Seite 8: Fazit

QNAP hat mit dem TS-332X ein aus technischer Sicht sehr interessantes und attraktives NAS auf den Markt gebracht. Nicht nur die drei Bays heben es etwas aus dem Einheitsbrei üblicher NAS-Systeme heraus, auch seine weiteren Features und Ausstattungsmerkmale tragen dazu bei.

Mit der serienmäßigen 10-GbE-Schnittstelle und den vorhandenen drei Slots für M.2-SATA-SSDs liefert QNAP etwas, was beispielsweise Synology nicht einmal bei deutlich teureren NAS-Modellen liefern kann. Der als SoC verbaute Annapurna Labs AL-324 mag zwar nur ein ARM-Chip sein, aber abgesehen von der vielleicht geringeren Auswahl von nachinstallierbaren Drittanbieter-Paketen sind uns keine Nachteile aufgefallen. Uns hat eher die hohe Performance des Chips überrascht, wobei ein RAM-Upgrade bei unserer 2-GB-Version des TS-332X spätestens bei intensiverer Nutzung oder Verwendung des SSD-Caches nicht verkehrt wäre. Nach der Installation (nicht aktiven Nutzung!) mehrerer Pakete aus dem App Center sprang die RAM-Auslastung häufiger bereits auf 80 %. Dank dem vergleichsweise leicht erreichbaren SO-DIMM-Sockel für DDR4-Module ist ein RAM-Upgrade aber kein Problem. Bis zu 16 GB können verbaut werden.

Mit dem Platz für drei Festplatten hat das TS-332X den Vorteil, dass auf ihm RAID5 genutzt werden kann. Im Vergleich mit einem 2-Bay-NAS und RAID1 braucht es nur eine weitere Festplatte für die doppelte nutzbare Kapazität. Verglichen mit der sonst nächsthöheren Kategorie, den 4-Bay-NAS, fehlt dem TS-332X dann natürlich wieder ein Slot, von daher wird das TS-332X wohl am ehesten als interessante Alternative zu einem 2-Bay-NAS zu sehen sein. Dazu kommen noch die drei M.2-SATA-Slots, welche entweder als SSD-Cache oder im Rahmen von "Tiered Storage" zumindest indirekt auch als Volume genutzt werden können.

Wo das TS-332X hingegen eine wenig überzeugende Figur macht, ist beim Thema Optik. Das matt-weiße Plastikgehäuse ist zwar ordentlich verarbeitet und hinreichend stabil, aber einen Design-Award gewinnt QNAP damit wohl nicht. Letztendlich muss man hier wohl QNAP dafür honorieren, dass der Preispunkt des TS-332X vergleichsweise niedrig liegt. Der Fokus auf Performance und Funktionsumfang ist sicher im Interesse (fast) aller User.

Von der Performance her kann das TS-332X sehr gute Werte zeigen. Mit 900 MB/s Lesen und fast 450 MB/s im Schreiben über die 10-GbE-Schnittstelle ist es für diese NAS-Klasse wirklich sehr gut aufgestellt. In Sachen Lautstärke und Leistungsaufnahme kann es ebenfalls ein gutes Bild abgeben.

Das Betriebssystem QTS wird von QNAP kontinuierlich weiterentwickelt und mit neuen Funktionen versorgt. So ist z.B. das Snapshot-Feature zu erwähnen, was mittlerweile einen ausgereiften Eindruck macht. Aber auch neue Features wie SSD-Overprovisioning zur SSD-Performance-Steigerung oder Klassiker, wie viele Backup- und Synchronisierungsfunktionen, sind positiv hervorzuheben. Hier und da leidet allerdings mittlerweile die Übersicht etwas innerhalb von QTS, da in manchen Bereichen durch die ganzen mit der Zeit dazugekommenen Features die Fenster entweder überfrachtet sind - oder insgesamt einfach gerade aus Einsteigersicht die Struktur fehlt. Aber mit der Zeit gewöhnt sich ein User auch daran und es ist auch positiv zu erwähnen, dass in der Oberfläche an sehr vielen Stellen kleine Buttons mit Hilfe- bzw. Erklärtexten untergebracht sind.

Traditionell der letzte Punkt unserer Betrachtung ist die Bewertung des Preis-Leistungsverhältnis. Die Variante des TS-332X mit 2 GB an RAM kostet aktuell ca. 350 Euro. Markenintern wäre die TS-431X als 4-Bay-Modell eine Alternative, die ebenfalls SFP+, aber eine deutlich langsamere CPU bietet und 400 Euro kostet. Als 2-Bay-Alternative für 360 Euro käme die TS-253Be in Betracht, mit 10 GbE und SSD-Cache als Nachrüstoption und einem Quadcore-Intel-Celeron als CPU. 

Werfen wir ein Blick zum direkten Konkurrenten Synology sieht die Lage dort eher düster aus: Keines von den "günstigen" 4- bis 5-Bay-Modellen kann eine Nachrüstoption auf 10GbE oder separaten SSD-Cache anbieten, ebenso wie die Top-Modelle im 2-Bay-Sgement, DS718+ (ca. 420 Euro) oder DS218+ (ca. 320 Euro). Bei Synology besteht erst ab der DS1618+ (790 Euro) die Nachrüstoption von 10 GbE oder in Falle der älteren DS1817 (920 Euro) ist 10 GBase-T schon mit an Bord. Die Modelle von Synology haben andere Qualitäten, aber sind beim Thema 10 GbE im unteren NAS-Segment überhaupt nicht mit dabei. Da lohnt sich eher ein Blick zu Asustor, denn mit dem 2-Bay-Modell AS4002T (250 Euro, Link zu unserem Test) und der 4-Bay-Variante AS4004T (350 Euro) sind dort zwei Einstiegsmodelle mit 10 GBase-T im Portfolio.

Das QNAP TS-332X weist also insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis auf. Das Konzept mit drei Drive- und drei M.2-SATA-Slots samt 10 GbE über SFP+ spricht sicher nicht jeden an, hat aber seinen Reiz.



Positive Aspekte des QNAP TS-332X

  • eingebaute 10-Gigabit-Ethernet-Schnittstelle (SFP+)
  • sehr hohe Datentransferraten (im Test bis ca. 900 MB/s Lesen, 450 MB/s Schreiben über 10GbE)
  • hohe Geschwindigkeit bei Verschlüsselung
  • 3-Bay-NAS (RAID5) mit drei zusätzlichen M.2-SATA-Slots für SSD-Cache/Tiered Storage
  • gute Ausstattung (1x 10GbE, 2x Gigabit-Ethernet, 3x USB 3.0)
  • Arbeitsspeicher (DDR4 SO-DIMM) aufrüstbar
  • Betriebssystem QTS bietet viele Funktionen (u.a. Snapshots etc.) und Erweiterungsmöglichkeiten (App Center)
  • gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Negative Aspekte des QNAP TS-332X

  • wenig attraktives/hochwertiges Gehäusedesign 
  • Gehäuse überträgt Vibrationen der Festplatten vergleichsweise stark an Untergrund

Preise und Verfügbarkeit
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