Seite 4: Testsystem, Methodik und Ergebnisse

Testsystem

Zur Veranschaulichung der Auswirkungen des Eingriffs werfen wir erneut einen Blick auf die bereits beim Kaby Lake OC Check gewonnenen Erkenntnisse:

Testsystem
Prozessor Intel Core i7-7700K
CPU Kühler Phanteks PH-TC14PE_GD
Mainboard ASUS ROG Maximus IX Apex
Arbeitsspeicher 32GB Corsair Vengeance LPX DDR4-2666 CL16
Grafikkarte EVGA GeForce GTX 1080 ACX
Festplatte Samsung SSD 850 Pro 1TB
Netzteil Seasonic PRIME 850W
Gehäuse Cooler Master CM 690 II
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX-4
Gehäusebelüftung 2x be quiet! Silent Wings 140mm (Deckel)
2x be quiet! Silent Wings 120mm (Vorne & Hinten)
Betriebssystem Windows 7 Ultimate x64 (Service Pack 1)

Stabilitätstest und Messungen

Als Stabilitätstest kommt jeweils ein halbstündiger Prime 27.9 Run mit einer Custom FFT Size von 1344k zum Einsatz. Dieser hat sich als besonders anspruchsvoll und somit geeignet für das Ausloten der Kernspannung (VCore) erwiesen und gibt in relativ kurzer Zeit schon Aufschluss darüber, ob das System annähernd stabil läuft oder nicht. Meist braucht es nur sehr wenig bis gar keine zusätzlich VCore mehr, damit das System endgültig und in allen Lebenslagen stabil läuft.

skylake1s

Prime 27.9 macht Gebrauch von den AVX2-Instructions und ist daher relativ praxisrelevant. Auf eine neuere Prime-Version der 28er-Serie wird in diesem Artikel bewusst verzichtet, da die FMA3-Instructions für die meisten Nutzer nach wie vor keine wirkliche Praxisrelevanz besitzen und die CPU mit diesen nur übermäßig belastet worden wäre. Entsprechend hätten die Tests damit zu unverhältnismäßig hohen Stabilitätsanforderungen geführt, die für den Praxisbetrieb in den meisten Fällen gar keine Rolle spielen. Wer seinen eigenen Prozessor diesbezüglich noch testen möchte, kann dies aber natürlich gerne tun. 

Sämtliche Verbrauchsmessungen sind Messungen des Gesamtstromverbrauchs aus der Steckdose, also nicht nur die CPU-Stromaufnahme, sondern den Verbrauch sämtlicher Komponenten zuzüglich des Wirkungsgrades des Netzteils. 

Ergebnisse

Um zu untersuchen, ob sich die Kerntemperaturen durch den Eingriff signifikant verbessern und sich dadurch auch die Overclocking-Möglichkeiten verbessern lassen, haben wir den hitzigsten Probanden des damaligen Vergleichs - die CPU mit der Batch L644G993 - enthauptet und weiteren Tests unterzogen.

Die Auswirkungen auf die Temperaturen untersuchten wir bei folgenden Settings. Die CPU lief während dieser Tests mit einem Takt von 4,9 GHz und einer Kernspannung von 1,328 V.

Diese Auswirkung auf die Temperaturen konnten wir feststellen:

Kerntemperatur (im Durchschnitt)

4,9 GHz, Last (Prime 27.9 1344k)

59.5 XX


81.75 XX


Grad Celsius
Weniger ist besser

Der Kerntemperaturen sind durch den Eingriff also, unter Berücksichtigung und Einberechnung der Raumtemperatur, im Durchschnitt um ganze 22,25 °C zurückgegangen! Ein beachtliches Ergebnis, wie wir finden. Doch haben die gesunkenen Temperaturen erneut eine Auswirkung auf die Übertaktbarkeit des Prozessors und den Verbrauch? 

VCore (Kernspannung)

4,9 GHz, Last (Prime 27.9 1344k)

1.296 XX


1.328 XX


V (Volt)
Weniger ist besser

Verbrauch (Gesamtsystem)

4,9 GHz, Last (Prime 27.9 1344k)

157 XX


168 XX


W (Watt)
Weniger ist besser

Die benötigte Kernspannung ist also um 32 mV von 1,328 V auf 1,296 V gesunken und der Verbrauch des Gesamtsystems ist ebenfalls von 168 W auf nur noch 157 W gesunken.

Weiterhin war es nach dem Eingriff erstmals möglich, die CPU stabil auf 5,0 GHz zu betreiben. Dazu nötig war eine Kernspannung von 1,376 V bei einem Verbrauch von 179 W.

Ob sich das Risiko und der Garantieverlust für die gesunkenen Temperaturen, den leicht gesunkenen Verbrauch und das leicht gestiegene Übertaktungspotential lohnen, muss im Endeffekt jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Eine allgemeingültige Aussage kann dazu an dieser Stelle nicht getroffen werden.