Seite 1: Test: ASUS K53S - Budget oder Mittelklasse?

asus k53s_teaser_kleinVon der günstigen Budget-Einsteigerlösung ist ASUS‘ K-Serie weiter entfernt denn je – das möchte auch der jüngste Vertreter der Einsteiger-Linie, das ASUS K53S zeigen, das nicht nur mit einem i5-Prozessor, sondern auch mit einer dedizierten Grafik und einem Aluminium-Gehäuse aufwarten kann. Ob ASUS zu anderweitigen Tricksereien greifen muss, um den niedrigen Preis zu bewerkstelligen, stellen wir in unserem Review auf den Prüfstand.

Notebooks werden gerade im volumenrelevanten Budget-Segment immer günstiger. Nicht nur, dass dank der hohen Leistung der Sandy-Bridge-Plattform eigentlich ein i3 für alle normalen Aufgaben ausreichend ist, insgesamt können gerade dem gehobenen Einsteigersegment – oder sagt man nun der unteren Mittelklasse – eine stetig optimierte Ausstattung und vor allem immer hochwertigere Gehäuse attestiert werden. Für viele Anwender, die ihre Notebooks nicht zum Spielen und zudem vornehmlich privat nutzen, stellt sich so zusehends die Frage, ob es überhaupt noch ein teureres Gerät sein muss. Eine Entscheidung, die unser K53S sicherlich nicht einfacher machen wird, das steht allein schon bei einem Blick auf die nackten Zahlen fest.

Die K-Serie von Asus kann dabei mit gutem Gewissen mit den aktuellen Entwicklungen auf dem Kfz-Markt verglichen werden. Die einstigen „kleinen“ Modelle eines Herstellers rücken der Mittelklasse immer weiter auf den Pelz, sodass es nicht immer leicht ist, noch einen wirklich triftigen Grund für das teurere Modell zu finden. Bei ASUS wird es wohl der N-Serie so ergehen. Klar, es gibt noch immer Unterschiede wie die besseren Soundkomponenten (B&O IcePower) oder höher auflösende Displays, ein schickes Alu-Gehäuse bieten nun aber auch die vermeintlich „Kleinen“.

Preislich gehört die uns vorliegende Version des K53S zu den teureren Vertretern des 15-Zöllers, denn es werden rund 690 Euro aufgerufen. Mit Blick auf die Ausstattung, bestehend aus einem Intel Core i5-2430M, einer GeForce GT 540M und 8 GB an RAM erscheint der Preis aber mehr als angemessen.

Das Gehäuse

ASUS K53S Gehäuse

Anfangen wollen wir wie immer mit dem Gehäuse – und das hat es bereits in sich. Der Deckel ist zwar noch aus Kunststoff gefertigt, wirkt dank einer Prägung aber alles andere als „billig“, sondern kann dem K53S ein gänzlich eigenes Auftreten verleihen – manches Built-to-Order-Gerät wirkt da nicht ganz so hochwertig. Erfreulich ist darüber hinaus, dass das Oberflächenmaterial nicht allzu anfällig auf fettige Fingerabdrücke ist – zu sehen sind sie ab einem gewissen Grad dann aber doch. Für den täglichen mobilen Einsatz hätten wir uns aber gewünscht, dass das Material noch ein klein wenig steifer ist. Auch Kratzer werden vor dem Material nicht allzu lange haltmachen, wenn der 15-Zöller nicht  gut verpackt wird.

Wird der Deckel geöffnet, ändert sich der Eindruck schlagartig – dank eines gebürsteten Alu-Topcases fallen die Unterschiede zu den eigentlich höherwertigen N-Geräten (die in der noch aktuellen Ausprägung ein Kunststoff-Gehäuse besitzen) äußerst gering aus. Qualitativ muss sich das Aluminium nichts vormachen lassen – es ist hochwertig verarbeitet, was alles in allem in einem ausreichend steifen TopCase resultiert. Sehr gut gefallen konnte übrigens auch die von ASUS gewählte Farbe – hier schließt man sich dem aktuellen Trend an und setzt auf ein Metallic-Braun. Glossy-Oberflächen gibt es aber dennoch, denn neben dem obligatorisch glänzenden Display-Rahmen wurde auch der Tastenzwischenraum in Glossyschwarz ausgeführt. Ob das auf die lange Sicht aber so praktisch ist, steht auf einem anderen Blatt.

ASUS K53S Topcase

Die Materialqualität befindet sich beim K53S also (insbesondere mit Hinsicht auf den Preis) auf einem hohen Niveau, das haben wir bereits festgestellt. Erfreulicherweise lässt sich ASUS  auch bei der eigentlichen Verarbeitungsqualität nicht lumpen. Scharfe Kanten sucht man genau wie störende Knarzgeräusche vergebens.

