Seite 1: Coffee Lake: Overclocking-Check

logo i7 skylakeNach dem ausführlichen Overclocking-Check für Skylake-Prozessoren sowie dem Overclocking-Check für Kaby Lake-Prozessoren ist es nach Veröffentlichung der neuen Generation mit Codenamen Coffee-Lake erneut Zeit für einen Overclocking-Check. Wir werfen einen Blick auf die Übertaktbarkeit der neuen Intel-Prozessoren und geben einen Ausblick auf das, was von der neuen Fertigung in 14-nm++ in Hinblick auf mögliche Taktraten erwartet werden darf. Anhand von drei Intel-Core-i7-8700K-Prozessoren aus dem Einzelhandel überprüfen wir welche Taktraten sich stabil erreichen lassen und testen auch, ob ein Delidding sich wie gewohnt auszahlt. 

Obwohl bis zu sechs Kerne und 12 Threads ein echtes Novum für Intels Mainstream-Plattform sind, so bleiben viele Dinge beim Alten. Die Serienstreuung bei Chips gleicher Art ist auch in dieser Generation erneut ein großes Thema, an das sich erfahrene User sicher schon gewöhnt haben dürften. Für alle anderen sei es an dieser Stelle dennoch erneut erwähnt: OC Ergebnisse unterscheiden sich je nach Chip des namentlich gleichen Produkts teils deutlich und allgemeingültige Aussagen sind daher immer etwas schwierig zu treffen. Zur Erhöhung der Aussagekraft unserer Tests haben wir daher gleich drei Retail-Modelle des neuen Intel Core i7 8700K unter die Lupe genommen und sind sehr gespannt, ob die zwei zusätzlichen Kerne unser Overclocking-Vorhaben erschweren oder nicht. Die CPUs schnallen wir standesgemäß auf ein brandneues ASUS ROG Maximus X Apex, das explizit für Overclocking designt und entwickelt wurde - und für unseren Test ein mehr als würdiger Untersatz ist. Das ASUS ROG Maximus X Apex bietet nicht nur eine ausgezeichnete Spannungsversorgung, die sich sowohl für normales Overclocking als auch für Extreme Overclocking sehr gut eignet. Es gibt auch zahlreiche Spannungsmesspunkte und einen sehr guten Onboard-Komfort in Form von leicht zu erreichenden Buttons und Switches für verschiede OC relevante Funktionen.

Erneut werden wir auch die OC-Ergebnisse aus unserem Forum miteinbeziehen, um so die Aussagekraft des Artikels noch weiter zu erhöhen. Unsere Community ist nämlich ebenfalls wieder kräftig am Übertakten und tauscht sich bereits auf knapp 100 Seiten im Forum über die erreichten Ergebnisse aus. Ein Blick in besagten Thread verrät erneut: Nicht ohne Grund sprechen Übertakter vom Begriff der „Silicon Lottery“ (zu Deutsch „Silizium Lotterie“). Dieser Terminus ist erneut eine ziemlich treffende Umschreibung der Situation: Je nach Generation, Fortschritt und Optimierung der Produktion innerhalb dieser Generation, unterscheiden sich die Chips teils deutlich in der Güte - und somit unterscheiden sie sich natürlich auch bezüglich der zu erwartenden Overclocking-Ergebnisse.

Auch bei Coffee Lake gilt wieder: Oft wird bestimmten Batches oder Lot- bzw. Seriennummern eine besondere OC-Tauglichkeit nachgesagt. Solche CPUs stehen dann bei der Overclocking-Gemeinde natürlich besonders hoch im Kurs, auch wenn dennoch eine gewisse Varianz im Spiel ist - denn diese Charakteristika sind nicht immer eindeutig und bestenfalls eine ungefähre Prognose. Im Zweifelsfall gibt nur der finale OC-Test selbst endgültige Klarheit darüber, ob sich der Chip außerordentlich gut für OC eignet oder nicht. Der Trend, dass Intels Prozessoren in Hinblick auf diese Schwankungen in den letzten Jahren immer ein kleines Stück homogener geworden, setzt sich auch diese Generation fort. Ohne den Ergebnissen des Tests zu viel vorweg greifen zu wollen, lässt sich schon festhalten, dass größere Unterschiede nicht mehr vorhanden sind.

Zum Abschluss des OC-Checks werden wir erneut eine der CPUs “köpfen” (d.h. den Heatspreader entfernen, auch als "Delid" bekannt) und untersuchen, ob sich der Austausch des TIM (Thermal Interface Material) der CPU erneut lohnt und die Temperaturen im bekannten Maße verbessert - und ob durch diesen durchaus riskanten Eingriff tatsächlich bessere Overclocking Ergebnisse zu erwarten sind.

Unsere Testprobanden für diesen Übertaktungstest sind drei Intel Core i7-8700K mit folgenden Batchnummern:

  • Intel i7 8700k #L729C231 #1
  • Intel i7 8700k #L729C231 #2
  • Intel i7 8700k #L729C229

Bei den Prozessoren handelt es sich um drei Retail-Modelle, die aus den üblichen Einzelhandelskanälen von einem großen Händler erworben wurden.