Seite 5: Fazit

AVM will mit den Powerline-Produkten eine schnelle und einfache Möglichkeit bieten, ein drahtgebundenes Netzwerk aufzubauen, wenn keine Möglichkeit gegeben ist, eine klassische Ethernet-Verkabelung vorzunehmen. Die Limitierung der Technik mit 50, 100 oder 200 MBit/s ist inzwischen überwunden und die meisten Hersteller bieten inzwischen Powerline-Adapter in der 500- oder 1.200-MBit-Klasse.

Zum Setup haben wir aber einige Anmerkungen. Grundsätzlich erkennen sich die FRITZ!Powerline-Adapter bei der ersten Installation selbst und bauen auch die verschlüsselte Verbindung selbstständig auf. In unseren Tests mussten wir einige der Adapter aber etwas aufwendiger anlernen bzw. die Kopplung mehrfach versuchen. Am besten nimmt man sich die gewünschte Anzahl an Adapter, steckt diese in eine Mehrfachsteckdose und lernt sie alle gemeinsam an. Danach können sie beliebig im Haushalt verteilt werden und finden sich wieder. Soll nachträglich ein Adapter hinzugefügt werden, genügt ein Drücken auf die Security-Taste und man hat zwei Minuten Zeit den zweiten Adapter einzustecken.

AVM FRITZ!Powerline
AVM FRITZ!Powerline

Nach der ersten Installation ist eigentlich keine weitere Konfiguration erforderlich, es sei denn, es sollen individuelle Namen vergeben werden oder bestimmte Funktionen der Adapter, wie das Abschalten der LEDs, werden benötigt. Die dazu notwendige Software ist sowohl für Windows wie auch OS X erhältlich. Der Zugriff kann aber auch direkt auf die Web-Oberfläche erfolgen - entweder per Eingabe der IP oder über das FRITZ!OS der FRITZ!Box. Die Bedienung der unterschiedlichen Adapter ist fast immer identisch und benötigt keinerlei Umstellung. Dies betrifft die Anzeigen der LEDs auf der Front ebenso wie die Verwendung der gleichen Software.

Bei der gebotenen Leistung sollte man sich aber bereits vor dem Kauf darüber im klaren sein, dass die angegeben Werte von 500 und 1.200 MBit/s in der Praxis nicht zu erreichen sind. Die Stromnetze sind keine ideale Umgebung für die Übertragung von Daten - egal welche Gegenmaßnahmen die Hersteller ergreifen. So sehen wir bereits auf kürzeste Distanz deutliche Unterschiede zu den Herstellerangaben. Auf geringfügig größere Strecken verändern sich die Werte dann meist nur geringfügig. Im praxisrelevanten Bereich sind diese also recht stabil. Deutlich sind die Unterschiede zwischen der 500- und 1.200-MBit-Klasse - wir können eine deutliche Steigerung der Übertragungsrate feststellen. Nicht ersetzen kann ein Powerline-Netzwerk aber eine Verkabelung per Ethernet. Hier werden bei Beachtung der Bedingungen für die Abschirmung etc. immer die Mindestwerte von 100, 1.000 oder gar 10.000 MBit/s erreicht.

Die FRITZ!Powerline-Linie bietet zudem nicht nur die Möglichkeit des Aufbaues eines einfachen Netzwerks, sondern lässt dieses auch durch Zusatzfunktionen erweitern. So ist das Aufspannen eines weiteren drahtlosen Netzwerks möglich, ebenso wie die Überwachung und das geplante Abschalten von Steckdosen. Allerdings sehen wir auch einige Kritikpunkte. So werden die 1.200-MBit-Adapter derzeit nur ohne integrierte Steckdose angeboten. Ebenfalls nicht wirklich verständlich ist die Verwendung von 100-MBit-Anschlüssen in den Adaptern, wo das Powerline-Netzwerk doch deutlich schneller sein soll und in der Praxis auch ist.

Die Nachrüstung via Powerline-Netzwerk ist aber nicht ganz günstig. Die Adapter kosten als Set und in den spezielleren Versionen bis zu 90 Euro. Dies ist natürlich als Notfalllösung für eine nicht ausreichende Reichweite des WLANs bzw. eine zu geringe Bandbreite noch zu verschmerzen. Oftmals ist ein Powerline-Netzwerk auch alternativlos und dann spielt der Preis sicherlich eine untergeordnete Rolle. Allerdings bewegen sich die Konkurrenzprodukte in einem ähnlichen Preisrahmen.