Seite 1: Dell XPS 13 mit Infinity Display im Test

dell xps 13 9343 07 950x633Viele Worte muss man über das neue XPS 13 eigentlich nicht mehr verlieren. Schließlich war Dells kleines Notebook einer der Stars der diesjährigen CES, durchaus zurecht mit diversen Best-of-Show-Awards ausgezeichnet. Nun musste das System mit der internen Modellbezeichnung 9343 aber abseits des Scheinwerferlichts den Testparcours auf der Suche nach Schwachstellen durchlaufen. Werden die hohen Erwartungen erfüllt?

Denn wie die Vergangenheit zeigt, können zwischen Präsentation und Realität deutliche Lücken klaffen. Schlechter als versprochen ausfallende Laufzeiten, enttäuschende Displays statt brillanter Anzeigen, störende Lüfter statt nervenschonender Ruhe. Und tatsächlich: Nach den ersten Teststunden deutete sich genau dies auch beim XPS 13 an. Doch wie sich herausstellte, waren lediglich fehlerhafte Treiber sowie ein noch nicht ausgereiftes BIOS Schuld an den schlechten Werten. Ein paar Updates später sah es dann deutlich besser aus.

Klein, aber ausreichend groß

Doch vor den Messwerten steht das Gehäuse - eines von drei Highlights des neuen XPS 13. Das Notebook bringt es trotz 13,3 Zoll messenden Displays auf gerade einmal 304,0 x 200,0 x 15,0 mm, Apples MacBook Air in der 11-Zoll-Ausgabe misst immerhin auch schon 300,0 x 192,0 x 17,0 mm, Lenovos Yoga 3 Pro - das ebenfalls als sehr kompakt gilt - schafft 330,0 x 228,0 x 12,8 mm; der Vorgänger 9993 des neuen Modells brachte es auch 316,0 x 205,0 x 18,0 mm. Der Grund für die geringen Abmessungen des XPS 13 ist kein Hexenwerk, sondern nach Angaben der Texaner harte Ingenieursarbeit. Denn zusammen mit Sharp hat man etlichen Stunden in die Entwicklung eines Panels gesteckt, das mit einem möglichst dünnen Rahmen auskommt. Das Ergebnis sind rechts, links und oberhalb der Anzeige 5,2 mm, die den Bildschirm selbst vom äußersten Rand des Deckels trennen. Auswirkungen hat dieses Schrumpfen entsprechend auf das gesamte System. Denn wenn weniger Platz zur Verfügung steht, müssen Einbußen in Kauf genommen werden. Dell hat es an dieser Stelle jedoch geschafft, diese für den Nutzer so unauffällig wie möglich zu gestalten.

Ein mittlerweile bekannte Bild: Ds XPS 13 oben, ein MacBook Pro mit 13 Zoll unten
Ein mittlerweile bekannte Bild: Ds XPS 13 oben, ein MacBook Pro mit 13 Zoll unten

So bietet der Innenraum natürlich weniger Platz als bei einem 13-Zoll-Notebook üblich, die Tastatur bietet aber den gewohnten Komfort. Mit 14 x 14 mm fallen die wichtigsten Tasten zwar minimal kleiner (9993: 15 x 16 mm) aus, der Abstand fällt mit 4 mm aber identisch aus. Weitaus wichtiger ist jedoch, dass der Schreibkomfort das bekannt hohe Dell-Niveau erreicht. Der Druckpunkt ist bei allen Tasten identisch und vor allem nahezu ideal, ebenso überzeugt der Hub. Für weitere Pluspunkte sorgen die gleichmäßige und in zwei Stufen regulierbare Beleuchtung sowie die klare Beschriftung. Die erwähnten Abstriche betreffen im Falle der Tastatur die zu klein geratenen Tasten in der obersten Reihe sowie einige schmaler als üblich gestalteten Elemente, die aber in der Regel seltener genutzt werden.

Erstklassige Eingabegeräte: Tastatur mit hohem Komfort, Touchpad mit exzellenten Eigenschaften
Erstklassige Eingabegeräte: Tastatur mit hohem Komfort, Touchpad mit exzellenten Eigenschaften

Anders sieht es beim Touchpad aus, hier ist von Einbußen nichts zu erkennen, mit 105 x 600 mm fällt es sogar etwas größer als beim Vorgänger aus. Und auch hier hat Dell an der hohen Qualität festgehalten: Eingaben werden präzise erkannt, die Gleiteigenschaften sind hervorragend. Zudem verfügen die beiden integrierten Tasten über klar definierte Druckpunkte, einen optimalen Hub sowie eine optische Unterteilung. Für Linkshänder wichtig: Das Touchpad ist mittig platziert.

