs weiter, sodass die MX-EXPRESS SSD erfreulicherweise TRIM-Unterstützung bietet.

Auf der Rückseite befindet sich unter anderem der RAID-Controller
Auf der Rückseite befindet sich unter anderem der RAID-Controller

Neben dem RAID-Controller befinden sich noch einige weitere Bauteile und viele freie Lötstellen. Diese sind durchgängig mit Cx beschriftet, wobei x für eine Zahl steht. Das „C" steht für Capacitor, also Kondensator. Die große Anzahl an vorgesehenen Kondensatoren legt die Vermutung nahe, dass diese das Laufwerk resistent gegen Stromausfälle machen sollen. Von Mach Xtreme Technology wird zur Zeit jedoch keine Version mit aufgelöteten Kondensatoren verkauft.