Seite 1: Huawei MateBook E im Test: Besser, aber noch nicht perfekt

Mit dem MateBook betrat Huawei im vergangenen Jahr den boomenden Markt der 2-in-1-Rechner. Vieles machte die erste Generation richtig, an einigen Stellen war die fehlende Erfahrung aber unübersehbar. Inzwischen hat man mit dem MateBook E eine überarbeitete Version in den Handel gebracht. Von einem komplett neuen Gerät kann man aber nicht sprechen. Denn in erster Linie wurden lediglich Kritikpunkte beseitigt, weshalb die Bezeichnung Modellpflege passender wäre. Dass die aber nicht völlig ausreicht, zeigt der Test.

Anders als vor einem Jahr wird das MateBook E in Deutschland nur in einer Konfiguration angeboten. Käufer müssen dementsprechend mit einem Intel Core i5-7Y54, 4 GB RAM sowie einer 256 GB fassenden SSD auskommen. Im Gegenzug gehört das MateDock 2 nun zum Lieferumfang, vor einem Jahr verlangte Huawei für das MateDock der ersten Generation noch knapp 100 Euro extra. Unter dem Strich werden nun unverbindliche 1.199 Euro verlangt, im Handel werden inzwischen teilweise nur noch knapp 1.100 Euro fällig.

Da das MateBook E in weiten Teilen dem MateBook entspricht, beschränkt sich der Test auf offensichtliche und mögliche Änderungen. Dazu gehören der neue Prozessor, das überarbeitete Tastatur-Dock sowie das Display. Letzteres weicht in Bezug auf die Messwerte so stark vom ersten MateBook ab, dass eine Zweitbetrachtung nicht uninteressant ist - obwohl es sich laut Huawei um das gleiche Panel handelt.

Kaby Lake statt Skylake, MateDock 2 statt MateDock

In Bezug auf die Hardware ist der Wechsel des Prozessors die wichtigste Änderung. Vertraute Huawei beim ersten MateBook noch auf die seinerzeit aktuelle Skylake-Generation, entstammt der nun verbaute Chip der Kaby-Lake-Reihe. Nach wie vor handelt es sich dabei um einen Core m, auch wenn das Namensschema dies inzwischen verschleiern soll. Die technischen Details machen aber deutlich, um was es sich beim Core i5-7Y54 tatsächlich handelt.

Der Arbeitsspeicher fasst 4 GB, was nur bedingt weniger als beim MateBook ist. Zwar steckten im für den Test bereitgestellten MateBook 8 GB, die ebenfalls verkaufte Elite-Variante musste aber mit 4 GB auskommen. Entsprechend überrascht es, dass das MateBook E mit einer 256 GB großen SSD ausgeliefert wird, das Elite-Modell musste mit der Hälfte der Kapazität auskommen.

Unverändert geblieben ist das Schnittstellen-Angebot. Drahtlos kann das MateBook im WLAN (802.11ac) und per Bluetooth (4.1) agieren, hinzu kommen je eine Audio- und USB-Typ-C-Buchse. Hinter letzterer verbirgt sich USB 3.1 Gen 1. Dank des zum Lieferumfang gehörenden MateDock 2 lassen sich je einmal USB 3.1 Gen Typ-A und Typ-C, VGA und HDMI nachrüsten. Einen Kartenleser gibt es nicht - ein Punkt, den wir schon im Test des MateBook X kritisiert haben. Auf der Front des Tablets sitzt erneut eine 5-Megapixel-Webcam, die wieder nur eine ausreichende Bildqualität liefert. Die im oberen Gehäuserand platzierten Stereo-Lautsprecher neigen früh zu Verzerrungen und decken den mittleren und tiefen Frequenzbereich nur unzureichend ab. Daran ändert auch die Dolby-Audio-Premium-Zertifizierung nichts.