Neues altes Gehäuse

Mit der Verkleinerung des Gehäuses einher geht auch ein grundsätzlich neues Design. Wirkte das XPS 13 aus der Vogelperspektive bislang eher rund, fällt das Erscheinungsbild nun deutlich eckiger aus. Zwar sind die Enden nach wie vor abgerundet, die Radien sind jedoch deutlich geringer. Insgesamt wirkt das Notebook dadurch sachlicher, auch weil es kaum Eyecatcher gibt. Als solcher geht allenfalls der Einschalter nebst integrierter LED rechts neben der Tastatur durch. Kennern werden aber auch noch andere Unterschiede gegenüber dem Vorgänger auffallen. So verzichtet Dell beim neuen Modell auf den Aluminiumrahmen im Innenraum, dafür kommt das Leichtmetall nun anstelle von Kohlefaser am Boden zum Einsatz. Von der Seite betrachtet ist aus der Reihenfolge Aluminium, Aluminium, Kohlefaser nun Aluminium, Kohlefaser, Aluminium geworden. Aber nicht von allen Stilelementen hat Dell sich verabschiedet. Denn auch das neue XPS 13 weist die klare Keilform der Vorgänger auf, die dünnste Stelle misst lediglich 9 mm.

Neues Design mit Anleihen beim Vorgänger
Neues Design mit Anleihen beim Vorgänger

Wichtiger als die Optik ist jedoch die Material- und Verarbeitungsqualität. Durch das Festhalten an Aluminium und Kohlefaser bringt es das Notebook auf gerade einmal 1,2 kg (9993: 1,4 kg), wirkt aber dennoch robust und hochwertig. Letzteres vor allem aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit. Die Kohlefaser-verstärkten Komponenten sind mit einer griffigen Oberfläche versehen, die sich aber nicht als Magnet für Fingerabdrücke oder Flecke entpuppt. Und trotz der diversen Übergänge zwischen den Bauteilen und Materialien gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Weder gibt es ungleiche Spaltmaße noch erwähnenswerte Verformungen. Wie präzise hier gearbeitet wurde, zeigt der Fingertest: Beim Streichen über die Übergänge zwischen Aluminium und Kohlefaser sind diese kaum zu spüren. Damit wird ein Niveau erreicht, das durchaus als neuer Maßstab gelten darf. Will man dennoch etwas kritisieren, dann das nicht völlig mittig sitzende Scharnier - Jammern auf höchster Ebene.

Frosch-Webcam trifft aktuelle Schnittstellen

Einen ähnlichen Mangel gibt es aber auch in Hinblick auf die Ausstattung. Denn durch den schmalen oberen Display-Rand musste die Webcam in die untere linke Ecke wandern. Zwar reicht die gebotene Qualität der Kamera für Skype und Co. auch in dunkleren Räumen völlig aus, dem Gesprächspartner bietet sich jedoch eine eher ungewohnte Froschperspektive.

Ungewohnte Position: Die Webcam sitzt unten in der Ecke statt oben in der Mitte
Ungewohnte Position: Die Webcam sitzt unten in der Ecke statt oben in der Mitte

Davon abgesehen bietet das neue XPS 13 alles, was als Standard in dieser Preisklasse gelten sollte. Neben zwei USB-3.0-Ports steht ein Kartenleser, ebenso wie ein Mini-DisplayPort und eine Audio-Buchse zur Verfügung. Drahtlos kommuniziert werden kann per Bluetooth 4.0 und WLAN nach ac-Standard, dank 2x2-Anordnung sind hier bis zu 867 Mbit pro Sekunde möglich - falls der eingesetzte Router kompatibel ist. Auch gegen Aufpreis nicht erhältlich ist ein Mobilfunkmodem, ein traditioneller Kritikpunkt beim XPS 13. Ebenfalls altbekannt ist jedoch auch die überlegte Platzierung der Ein- und Ausgänge: Alle Ports liegen im hinteren Bereich der linken und rechten Seite. Weiter vorne sind hingegen die Lautsprecher platziert, die die übliche Ultrabook-Qualität liefern: Es fehlt etwas im mittleren und tiefen Bereich.

Wieder mit dabei ist auch die praktische Akkustandansanzeige, die auf Knopfdruck mittels fünf LEDs über den aktuellen Stand informiert.