Im normalen Bereich für einen 15-Zöller liegt die Bauhöhe des K53S. Das macht unseren Testkandidaten zwar nicht zum idealen ständigen Begleiter, ein 15-Zoll-Modell mit einem Gewicht von knapp 3 kg wird aber ohnehin sicherlich nur selten als permanenter Begleiter eingesetzt werden. Im Gegenzug ist das K53S aber auch nicht so schwer, dass man es nirgends mit hinnehmen kann – für den täglichen Einsatz in der Uni gibt es jedoch ohne Frage praktischere Geräte.

Eingabegeräte:

ASUS K53S Tastatur

ASUS setzt bei der Tastatur wie üblich auf sein Chiclet-Layout. Die Tasten messen entsprechend 15 x 15 mm bei einem Abstand von 4 mm – Dimensionen, die sich in der Vergangenheit schon mehrfach bewährt haben. Allerdings hat ASUS zusätzlich auch entschieden, einen numerischen Zahlenblock zu integrieren – ein Vorhaben, das bei 15-Zoll-Modellen nur selten ohne allzu große Kompromisse gelöst werden kann. Das gilt auch wieder einmal für unseren Testkandidaten. Die Tasten des Zahlenblocks fallen mit 11 mm deutlich schmaler aus, was anfänglich zu etwas Irritation führen kann. Darüber hinaus muss sich die „0“ des Zahlenblocks ihren angestammten Platz mit der rechten Pfeiltaste teilen und ist entsprechend deutlich schmaler als gewohnt. Dieses Vorgehen ist im 15-Zoll-Segment aber gang und gäbe.

Das Tippgefühl der Tastatur leidet in der Praxis leider merklich unter dem recht stark flexenden TopCase. Ist die Handballenauflage aus Aluminium noch vergleichsweise steif, ist der Tastatur-Bereich deutlich weicher. Dass ASUS‘ Chiclet-Tastaturen ein angenehmes Schreibgefühl bieten können, haben bereits zahlreiche Geräte in der Vergangenheit bewiesen – das K53S gehört jedoch nicht dazu. Zu schwammig wird der Druckpunkt, was gerade beim Verfassen von längeren Texten nicht sonderlich angenehm ist.

ASUS K53S Touchpad

Das Touchpad fällt mit 93 x 54 mm durchschnittlich groß aus und wurde leicht vertieft in das Top-Case integriert. Da ASUS die Farbe der Handballenauflage wieder aufgreift, kann von einer optisch recht stimmigen Integration gesprochen werden. Die Gleiteigenschaften des Touchpads sind hervorragend und können durchaus überzeugen. Die Präzision liegt auf einem ordentlichen Niveau, rudimentäre Multitouch-Features sind ebenfalls integriert.

Connectivity:

ASUS K53S Anschlüsse

Bislang konnte das K53S einen durchwegs positiven Eindruck hinterlassen, jetzt wird sich zeigen müssen, ob der positive Eindruck auch im Bereich der Anschlüsse bestehen bleibt.

Da das Display des 15-Zöllers hinter das Gehäuse geklappt wird, stehen ASUS die beiden Seiten sowie die Front zur Unterbringung aller relevanten Buchsen zur Verfügung. Letztere wird jedoch ausschließlich für den Card-Reader genutzt.

Auf die beiden Seitenteile verteilen sich entsprechend alle Buchsen. Linksseitig ist zum Datenaustausch eine USB-Schnittstelle vorgesehen, erfreulicherweise bereits im 3.0-Standard. Zur Bildausgabe stehen eine VGA- und eine HDMI-Buchse zur Verfügung – im Consumer-Bereich werden damit die wichtigsten Schnittstellen geboten. Abgerundet wird die linke Seite von einem RJ45- und dem Stromanschluss. Die beiden letztgenannten Schnittstellen sind unseres Erachtens aber suboptimal platziert, befinden sie sich doch zu weit vorne am Gehäuse. Gerade dann, wenn der 15-Zöller häufig auf dem Schreibtisch genutzt wird, entsteht so ein recht unaufgeräumter Eindruck.  Bedingt wird die Position durch das von ASUS integrierte IceCool-Lüftungssystem, das für eine kühle Handballenauflage sorgen soll und dessen Luftauslass entsprechend weit hinten am Gehäuse zu finden ist.

Auf der rechten Seite wird der meiste Platz vom optischen Laufwerk – einem Blu-ray-Player eingenommen, der die hintere Seite des Anschluss-Panels einnimmt.  Direkt davor sitzen zwei weitere USB-Anschlüsse und zwei Klinke-Buchsen.

Alles in allem bietet das K53S damit eine überzeugende Anschluss-Ausstattung, einzig ein zweiter USB-3.0-Anschluss wäre wünschenswert - in der Preisklasse kann man aber im Grunde genommen schon froh sein, wenn überhaupt eine der modernen Buchsen verbaut wurde.