Seite 2: Roccat Kave XTD im Detail

Wie bereits angesprochen handelt es sich bei unserem Testmuster um ein "richtiges" 5.1 Headset. Es wird also kein Raumklang wie bei vielen anderen Headsets durch eine Simulation erzeugt, sondern über mehrere Lautsprecher in jeder Hörmuschel realisiert. So wird jedes Ohr von jeweils einem 40 mm großen Treiber für die Front, einem Rear und einem  30-mm-Basslautsprecher beschallt. Eigentlich ist das Konzept des 5.1-Aufbaus bei Kopfhörern zwar relativ effektlos, da die Abstände der Lautsprecher innerhalb der Hörmuschel zu gering sind, wir sind aber dennoch gespannt, wie sich das Headset im Soundcheck schlagen wird, denn bereits das "alte" Kave konnte mit hervorragender Räumlichkeit punkten. Meist geht die Verwendung einer Vielzahl verschiedener Treiber eher zulasten der Qualität derselben. Logisch, denn statt zwei Treibern müssen ganze sechs Stück ins Budget des Headsets eingeplant werden.

roccat kave

Rein optisch hat sich bei Roccats neuem Kave XTD nicht viel getan. Es kommt immer noch in schlichtem aber hübschen Schwarz daher, was dem Großteil der Käuferschicht gefallen dürfte. Der Kunststoff wirkt erfreulich hochwertig. Auffällig ist die schiere Größe der Ohrmuscheln, welche ebenfalls dem 5.1-Konzept geschuldet ist. Dadurch ist auch das Kave XTD nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Es bringt 335 g auf die Waage, immerhin schon ein gutes Drittel weniger als der Vorgänger aus dem Hause des Hamburger Herstellers. Die Größenverstellbarkeit des Bügels ist gut gerastert und auch das Kabel des Kave XTD wirkt robust. Seitens der haptischen Qualität haben wir also keine Bedenken.

Bei unserem Probanden handelt es sich um ein geschlossenes Headset. Trotzdem schirmt es den Hörer nicht komplett von der Außenwelt ab, die Personen um den Nutzer herum, kriegen aber auch nur wenig mit vom Spielgeschehen. Etwa das Tippen auf der Tastatur ist in den meisten Fällen sicher lauter. Der Anpressdruck ist dennoch recht hoch, empfindliche Gemüter könnten hier auf Dauer Probleme bekommen. Wir sind diesen Umstand jedoch bereits vom Vorgänger und etwaigen anderen Probanden gewohnt, weshalb wir hier keinen unangenehmen Druck verspüren, sondern eher den festen Halt auf dem Kopf loben, der bei dem relativ hohen Gewicht des Probanden wichtig ist.

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Für den nötigen Komfort während langer Spielesessions hat Roccat die Ohrmuscheln mit angenehm weichen Kunstlederpolstern versehen, die für ein gutes Tragegefühl sorgen. Der Kopfbügel verfügt über ein Schaumstoffpolster, das deutlich bequemer als die drei Lederpolster des Kave ist. Uns war es somit möglich das Kave ohne größere Probleme viele Stunden zu tragen. Erfahrungsgemäß werden die Ohren im Sommer aber durch die Lederpolster und den Anpressdruck leicht etwas schwitzig.

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Per Bluetooth kann das Smartphone mit dem Kave XTD gekoppelt werden. Bei Annahme eines Anrufs wird das Mikrofon dann im Teamspeak gemutet und der Spielsound ausgeblendet, sodass ein Telefonat ungestört möglich ist. Zudem lassen sich alle Kanäle einzeln in ihrer Lautstärke regeln und die Wahl zwischen Movie- und Gamemode tätigen. An der Rückseite der Kabelfernbedienung befinden sich vier 3,5-mm-Klinkeausgänge, an die ein Soundsystem angeschlossen werden kann, sodass man einfach zwischen Headset und Lautsprechern umschalten kann. Sehr gut!