Seite 3: Corsair AX760 - Lautstärke & Ausstattung

Corsair respektive Seasonic setzen beim AX760 wieder den bewährten "San Ace 120" von Sanyo Denki ein. Dieser 120-mm-Lüfter mit doppelter Kugellagerung kam schon bei der ersten X-Series zum Einsatz und hat sich seitdem offensichtlich gut bewährt. In unseren Tests der vergangenen Jahre konnte der Lüfter jedes Mal mit respektablen Leistungen im Bereich Geräuschentwicklung überzeugen. Es gibt sicher noch leisere Lüfter auf dem Markt, aber wenn man als Hersteller wie Corsair sieben Jahre Garantie auf das Netzteil gewährt, dann spielt auch die Zuverlässigkeit eine große Rolle. In der Beziehung scheinen hochwertige Lüfter mit Kugellagerung immer noch die Nase vorne zu haben.

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Schlicht und klassisch: das konzentrische Lüftergitter des AX760 mit Logo über der Lüfternabe.

Bei niedriger Drehzahl kann der Sanyo Denki 9S1212F404 im Corsair AX760 eine sehr gute Figur machen. Bereits aus kurzem Abstand ist er nicht mehr wahrzunehmen. Bei höheren Drehzahlen entwickelt er dann ein wahrnehmbares Lüfterrauschen, welches aber mangels auffälliger Frequenzen subjektiv eher von unauffälliger Natur ist.

Das AX760 bietet zwei Lüftersteuerungs-Modi, welche über die Position des Kippschalter oberhalb der Buchsen für das Kabelmanagement ausgewählt werden. Im Modus "normal" arbeitet die Kühlung aktiv, d.h. der Lüfter läuft stets mit. Im anderen Modus, "hybrid" genannt, ist die Lüfterregelung semi-passiv ausgelegt, sodass der Lüfter erst bei Bedarf eingeschaltet wird. Für beide Modi gilt, dass die Ansteuerung des Lüfters von Temperatur und Last abhängt, wobei die Temperatur der wichtigere Parameter ist. Je nach Einbausituation oder Raumtemperatur kann das Lüfterverhalten daher variieren.

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Trotz Kugellagerung arbeitet der San Ace 120 von Sanyo Denki sehr leise.

In unserem Test steigerte sich die Lüftergeschwindigkeit im aktiven Modus bis zu einer Netzteillast von 80 Prozent langsam von 820 auf 870 U/min. Bei dieser Drehzahl ist der Lüfter das AX760 nur in der direkten Nähe etwas wahrzunehmen, also insgesamt als sehr leise zu bezeichnen. Bei weiterer Lasterhöhung steigerte sich die Drehzahl auf 1050 U/min, was das bereits beschriebene wahrnehmbare, aber unauffällige Lüfterrauschen zur Folge hat.

Im semi-passiven Betriebsmodus hingegen konnte - vermutlich aufgrund der guten Luftzirkulation auf dem Prüfstand - das AX760 den Lüfter bis 60 Prozent Netzteillast dauerhaft ausgeschaltet lassen. Am nächsten Lastpunkt (80 Prozent Last) wechselten sich dann sehr kurze aktive Phasen, bei denen der Lüfter von 0 über 850 bis hin zu kurzzeitig 1500 U/min hoch- und wieder heruntergefahren wurde, mit vergleichsweise langen Passiv-Phasen ab. Bei 100 Prozent Last drehte sich das Verhältnis um und die Ruhephasen waren nur noch von kurzer Dauer, wenn auch noch vorhanden. Durch das Hochdrehen auf 1500 U/min entwickelt das AX760 natürlich kurzzeitig eine markante Geräuschkulisse mit deutlichem Lüfterrauschen, welche man ihm aber auch zugestehen muss. Möchte man im Dauerbetrieb bei 750 Watt ein leises Netzteil, sollte man entweder den aktiven Modus wählen oder ein entsprechend größer dimensioniertes Netzteil kaufen.

Beachtlich ist aber, dass das AX760 bis deutlich über 60 Prozent Last noch rein passiv arbeiten kann, vorausgesetzt die Umgebungsbedingungen sind entsprechend gut.

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Ein näherer Blick auf das Anschlussfeld des Corsair AX760, oben rechts der Schalter für die Lüftersteuerung.

Wie bereits erwähnt, bringt das Corsair AX760 die aktuelle Version von Seasonics modularem Kabelmanagement mit. Durch den Wechsel von 12-poligen auf 8-polige Buchsen auf dem Steckfeld lassen sich die Anschlüsse durch Einzelkabel besser und flexibler nutzen, als dies früher mit den Doppel-Kabeln des 12-Pin-Systems möglich war. Mit den sechs "12V-Buchsen" lassen sich nun problemlos zwei 8-Pin-EPS-Kabel zusammen mit vier PCI-Express-Kabeln parallel nutzen. Da Corsair zwei der vier PCI-Express-Kabel mit je zwei Abgriffen ausführt, sind sogar alle sechs PCI-Express-Anschlüsse gleichzeitig nutzbar. Bei einem Netzteil dieser Leistungsklasse geht die Aufteilung eines Kabels auf zwei 8(6+2)-Pin-Abgriffe noch in Ordnung, da bei normalem Betrieb nicht von einer gleichzeitigen vollen Auslastung beider Abgriffe auszugehen ist.

Das modulare Kabelmanagement selbst ist beschriftet und Fehlbedienungen sollten aufgrund der mechanischen Kodierung der Stecker eigentlich nicht vorkommen können. Da das AX760 ein Single-Rail-Netzteil ist, fällt auch das Problem mit der Kennzeichnung der 12V-Rails weg.

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Das Anschlussfeld des AX760 bei Vollbestückung

Die Anschlussmöglichkeiten des AX760 sind für ein Netzteil dieser Leistungsklasse mehr als ordentlich. Neben den bereits erwähnten sechs PCI-Express- und zwei 8-Pin-Anschlüssen können noch bis zu zwölf SATA- und acht Molex-Verbindungen genutzt werden.

 

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Das AX760 bei Vollbestückung von oben betrachtet.

Die Peripheriekabel sind als schwarze Flachbandkabel ausgeführt, wohingegen das ATX-Kabel, die PCI-Express- und die 8-Pin-Kabel mit schwarzem Netzsleeve ummantelt sind. Durch den Einsatz schwarzer Litzen unter dem Netzsleeve ergibt sich aber ein homogenes Bild. Die Kabellängen sind beim AX760 insgesamt als gut zu bezeichnen.