Seite 2: Das ASRock Rack ROMED4ID-2T im Detail

Die Auflistung der technischen Details ist das Eine, etwas anschaulicher wird der Funktionsumfang aber sicherlich, wenn wir uns das ASRock Rack ROMED4ID-2T im Einzelnen etwas genauer anschauen - und genau das wollen wir nun tun.

Der Sockel-SP3 samt Abdeckung und Mechanismus nimmt eine nicht unerhebliche Fläche des Mainboards ein. Gut ein Viertel bis ein Drittel dürften es sein und entsprechend wenig Platz bleibt für die weiteren Komponenten. Über und unter dem Sockel sind die DIMM-Steckplätze zu sehen, darunter der M.2- und der PCIe-Erweiterungssteckplatz. Rechts befinden sich die SlimSAS-Anschlüsse, am oberen Rand die Netzteilanschlüsse. Alle weiteren I/O-Komponenten sitzen auf oder hinter der I/O-Blende.

Da auf dem ASRock Rack ROMED4ID-2T nur Platz für vier DIMM-Steckplätze war, können auch nur vier der acht Speicherkanäle des EPYC-Prozessors angesprochen werden. Für Anwendungen, die auf eine möglichst hohe Speicherbandbreite angewiesen sind, kann dies bereits eine Einschränkung sein. Schnelle NVMe-Server wäre eine solche Anwendung, allerdings ist das Mainboards dazu nicht vorgesehen.

Zwischen den beiden unteren DIMM-Steckplätzen und der PCIe-Erweiterung befindet sich die Möglichkeit eine M.2-SSD zu verbauen. Diese ist dann über vier PCIe-4.0-Lanes angebunden und dürfte in den meisten Fällen für das Betriebssystem verwendet werden.

ASRock Rack ermöglicht den Betrieb von EPYC-Prozessoren bis zu einer TDP von 280 W. Die Spannungsversorgung wirkt im Vergleich zu dieser Maximalleistung eher spartanisch – vor allem wenn man dies gegen die Consumer-Mainboards stellt, die über fast zwei Dutzend Phasen und eine aufwendige Kühlung verfügen.

Über die PCIe-4.0-Lanes des Prozessors werden gleich sechs SlimSAS-Anschlüsse zur Verfügung gestellt. Jeder dieser Anschlüsse ist über acht PCIe.4-0-Lanes angebunden und dementsprechend kommen hier insgesamt 48 Lanes zum Einsatz. Die EPYC-Prozessoren bieten aber bis zu 128 Lanes, sodass hier noch weiterer Spielraum geblieben wäre. An jeden SlimSAS können bis zu vier Laufwerke angeschlossen werden. Dies können jeweils vier SAS/SATA-Laufwerke sein oder aber auch ein SFF-8643 für entsprechende SSDs. Bis zu 24 Laufwerke können direkt an an den Prozessor angebunden werden.

Zwischen den Anschlüssen auf der I/O-Blende befindet sich der ASPEED AST2500, der ein Baseboard Management Controller (BMC) ist. Er stellt eine Möglichkeit des Managements dar, auch wenn das Mainboard nicht in einem Gehäuse verbaut oder keine Grafikkarte vorhanden ist. Der AST2500 gibt über den VGA-Anschluss ein Bild aus, ermöglicht aber auch eine Steuerung über eine Netzwerkschnittstelle (Intelligent Platform Management Interface, IPMI). Dazu ist ein Realtek RTL8211E direkt an den Chip angebunden und kann darüber in das Netzwerk eingebunden werden. 

Der BMC kommuniziert aber auch direkt über I2C mit den Gehäuseanschlüssen und kann das Board starten, neu starten oder herunterfahren. Aber auch der Intelligent Platform Management Bus (IPMB) und das Trusted Platform Module (TPM) können über den BMC angesteuert werden. Die genaue Funktion des BMC schauen wir uns später noch an.

Die I/O-Blende zeigt sich für ein Server-Mainboard gewohnt aufgeräumt. Hier zu finden nur nur 2x USB 3.0, 2x 10GbE für die Anbindung an das Netzwerk sowie einmal Gigabit-Ethernet für das Management des Systems. Außerdem erfolgt die grafische Ausgabe des BMC per VGA-Ausgang.

Nicht immer lohnt sich der Blick auf die Rückseite eines Mainboards. Häufig findet sich hier auch die Backplate in Form einer Metallplatte am Sockel – so auch hier. Bei den High-End-Versionen der Desktop-Platinen verbauen die Hersteller häufig auch Backplate, die einen Großteil des PCBs abdecken.

Beim ASRock Rack ROMED4ID-2T befinden sich hier aber auch einige größere Bauteile auf der Rückseite.

Unter anderem sitzen hier einige Kondensatoren der Spannungsversorgung und selbst eine Art größerer Jumper lässt sich hier erkennen. Auf der anderen Seite des Sockels sitzt unter anderem der NAND des BMC, aber auch hier noch einmal: Derart viele Kondensatoren und Microcontroller findet man nicht allzu häufig auf der Rückseite, ist im Falle des ASRock Rack ROMED4ID-2T dem fehlenden Platz geschuldet.