Seite 10: Fazit

Zum Abschluss dieses Artikels wollen wir die gewonnenen Erkenntnisse erneut mit den Ergebnissen und Erfahrungen unserer Leser und der gesamten Community vergleichen, denn diese ist ebenfalls schon kräftig am Übertakten und tauscht sich bereits auf über 200 Seiten im Forum über die erreichten Ergebnisse aus.

Die Eindrücke aus unserer Community bestätigen unsere Ergebnisse weitestgehend. Nahezu alle i7-7700k Prozessoren schaffen mit unter 1,4 V Kernspannung bis zu 4,8 GHz - auch mit eher schwächer dimensionierten AiO-Wasserkühlern oder Luftkühlern. Ab 4,9 GHz verweigerten die ersten Exemplare aber bereits ihren Dienst - zumindest wenn die Kernspannung unterhalb von 1,4V bleiben soll. Weiterhin spielt die Kühlung des Chips in diesem Bereich eine zunehmend wichtigere Rolle - eine sehr potente Luft- oder Wasserkühlung wird hier fast schon zur Pflicht. Alternativ können die Temperaturen natürlich auch, wie von uns im Laufe des Artikels untersucht wurde, durch das Köpfen/Deliding der CPU deutlich verbessert werden. Doch der Eingriff ist natürlich ein gewisses Wagnis und daher nur für risikofreudige Nutzer zu empfehlen.

Das Erreichen der magischen Grenze von 5 GHz, das viele Nutzer sicherlich sehr reizen wird, bleibt dagegen wohl ca. 35 % aller CPUs vorbehalten. Erneut spielt hier die Kühlung der CPU eine wichtige Rolle, denn je heißer die Chips werden desto mehr Spannung benötigen sie zum Erreichen des gewünschten Taktes. Einen noch höheren Takt erreichen dann sehr wenige Ausnahme Chips - und meist nur geköpfte Exemplare, die von einer sehr potenten Wasserkühlung auf Temperatur gehalten werden. Unter solchen idealen Umständen sind dann bei sehr wenigen CPUs bis zu 5,2 GHz zu erreichen.

Einen gewissen Einfluss auf die zu erreichenden Ergebnisse hat natürlich auch die Auswahl des Mainboards als Untersatz für die CPU. Speziell auf Overclocking ausgerichtete und optimierte Mainboards, wie das in diesem Artikel verwendete ASUS ROG Maximus IX Apex, begünstigen die Overclocking-Ergebnisse und erlauben das Erreichen desselben Taktes mit deutlich weniger Spannung, oder aber das Erreichen eines höheren Taktes mit derselben Spannung als günstigere Exemplare. Dies ist zum einen den verwendeten Bauteilen, der jeweils besseren und stärker dimensionierten Spannungsversorgung sowie optimierten UEFI Versionen geschuldet.

Ob sich diese Ergebnisse mit neueren Chargen bzw. den nächsten Großauslieferung in Bezug auf das Overclocking-Potential ändern werden, ist derzeit schwer abzuschätzen. Generell sieht es bisher aber tatsächlich so aus, als würden viele Chips der älteren Batches tendenziell besser laufen. Besonders hoch im Kurs der Community sind derzeit die Batches L643G214, L643G218 sowie L650D062.

Abschließend wollen wir an dieser Stelle noch einmal die gewonnenen Erkenntnisse dieses Artikels in zusammenfassender Form rekapitulieren:  

Abschließende Erkenntnisse des Overclocking-Checks:

  • Die meisten Mainboards setzen Spannungen automatisch deutlich vernünftiger und konservativer
  • Undervolting lohnt sich daher je nach Chip etwas, aber bei weitem nicht mehr so deutlich wie noch zuvor bei Skylake
  • Kaby Lake besitzt im Vergleich zu Skylake eine deutlich bessere Übertaktbarkeit, vergleichbar mit dem Haswell Refresh mit Codenamen "Devil's Canyon"
  • Der Sweetspot der meisten Kaby Lake-CPUs liegt vermutlich bei ca. 4,7 Ghz 
  • Köpfen/Delid der CPU bringt bis zu 22,25 °C bessere Temperaturen, ist für die meisten User aber zu riskant