Seite 2: Asus Xonar Phoebus im Detail

Die Phoebus nutzt einen CMI 8788DH Oxygen Express als Soundchip, der aus dem Hause C-Media stammt. Dieser unterstützt erstmalig nativ den PCI-Express-Standard, sodass kein Brückenchip mehr nötig ist.

Der EMI-Shield, welcher elektrische Störfrequenzen vom analogen Teil der Soundkarte abhalten soll, macht schon rein optisch einen komplett anderen Eindruck als das doch eher schlichte, schwarz-goldene Design der Essence-Reihe. Die Form wirkt wesentlich futuristischer, aggressiver: Sofort erkennt man den eindeutigen Zuschnitt auf den Gaming-Sektor.

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Damit Störinterferenzen nicht das analoge Signal beeinflussen, setzt ASUS nicht nur auf einen EMI-Shield, sondern auch auf ein mehrschichtiges PCB: Zwischen der Schicht des digitalen Signals und der Stromversorgung befinden sich 2 Schichten, die Störungen abfangen und erst dann folgt der analoge Bereich.

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Im oberen linken Viertel befindet sich die Kopfhörerverstärkungseinheit, im Genaueren handelt es sich um den TPA6120A2. Dieser erlaubt verschiedene Gain-Einstellungen, wodurch er auch Kopfhörer mit bis zu einer Impedanz von 600 Ohm antreiben kann. Direkt daneben liegt der DAC-Chip PCM1796 von Burr-Brown, welcher doppelt verbaut wurde. Im Grunde ist dieser dem PCM 1792A, welcher auf der ASUS Xonar Essence ST verwendet wird, sehr ähnlich, weshalb die Wandlerqualität weitestgehend gleich sein sollte. Als Operationsverstärker setzt ASUS den NJM2114 von JRC ein.

Rechts oben befinden sich die Anschlüsse für das Front-Panel und die Buchse der externen 6-Pin-PICe-Stromversorgung.

Im unteren linken Teil, getrennt durch einen zusätzlichen Shield vom Kopfhörerbereich, ist die Elektronik für Mehrkanal-Ausgabe beheimatet.

Das Signal-Rausch-Verhältnis liegt dank dem überaus durchdachtem Aufbau bei 118 dB.

Das I/O-Panel wartet mit allerlei 3,5 mm Klinke Ein- und Ausgängen auf. Neben dem Mikrofon-Eingang und dem Kopfhöreranschluss befindet sich ein Eingang, der zur Kommunikation mit der Control Box dient. Sehr schön ist, dass der Kopfhörerausgang und der Mikrofoneingang seitens ASUS in den entsprechenden Farben beleuchtet wurden, sodass man auch unter dem Schreibtisch an der Hinterseite des PCs die richtigen Anschlussmöglichkeiten findet.

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ASUS bietet mit der Xonar Phoebus wieder eine Soundkarte, die mit analogen Mehrkanal-Soundsystemen kompatibel ist, also Ausgänge für Front, Center/Subwoofer und Rear. Nicht fehlen dürfen natürlich weder ein Line-In sowie ein SPDIF-Ausgang.

Kommen wir zur Control-Box, die definitiv einen Mehrwert darstellt. Sie fungiert hauptsächlich als eine Art Kabelfernbedienung und Kontrollstation für Headsets. In Hinblick auf die haptische Qualität wurden wir etwas enttäuscht: Die Box besteht nämlich aus Kunststoff, welcher keinen besonders hochwertigen Eindruck macht. Er wirkt zwar nicht minderwertig, jedoch hätten man hier angesichts des UVP-Preises von 170 Euro nicht sparen müssen.

Angeschlossen wird die Control-Box direkt an der Soundkarte, belegt also die Anschlüsse für Kopfhörer, Mikrofon und den Klinke-Ausgang, der eigens für die Control-Box vorgesehen ist. Nach unserem Geschmack hätte das Kabel allerdings etwas länger ausfallen können, damit die Control-Box auch auf höheren Schreibtischen platziert werden kann. Die Kabelfernbedienung verfügt so gesehen nur über einen Regler für die Lautstärkeregulierung - alle anderen Funktionen müssen über den Treiber angesteuert werden, was anders aber auch nicht sinnvoll zu realisieren gewesen wäre.

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Als besonderes Schmankerl für Besitzer eines HiFi-Kopfhörers, der über kein Mikrofon verfügt, bringt die Control-Box ein integriertes Mikrofon mit - genauer gesagt sogar mehrere, um das folgende Feature zu ermöglichen. Die Mikrofone bieten die Möglichkeit, mithilfe der Software nur Geräusche aufzunehmen, die sich in einem 30 Grad Winkel vor und 18 Grad über der Control-Box befinden. Davon verspricht sich ASUS nur die Stimme des Anwenders aufzunehmen, anstelle aller Geräusche aus dem Raum. In der Praxis hat das bei uns nicht so funktioniert, wie es soll. Stimmen werden dennoch aus den verschiedensten Richtungen aufgenommen. Deutlich herausgefiltert wurden hingegen sämtliche Nebengeräusche wie Tastatur-Tippen oder dergleichen. Muten lässt sich das Mikrofon mit einem einfachen Druck auf das Rad zur Lautstärkeregulierung.