Seite 3: Bedienung und Klang des Edifier Luna E e235

Der gelebte Minimalismus funktioniert

Es fällt auf: Edifier setzt beim Luna e235 auf Minimalismus an allen Stellen. Das startet beim Gehäuse der Satelliten, denn auch wenn diese alle Blicke auf sich ziehen: Die Steuerelemente sollen nicht vom eigentlichen Design ablenken. Entsprechend setzt Edifier auf eine Touch-Bedienung, die auf der Innenseite des rechten Satelliten untergebracht ist. Die Symbole sind weiß aufgedruckt und lassen sich bei Tageslicht gut ablesen. In unseren Versuchen reagierten die Touch-Sensoren gut, sodass eine Eingabe problemlos möglich war.

Wer es doch lieber mit echten Tasten zu tun hat, der sollte besser zur beilegenden Fernbedienung im Mini-Format greifen. Diese bietet dann auch ein paar mehr Funktionen, denn es lassen sich neben der Lautstärke auch die verschiedenen Modi, die Edifier anbietet einstellen. Einzig die Materialgüte könnte mit Blick auf den Preis des gesamten Systems ein wenig höher sein.

Auch an anderer Stelle fiel der Minimalismus im Test bereits auf: Edifier verzichtet auf Kabel und Anschlüsse, wo es nur geht. Das hat zur Auswirkung, dass theoretisch nur ein Zuspieler gleichzeitig angeschlossen werden kann, denn auch wenn es sich um einen Kombo-Eingang handelt, er nimmt nun mal nur ein Kabel auf. Dafür setzt Edifier zusätzlich auf Bluetooth, denn so können weitere Geräte gekoppelt werden. Das klappte in unseren Versuchen ziemlich gut. Ein oder zwei weitere Eingänge wären mit Blick auf das Preisschild aber wünschenswert gewesen, sodass auch größere Anlagen genutzt werden könnten.

Auch der Subwoofer verzichtet weitestgehend auf Kabel, lediglich das Stromkabel konnte nicht wegrationalisiert werden. Anschluss findet er via 5,8 GHz-Funk. Auch nachdem der Tieftöner vom Netz getrennt wurde, findet er schnell seine Verbindung wieder, sodass es hier zu keinerlei Problemen kommt.

Klangcheck

Am Ende kommt es aber natürlich ganz darauf an, wie gut ein Boxensystem klingt. Wie üblich gilt an dieser Stelle: Es handelt sich um eine rein subjektive Einschätzung des Redakteurs, diese kann von Person zu Person, Räumlichkeit zu Räumlichkeit deutlich variieren.

Zunächst einmal ein paar Worte zu den Klangprofilen. Edifier spendiert seinem Stereo-System drei Setups: Music, THX und 3D. Diese sind fix und können im Nachhinein nicht verändert werden. Wer weiteren Einfluss auf das Klangbild nehmen möchte, kann dies natürlich über den Equalizer der Soundkarte der realisieren. In unseren Augen das einzig relevante Profil ist allerdings Music, denn bei beiden anderen Settings wird der Bassbereich deutlich überbetont. Das mag in ersten Sekunden "fett" klingen, mit der Zeit fällt aber auf, dass die Höhen und der Mitteltonbereich untergehen.

Wie üblich nutzen wir „Forgiven not forgotten“ der Corrs als Referenzsong. Wird das von uns bevorzugte Music-Profil genutzt, kann das Edifier Luna e235 mit einem überzeugenden und gefälligen Klangbild aufwarten. Die zum Beginn des Songs einsetzenden Streicher werden angenehm intoniert und bieten einen detailreichen Mitteltonbereich. So werden bereits früh Details herausgearbeitet, die man so bei anderen Modellen nicht wahrnehmen kann. Die nur kurze Zeit später einsetzende Singstimme unterstreicht den positiven Eindruck, denn sie wird luftig und präzise dargestellt und klingt angenehm lebhaft. Einzig bei einer (eigentlich zu weit) gesteigerten Lautstärke gibt es leichte Tendenzen zu einem etwas angestrengteren Klangbild – das ist dann aber wirklich kaum zu merken.

Wenn dann etwas später die Drums zum Einsatz kommen, fallen schnell zwei Dinge auf: Das Edifier Luna e235 besitzt einen ausgeprägten Kickbass-Bereich, der eine Menge Freude bereitet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Noch besser gefällt aber, dass sich der Subwoofer als echter Tieftöner erweist und mit einem echten Tiefbass aufwarten kann und bis etwa 40 Hz herunterspielte. Dabei agierte er immer impulsschnell und trug im Music-Setting auch nicht übertrieben dick auf.

Fairerweise muss man sagen: Steht nicht Musik auf dem Programm, kann auch das THX-Preset gefallen, denn bei Games und Filmen kracht und rumpelt es gewaltig - neutral ist die Abstimmung dann aber keinesfalls mehr.