Seite 7: Spannungsstabilität / Ripple- und Noisebetrachtung

Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +/- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die so genannten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteildesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

be quiet! Pure Power L8 500W

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Das be quiet! Pure Power L8 500W  zeigt hier eine gute Leistung. Auf 3,3 Volt und 5 Volt bleibt der Spannungsabfall mit 1,6 bzw 1,9 Prozent auf einem angenehm niedrigen Niveau. Die Spannungslage nah am Nominalwert ist ebenfalls bei allen Spannungen als gut zu bezeichnen. Auf 12 Volt konnten wir knapp 1,2 Prozent beobachten, was auch vergleichsweise niedrig ist.

beq500W ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage ordentlich aus. Auf 3,3 Volt werden maximal knapp 20 mV(pp) und auf 5 Volt knapp 32 mV(pp) erreicht. Auf der 12V-Seite präsentiert sich das Pure Power L8 500W dann mit maximal 30 mV(pp) unter Volllast sehr gut.

Das be quiet! bietet gut ausgeregelte Spannungen und insgesamt angenehm niedrige Ripple-/Noisespannungen.

 

Cooler Master G450M

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Das Cooler Master bietet insgesamt auch solide Ausgangsspannungen. Mit 3,4% auf 3,3 Volt und 2,3% auf 5 Volt werden durchschnittliche Werte erreicht. Die 1,3% auf 12 Volt sind hingegen als relativ gut zu bezeichnen.

cm450 ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen kann unser Testsample des Cooler Master dann eine sehr gute Leistung zeigen. Mit maximal 14 mV(pp) auf beiden Nebenspannugen zeigt es sehr niedrige Werte, die durch die sehr guten 13 mV(pp) auf 12 Volt komplettiert werden.

Das Cooler Master G450M zeigt eine solide Regelung seiner Ausgangsspannungen und kann mit sehr niedrigen Ripple-Noise-Spannungen überraschen.

 

EVGA 500B

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Das EVGA 500B hat uns im Test mit seiner guten Spannungsregelung überzeugt. Alle Spannungen fallen unter Last nur moderat ab und so beträgt der Spannungsabfall auf 12 Volt nur 1,4 Prozent. Auf den Nebenspannungen konnten wir im Test 1,8% und 1,7% beobachten. 

evga500w ripple

Insgesamt solide sieht auch das Bild bei den Ripple-/Noise-Spannungen aus: Hier kann das EVGA 500B mit 16 bzw. 32 mV(pp) auf 3,3 Volt und 5 Volt angenehm niedrige Werte bieten. Die maximal 66 mV(pp) auf der 12V-Schiene sind angesichts des Limits von 120 mV(pp) ein solider, wenn auch nicht überragender Wert.

Bezüglich Spannungsregelung und Ripple-Noise-Spannungen gibt es am EVGA 500B nichts auszusetzen, alle Werte liegen sicher im normalen Rahmen.

 

Fractal Design Integra R2 500W

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Auch das Fractal Design Integra R2 500W hat uns im Test mit seiner guten Spannungsregelung überrascht. Alle Spannungen fallen unter Last kaum ab und so beträgt sogar der Spannungsabfall auf 12 Volt nur ca. 0,8 Prozent. Auf den Nebenspannungen konnten wir im Test 1,3% und 1,7% beobachten. 

fractal500w ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage ordentlich aus. Mit 27 bzw. 22 mV(pp) erreicht das Integra R2 durchschnittlich niedrige Werte. Auf 12V-Seite hingegen konnten wir im Test bis zu 76 mV(pp) messen, womit das Integra R2 500W im Vergleich zur Konkurrenz doch etwas höher liegt, auch wenn der Abstand zum erlaubten Grenzwert noch groß ist.

Das Integra R2 500W von Fractal Design bietet, wie seine drei Mitbewerber auch, eine insgesamt gute Performance. Der guten Spannungsregelung steht nur eine etwas unterdurchschnittliche Restwelligkeit auf 12 Volt gegenüber.

Von den vier Testkandidaten hat uns keiner wirklich enttäuscht, denn alle haben eine ordentliche bis gute Performance gezeigt und keine Fragen bzgl. ihrer Stabilität aufkommen lassen. Auch wenn z.B. das Cooler Master G450M bei den Ripple-Noise-Spannungen und das be quiet! Pure Power L8 500W bei der Spannungsregelung überzeugt hat, kein Netzteil konnte in beiden Disziplinen zugleich voll punkten.