Seite 3: Klangcheck

Vorab sei gesagt, dass es sich bei der Bewertung des Klangbilds um einen reinen subjektiven Eindruck des Redakteurs handelt. Dieser kann sich also von Person zu Person anders darstellen. In unseren Testaufbauten haben wir die Lautsprecher einmal, direkt neben einem 27 Zoll großen Monitor aufgestellt, um den Nahbereich abzudecken, und einmal im Wohnzimmer neben einem Fernseher im 55-Zoll-Format. Es kommt dabei auch immer drauf an, wie der Raum beschaffen ist und wo genau die Sitzposition des Hörers liegt.

Bevor wir uns aber dem Klangbild des S350DB widmen, haben wir die Lautsprecher erst einmal aufgeschraubt und reingeschaut. Dabei fällt auf, dass direkt hinter dem Mitteltöner Dämmwolle eingearbeitet wurde, die mit dem Treiber verklebt wurde. Diese wurde im oberen Bereich des Lautsprechers, hinter dem Hochtöner nicht montiert, sodass die direkt hinter dem Hochtöner befindliche Röhre frei ist. Bei der Gelegenheit haben wir auch die Wandstärke der Box gemessen und diese liegt bei ca. 10 mm.

Doch wie genau klingt das Soundsystem nun? Müsste man den ersten Eindruck mit einem Satz beschreiben und würde dabei versuchen die Gedanken des Entwicklers mit zu berücksichtigen, dann könnte einmal schnell "Der Bass muss drücken" durch den Kopf gehen. Denn genau das ist der Fall beim Edifier S350DB. Die Tiefen sind durch den Subwoofer, selbst in den Standardeinstellungen so dominant, dass bei Musikstücken wie beispielsweise unserem Referenzsong "Forgiven not Forgotten" der Corrs der Subwoofer im wahrsten Sinne des Wortes hämmert. Die Höhen und Mitten werden sehr stark in den Hintergrund gerückt und feine Nuancen verschwinden leider.

Bedingt dadurch, dass auch keine Presets vorhanden sind, kann man dem auch nicht mal ebenso mit einem Tastendruck entgegenwirken. Man muss sich also erstmal an den Einstellreglern zu schaffen machen und den Bass mindestens zwei Stufen zurücknehmen. Leider bleibt der Bass bei steigender Lautstärke immer noch etwas dominanter als die Höhen und Mitten. Es ist natürlich möglich den Bass noch weiter herunter zu drehen, jedoch gehen die Tiefen dann irgendwann fast gänzlich verloren. Für eine feinere Abstimmung müsste man dies über einen Equalizer realisieren. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, etwas Arbeit in gutes Equalizer-Preset zu stecken.

Doch hat man die Höhen und die Bässe ein bisschen angepasst, wird aus dem S350DB ein solides Soundsystem für Musik und Filme. Während unseres Testzeitraums haben wir uns die unterschiedlichsten Musiktitel, in unterschiedlichen Qualitätsstufen angehört. Dabei wurde deutlich, dass dies natürlich einen gewissen Einfluss auf die Wiedergabequalität hatte, diese aber recht schwer wahrzunehmen war. So liefert das S350DB eine gute Räumlichkeit ab und die unterschiedlichen Instrumente lassen sich gut unterscheiden und orten. Musik, die nicht über einen ausgeprägten Tieftonbereich verfügt, wird detailliert und klar wiedergegeben, auch bei steigender Lautstärke bleiben die Höhen und Mitten präzise. Dies trifft sowohl auf den Nahfeldbereich wie den Schreibtisch als auch auf das Wohnzimmer zu, wobei das System mit einem gewissen Abstand mehr Potenzial entwickelt.

Um den aktuellen Trend der drathlosen Musikwiedergabe ebenfalls abdecken zu können, hat Edifier dem S350DB eine Bluetooth-Verbindung mit aptX-Unterstützung spendiert. Möchte man also seinen Freunden mal eben einen Videoclip zeigen und dabei den Sound über das Soundsystem wiedergeben, ist eine möglichst verzögerungsfreie Wiedergabe von Bild und Ton eine Grundvoraussetzung. In unserem Test war die Lippen- und Stimmsynchronität kein Problem und so war selbst das Abspielen von größeren Videos auf dem Tablet kein Problem.