Seite 1: Rivet Networks Killer-DoubleShot-Pro im Test - Wie effektiv arbeiten die Killer-Lösungen?

Killer E2400 LogoAuf aktuellen Gaming-Mainboards sind die Killer-Netzwerkcontroller nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile befindet sich auf sämtlichen Platinen mit Gaming-Aspekten zumindest ein Killer-LAN-Chip, wenn von den Republic-of-Gamers-Modellen ASUS abgesehen wird. Dabei soll die Stärke natürlich bei Online-Gaming-Anwendungen liegen mit dem Zweck, die Latenz zum Spiele-Server zu reduzieren. Doch dies ist nur ein Teil der Features, die wir uns in diesem Artikel einmal näher anschauen wollen.

Die Entstehung der Killer-Netzwerkchips liegt schon einige Jahre in der Vergangenheit. Alles begann im Jahre 2007, als Bigfoot Networks ihre dedizierte Killer-K1-Netzwerkkarte für den PCI-Slot auf den Markt brachte. Schon damals wurden etliche Diskussionen losgetreten, ob sich die Investition einer solchen Karte überhaupt lohnt. Als Hauptfeature wurde damals die Reduzierung der Ping-Zeiten bei Online-Games angepriesen. Doch dieser Spaß hatte einen großen Nachteil: Die ersten dedizierten Killer-Netzwerkkarten waren mit etwa 129 Euro bis 250 Euro nicht gerade günstig.

Ein weiteres Problem war der linuxbasierte Netzwerkstack, der bei den Modellen K1-, M2-, Xeno- und (E)2100-Chips zum Einsatz kam, um den Windows-Netzwerkstack zu umgehen. Zwar brachte dies gesamt gesehen zwar einige Vorteile gegenüber anderen Netzwerk-Lösungen mit sich, doch wurden die Vorteile sehr teuer erkauft. Die K1- und M2-Karte wurden beide mit einem 400 MHz schnellen PowerQUICC-Co-Prozessor von Freescale ausgestattet, besaßen einen 64 MB großen, dedizierten Speicher und wurden selbst mit einem USB-2.0-Anschluss bestückt.

Mit der Xeno-Pro- und der Xeno-Ultra-Netzwerkkarte wurde 2009 der Speicher mit 128 MB respektive 256 MB ordentlich aufgestockt. Auch wurde eine hardwareseitige Audiolösung integriert, um das Voice-Chat-Erlebnis zu verbessern.

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Der E2400-Netzwerkcontroller auf dem MSI X99A Godlike Gaming.

Übernahme der Lizenzen durch Qualcomm Atheros

Im Jahr 2011 wurden die Lizenzen der Killer-Netzwerktechnik von Qualcomm Atheros übernommen. Das Unternehmen entwickelte erste Embedded- und sogar WLAN-Lösungen auf Basis der Killer-Technik. So entstand mit der Killer-Wireless-N-1202-Mini-PCIe-Karte ein erstes Killer-WLAN-Produkt, das einerseits separat gekauft werden konnte, allerdings auch bei einigen ersten Gaming-Mainboards verbaut wurde. Zu den ersten Embedded-Lösungen gehören die Chips der E2200-Serie, die ebenfalls von Qualcomm Atheros stammen.

Stand heute: Rivet Networks ist am Steuer

Aktuell hat Rivet Networks das Ruder seit 2014 in der Hand. Das neu gegründete Unternehmen besteht aus den damaligen Bigfoot-Gründern der Marke "Killer", Michael Cubbage und Wayne Dunlap, die beide als Co-CEO fungieren und sich die Leitung teilen. Auf den meisten brandneuen Gaming-Mainboards mit Intels Sockel LGA1151 sowie auf dem MSI X99A Godlike Gaming (Hardwareluxx-Test) wird die aktuelle Technik auf Basis des Killer-E2400- und Killer-Wireless-AC-1535-Chips verwendet. Um diese beiden Produkte wird es sich in diesem Artikel drehen.

Viele sehen gerade die Latenz-Reduzierung der Killer-Lösungen als reines Marketing an. Rein von der Theorie her kann die Latenz der Internet-Leitung physikalisch bedingt nicht nach unten gedrückt werden. Demnach werden wir nicht nur die Features der Netzwerklösungen begutachten, sondern auch die Killer-Network-Suite, das DoubleShot-Pro-Feature, die Datendurchsätze und die Latenzen genau unter die Lupe nehmen.