Seite 2: Ausstattung und Klang

Guter Tragekomfort trifft durchdachtes Featureset

Gesteuert werden die The Headphone über drei Tasten am rechten In-Ear. Neben einem Hauptschalter, über den beispielsweise auch die Kopplung erfolgt, gibt es je eine Plus und Minus-Taste, die unter anderem für die Lautstärke-Einstellung genutzt werden können. Die Tasten sind allerdings nicht besonders groß, mit etwas Übung kommt man allerdings mit ihnen zurecht. Etwas fummelig bleibt das Handling aber auch nach einer gewissen Eingewöhnungszeit.

Werden die The Headphone aus ihrer Ladeschale genommen, fällt zugleich auf, dass sie weder besonders groß noch schwer sind. Oder besser gesagt: Sie fallen schon jetzt nicht weiter auf. Ein Zustand, der sich auch dann nicht ändert, wenn sie im Ohr sitzen. Eingesetzt werden die Headphones mit einer Drehung und sitzen dann – zumindest bei unseren drei Testpersonen – wie angegossen im Ohr. Das hat die Vorteile, dass sie auch dann sicher sitzen, wenn sie beispielsweise beim Joggen genutzt werden. Zusätzlich macht sich an dieser Stelle das nicht allzu hohe Gewicht noch einmal positiv bemerkbar.

Gleichzeitig werden so Umgebungsgeräusche recht gut ausgeblendet. Bragi spricht von einer „passiv noise cancellation“. Das sollte aber nicht mit einer aktiven Geräuschunterdrückung verwechselt werden.

An dieser Stelle kommt ein anderes Feature zum Tragen, mit dem sich die The Headphone von der Konkurrenz abheben können: der „Audio Transparancy“-Modus. Der wird durch einen langen Druck auf die Plus-Taste aktiviert. Im Anschluss werden über integrierte Mikrofone die Geräusche der Umgebung durchgelassen. So ist es beispielsweise problemlos möglich die Musik zu stoppen und mit seiner Umwelt zu kommunizieren, ohne die In-Ears jedes Mal zu entfernen. Als besonders praktisch haben wir dieses Feature empfunden, wenn beispielsweise im Coffeeshop nur einmal schnell etwas bestellt werden soll. Ein anderer Anwendungsbereich besteht darin, den Transparancy-Modus zu aktivieren und sich dann beispielsweise von der Google-Maps-Navigation lotsen zu lassen. Das funktioniert hervorragend, ohne dass etwas in der Umgebung verpasst wird.

Anfänglich ist es jedoch gewöhnungsbedürftig, dass logischerweise keine räumliche Zuordnung möglich ist. Alle Umgebungsgeräusche werden von den Mikrofonen aufgezeichnet und dann als Stereo-Signale an den Träger weitergeleitet. Entsprechend kann das Hirn keine Auswertung vornehmen, von wo ein Geräusch denn kommt. Es ist also nicht möglich zu erkennen, ob das Geräusch eines Autos von vorn oder hinten kommt, was eben gerade im Straßenverkehr auch gefährlich werden kann.

Das neue Feature erweist sich in der Praxis in jedem Fall als Gewinn. In welchem Umfang es in der Praxis zum Tragen kommt, das hängt natürlich wie so oft vom persönlichen Einsatzgebiet ab.

Neutraler Klang

Aus Gadget-Sicht können The Headphone schon einmal überzeugen, am Ende handelt es sich aber noch immer um Kopfhörer – und auch wenn diese drahtlos sind, so müssen sie dennoch mit einem guten Klang punkten können.

In unserem Hörtest zeigt sich bereits recht schnell, dass sich Bragi für ein anderes Sounding entschieden hat, als es aktuell bei vielen anderen Anbietern der Fall ist. The Headphone ist relativ neutral abgestimmt. Wie üblich mussten sich die drahtlosen In-Ears bei „Forgiven not Forgotten“ der Corrs beweisen. Spätestens dann, wenn die Drums einsetzen, zeigt sich, dass Bragi es ernst damit meint, die Bassgewalt etwas zurückzuschrauben. Entsprechend drängen sich die tiefen Töne nicht in den Vordergrund oder überlagern weitere Details. Allerdings fällt der Tieftonbereich wirklich sehr zurückhaltend aus, sodass ein recht dünnes Klangbild entsteht und den In-Ears auch dann das nötige Volumen fehlt, wenn es eigentlich zur Abrundung gebraucht werden würde.

Bei der anfänglichen Geige geht The Headphone wenig angestrengt an die Arbeit, es zeigt sich aber recht schnell, dass das benötigte Volumen fehlt. Im Gegenzug können die In-Ears aber mit einer detailreichen Spielweise auftrumpfen und arbeiten auch feine Akzente präzise h eraus. Die Singstimme von Andrea Corr wird ebenfalls sehr natürlich wiedergegeben und neigt auch bei größeren Lautstärken nicht dazu, unangenehm zu klingen.

Durchschnittliches wird bei der Räumlichkeit geboten. Zwar gibt es eine klare Links-Rechts-Unterteilung, eine feine Staffelung findet aber kaum statt. Die Bühne fällt entsprechend weniger ausgeprägt aus, als es bei anderen In-Ears ist.