Seite 3: Weitere Details und Klangcheck

 

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Eine Besonderheit ist dann zu erkennen, wenn das HS-260 von unten betrachtet wird. Dass bislang auf allen Bildern ein Kabel gefehlt hat, liegt nicht daran, dass es sich um ein Funk-Headset handelt, sondern daran, dass Func sowohl das Kabel als auch das Mikrofon abnehmbar gestaltet. Um den Komfort noch weiter zu steigern, ist es darüber hinaus auch möglich, sowohl Kabel als auch Mikrofon auf beiden Seiten des Headsets anzuschließen – so kann das HS-260 auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Zu erkennen ist an dieser Stelle auch, dass Func bei der Lautstärke-Steuerung nicht etwa auf eine Kabelfernbedienung zurückgreift, sondern einen kleinen Drehregler auf der Rückseite der linken Ohrmuschel integriert hat. Praktischer ist in den manchen Fällen sicherlich die Kabelfernbedienung, schlecht ist es aber nicht, genau zu wissen, an welcher Stelle der Regler nun direkt zu finden ist.

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Func legt dem HS-260 ein textilummanteltes Kabel bei, das firmentypisch auf die Farben Schwarz und Orange setzt. Wie so oft bei gesleevten Kabeln hat aber auch das HS-260 damit zu kämpfen, dass das Kabel vergleichsweise steif ausfällt. Was bei einer Maus sehr störend sein kann, macht sich bei einem Headset weniger deutlich bemerkbar. Mit einer Länge von 3 Metern ist das Kabel ausreichend dimensioniert, um auch dann problemlos genutzt zu werden, wenn der Rechner weiter von der eigentlichen Sitzposition entfernt ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite kann das Mikrofon angesteckt werden. Der Nachteil dieser Konstruktion: Das Mikro muss für den Fall der Fälle immer in Griffweite sein – und wird es dann, wenn es darauf ankommt, eventuell eben doch nicht sein. Dafür stört es aber auch nur dann, wenn es eben angesteckt ist. Das Mikrofon an sich hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Es ist etwa zwölf Zentimeter lang und lässt sich flexibel anpassen. Über einen Knopf an der Steckereinheit kann es darüber hinaus stumm geschaltet werden.

Praxiseinsatz + Klangcheck

Natürlich kommt es bei einem Headset abschließend aber darauf an, wie gut sich der Proband im jeweiligen Praxiseinsatz verkaufen kann.

Auf die Passform sind wir bereits kurz eingegangen: Auch nach einer längeren Gaming-Session lässt sich das HS-260 noch recht bequem tragen, nur das eigentliche Polster des Kopfbügels sollte noch etwas weicher ausfallen. Dafür befindet sich die Spannung des Headsets aber auf einem weniger störenden Level, als wir es schon bei vielen anderen Modellen erlebt haben – hier kneift und zwickt also auch nach einer längere Tragephase nichts. Die geschlossene Bauweise erfüllt dabei durchaus ihren Zweck. Zum einen werden die Ohren gut umschlossen, zum anderen werden Umgebungsgeräusche recht gut abgeschattet – das ist bei der Leder-Version noch einmal deutlicher der Fall, als bei den Nylon-Muscheln. Func findet dabei einen guten Mittelweg aus absoluter Abschottung und Offenheit gegenüber der Umwelt.

Sound-technisch spricht Func selbst davon, das Tonbild auf den Gaming-Bereich abgestimmt zu haben. Was bedeutet das für die Praxis? Manch einer wird es sich schon gedacht haben: Der schwedische Anbieter setzt auf eine typische „Badewannen-Abstimmung". Sowohl der Bass- als auch der Hochtonbereich werden überbetont, während der Grundtonbereich etwas schlanker ausfällt – ein Sounding, das in der Praxis gerne vorgenommen wird, da es subjektiv zu einem „spektakulären" Klang führt.

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Das zeigt sich auch beim HS-260. Funcs Headset kann mit einem ausgeprägten Bassbereich aufwarten, wobei das Headset vornehmlich auf einen präsenten Oberbass setzt, während der echte Tiefbass hier etwas zurückfällt. Das führt auf jeden Fall zu einem spektakulären Klangbild und sorgt dafür, dass sich das HS-260 ordentlich wohl fühlt, wenn nicht mit dem Bass gegeizt wird, das zeigten unsere Versuche mit Calvin Harris' „Under Control" oder „Pompeii" von Bastille. Gerade letzterer Song offenbarte aber auch eine Schwachstelle des HS-260. Der aufgedickte Bassbereich führt dazu, dass im Mittelton viele Details schlichtweg untergehen bzw. in den Hintergrund gedrängt werden. So wirken gerade komplexe Stücke etwas „dumpf" und unausgewogen.

Deutlich besser sieht es hingegen schon wieder beim Hochtonbereich aus. Das führt dazu, dass das HS-260 mit einem klaren und detailreichen Hochton aufwarten kann. Hier ist es Func gelungen, den Spagat zu schaffen, sodass das HS-260 trotz der Überbetonung der hohen Töne nicht nervt oder es zu einem Zischeln kommt. Die Bühnenabbildung liegt auf einem ordentlichen Niveau. Gerade in der Breite kann das HS-260 mit einer relativ präzisen Darstellung aufwarten.

Alles in allem führt das von Func gewählte Sounding also zu einer etwas unausgewogenen Wiedergabe bei Musik. Besser sieht es da schon beim Gaming-Einsatz aus, denn der beschriebene Klang-Eindruck führt dazu, dass Explosionen noch bedrohlicher klingen und sich Gegner durch den klaren Hochtonbereich und die breite Bühnenabbildung gut orten lassen (auf Surround-Unterstützung muss aber klar verzichtet werden). Der unterrepräsentierte Mitteltonbereich wird hier weniger auffällig wahrgenommen.

Einen unauffälligen Eindruck hinterließ das Mikrofon, denn es lässt sich gut auf die eigenen Gegebenheiten einstellen und liefert in unseren Versuchen einen klaren Klang.