Bekanntes Gehäuse und neues Tastatur-Dock

Bis auf zwei Details unverändert geblieben ist das Gehäuse der Tablet-Einheit. Die bringt es erneut auf 278,8 x 194,1 x 6,9 mm und 640 g und besteht komplett aus Aluminium. Das Design stimmt mit dem das MateBook überein, entsprechend kann man erneut von einer eleganten und zurückhaltenden Linienführung sprechen. Mit 12 mm fallen die Display-Ränder wieder vergleichsweise schmal aus, Tasten und Anschlüsse sind wieder gut verteilt. So sitzt die Standby-Taste wieder im oberen Rand, Lautstärkewippe und der dazwischen platzierte Fingerabdrucksensor - es handelt sich leider nicht um die im MateBook X verbaute Lösung - wieder in der rechten Seite. Audio-Buchse und Typ-C-Port warten hingegen jeweils unten links und rechts.

Neu ist die elektrische Verbindung zwischen Tablet und Tastatur-Dock. Anstelle von sieben gibt es nun nur noch drei Kontakte. Das soll es laut Huawei leichter machen, Tablet und Dock miteinander zu verbinden. Für einen sicheren Halt sorgen wieder Magnete, die auch beim Verbinden helfen. Die zweite minimale Änderung: Anstelle des Huawei-Logos prangt auf der Rückseite nun der Hersteller-Schriftzug.

Das Tastatur-Dock selbst ist hingegen komplett neu, auch wenn es im Vergleich zum MateBook nur leicht verändert wirkt. Wichtig ist hier vor allem die neue Arretierung: Nach wie vor fungiert der Deckel als Stütze, das neue Scharnier erlaubt nun aber beliebige Öffnungswinkel zwischen 0 und 160° - zuvor gab es nur zwei vorgegebene Winkel. Dadurch lässt sich das MateBook E gut an die jeweiligen Erfordernisse anpassen, ein ins Gehäuse integrierter Kickstand wie beispielsweise beim Acer Switch 7 Black Edition wäre aber dennoch eine bessere Lösung. Hinzu kommt, dass das Arbeiten auf dem Schoß oder vergleichbaren Untergründen trotz des neuen Scharniers nur mit Komforteinbussen möglich ist. Das liegt aber weniger an Huawei im Speziellen, sondern an der Geräte-Art an sich. Hier sind Docking-Lösungen mit festen mechanischen Verbindungen wie beispielsweise beim Surface Book die deutlich bessere Wahl.

Das neue Scharnier führt aber auch noch zu einer anderen, eher unbedeutenden Änderung. Während die Hülle beim Matebook bedingt durch den alten Aufstellmechanismus noch komplett um das Tablet verlief, bleibt der oberen Rand nun unbedeckt.

Im Zuge der Neuentwicklung des Tastatur-Docks hat Huawei aber auch die Eingabegeräte überarbeitet. Auffällig ist dies vor allem bei der Tastatur. Setzte man beim MateBook noch auf möglichst große Tasten und geringe Tastenabstände, ist es nun umgekehrt. Mit einer Fläche von 16 x 16 mm und einem Abstand von 3 mm gleicht das Layout nun dem, was bei Notebooks üblich ist - und gleicht sich dem MateBook X an. Übernommen hat man hingegen Druckpunkt und Hub. Beides ist nahezu ideal gewählt, was für ein knackiges Tippgefühl sorgt. Die Beschriftung der Tasten ist erneut gelungen und wirft keine Fragen auf, die gleichmäßige und insgesamt dreistufige Hintergrundbeleuchtung erleichtert das Arbeiten in dunklen Umgebungen.

Etwas kleiner geworden ist das Touchpad, vermutlich aufgrund des Platzmehrbedarfs der Tastatur. Mit 91 x 59 mm ist die berührungsempfindliche Fläche aber gerade noch ausreichend groß, wenn man sich daran gewöhnt hat. Im Test wurden Eingaben in der Regel präzise erkannt und umgesetzt. Auch, da die Gleiteigenschaften überzeugen. Verbessert man die beiden integrierten Tasten. Bemängelten wir beim MateBook noch die Erkennungsrate der rechten Taste, arbeitet diese beim MateBook E zuverlässig; Druckpunkt und Hub sind bei beiden gut gewählt. Leider weist das Touchpad im unteren Bereich aber etwas zu viel Spiel auf. Ebenso fehlt eine optische Trennung zwischen beiden Tasten.