Seite 10: Fazit

Wie gewohnt wollen wir zum Abschluss dieses Artikels die gewonnenen Erkenntnisse erneut mit den Ergebnissen und Erfahrungen unserer Leser und der gesamten Community vergleichen. Diese ist ebenfalls schon kräftig am Übertakten und tauscht sich in unserem Forum bereits auf über 100 Seiten über die erreichten Ergebnisse aus.

Unsere Ergebnisse decken sich weitestgehend mit denen unserer Community. Nahezu alle i7-8700k Prozessoren schaffen mit einer Kernspannung von bis zu 1,4V einen Takt von 4,9 GHz - auch mit eher schwächer dimensionierten AiO-Wasserkühlern oder Luftkühlern. Ab 5,0 GHz verweigerten die ersten Exemplare ihren Dienst - zumindest, wenn die Kernspannung unterhalb von 1,4V bleiben soll. Erneut spielt die Kühlung des Chips in diesem Bereich eine zunehmend wichtigere Rolle - eine sehr potente Luft- oder Wasserkühlung wird hier fast schon zur Pflicht. Alternativ können die Temperaturen natürlich auch, wie von uns im Laufe des Artikels untersucht wurde, durch das Köpfen/Deliding der CPU deutlich verbessert werden. Doch der Eingriff ist natürlich ein gewisses Wagnis und daher nur für risikofreudige Nutzer zu empfehlen.

Weiterhin spielt es eine große Rolle wie der Nutzer die Stabilität des Chips überprüft. Die Unterschiede zwischen Non-AVX-, AVX- und FMA3-Tests sind gerade was den Verbrauch und die Hitzeentwicklung angeht enorm - vergleichbar sind also nur Ergebnisse, die auch auf einem Stresstest mit denselben CPU-Instructions basieren.

Das Erreichen der "magischen Grenze" von 5 GHz, das viele Nutzer sicherlich wieder sehr reizen wird, bleibt dagegen wohl ca. 50 % aller CPUs vorbehalten. Erneut spielt hier die Kühlung der CPU eine wichtige Rolle, denn je heißer die Chips werden desto mehr Spannung benötigen sie zum Erreichen des gewünschten Taktes. Einen noch höheren Takt erreichen dann sehr wenige Ausnahme-Chips - und meist nur geköpfte Exemplare, die von einer sehr potenten Wasserkühlung auf Temperatur gehalten werden. Unter solchen idealen Umständen sind dann bei sehr wenigen CPUs selbst mit AVX2-Instructions bis zu 5,2 GHz zu erreichen.

Einen gewissen Einfluss auf die zu erreichenden Ergebnisse hat erneut auch die Auswahl des Mainboards als Untersatz für die CPU. Speziell auf Overclocking ausgerichtete und optimierte Mainboards, wie das in diesem Artikel verwendete ASUS ROG Maximus X Apex, begünstigen die Overclocking Ergebnisse und erlauben das Erreichen desselben Taktes mit deutlich weniger Spannung, oder aber das Erreichen eines höheren Taktes mit derselben Spannung als günstigere Exemplare. Dies ist den verwendeten Bauteilen, der jeweils besseren und stärker dimensionierten Spannungsversorgung sowie den optimierten UEFI-Versionen geschuldet.

Ob sich diese Ergebnisse in Bezug auf das Overclocking-Potential mit neueren Chargen ändern werden, ist erneut schwer abzuschätzen. Wer sich diesbezüglich in Zukunft informieren möchte, der sei erneut auf unseren Sammelthread im passenden Unterforum verwiesen.

Abschließend wollen wir an dieser Stelle noch einmal die gewonnenen Erkenntnisse dieses Artikels in zusammenfassender Form rekapitulieren:  

Abschließende Erkenntnisse des Overclocking-Checks:

  • Undervolting lohnt sich je nach Chip wieder deutlicher, da die meisten Mainboards die Spannungen sehr konservativ und hoch einstellen
  • Coffee Lake lässt sich wie Kaby Lake, trotz zwei Kernen und vier Threads mehr, sehr gut übertakten
  • Der Sweetspot der meisten Coffee Lake CPUs liegt vermutlich zwischen ca. 4,8 und 4,9 GHz 
  • Das Köpfen/ein Delid der CPU bringt bis zu 18,5 °C bessere Temperaturen, bleibt für die meisten User aber zu riskant