Seite 8: Skalierung

Nach Betrachtung der einzelnen Taktstufen und Tests für sich, ist es nun an der Zeit die Ergebnisse zusammenzusetzen und abschließend zu betrachten bzw. diese richtig einzuordnen. Zu diesem Zwecke haben wir die Ergebnisse der durchgeführten Tests anschaulich als Diagramm aufgearbeitet. Dies soll vor allem dabei helfen die Skalierung der Prozessoren möglichst einfach betrachten sowie vergleichen zu können. 

Betrachten wir also zunächst die Skalierung der Kernspannung unserer drei Probanden, also der VCore:

VCore Skalierung

Das Diagramm ruft uns ins Gedächtnis, was während der Overclocking Tests schon festzustellen war:

Die Skalierung unserer drei Probanden verläuft zunächst bis 4,7 GHz linear und in 32 mV Schritten. Ab dem Sweetspot von 4,7 GHz verläuft die Skalierung schon deutlich schlechter und auch je nach CPU sehr unterschiedlich. Während unser bester Proband mit der Batch L643G218 ein sehr hohes Übertaktungspotential zeigt und bis zum Takt von 5 GHz mit 48 mV pro 100 MHz noch relativ gutmütig und halbwegs linear weiterskaliert, so brauchen die anderen beiden Probanden mit jeweils 64 mV pro 100 MHz schon deutlich mehr Spannung. Am Ende trennen die beste und schlechteste CPU unseres Testfeldes ganze 96 mV voneinander.

Unserer ersten CPU der Batch L643G218 lässt sich also ein sehr hohes OC-Potential bescheinigen: Selbst der Betrieb mit 5 GHz ist, abgesehen von den schon recht hohen Temperaturen, recht problemlos möglich. Ein sehr gutes Ergebnis und eine CPU, auf die jeder Käufer mit Interesse an OC hoffen dürfte. Auch unser zweiter Proband, ebenfalls mit der Batch L643G218, ist als überdurchschnittliche CPU zu werten, auch wenn die Skalierung hier schon leicht schlechter verläuft. Die dritte CPU im Bunde zeigt nochmal etwas weniger OC-Potential, erreicht aber dennoch ebenfalls 5 GHz - wenn auch nur denkbar knapp unterhalb der von uns gesetzten Obergrenze von 1,40 V.

Als nächstes betrachten wir nun den Verbrauch und dessen Skalierung mit dem jeweils erreichten Takt:

Verbrauchs Skalierung

Im Vergleich zum Verlauf der Kernspannung fällt bei der Betrachtung des Verbrauchs sofort auf, dass dieser weniger gnädig skaliert und - je nach CPU - ab 4,7 bzw. 4,8 GHz bereits deutlich in die Höhe geht.

Der Sweetspot, also der Punkt an dem die gebotene Leistung noch in perfektem Einklang mit der dafür aufgewendeten Energie steht, scheint daher bei allen drei Probanden bei 4,7 GHz zu sein, obwohl natürlich auch der Betrieb mit 4,8 GHz bei zumindest zwei der Probanden ähnlich energieeffizient und so problemlos zu rechtfertigen ist. Möchte man noch mehr Leistung erkauft man sich diese mit einer deutlich schlechteren Energieeffizienz und einem merklich ansteigenden Verbrauch.