Seite 2: Das ASRock Rack D1622D4I

Nun wollen wir uns das D1622D4I einmal etwas genauer anschauen und auf die einzelnen Funktionen eingehen.

Als Mini-ITX-Mainboard kommt das ASRock Rack D1622D4I auf Abmessungen von 170 x 170 mm. Daher eignet es sich auch für den Einbau in kleinen Gehäusen und kann mitsamt der ebenfalls verwendeten Festplatten als Homeserver oder Home-NAS in jeder Ecke versteckt werden. In der Mitte ist der Kühler zu erkennen, unter dem sich der Intel Xeon D-1622 verbirgt. Links davon sind die vier DIMM-Steckplätze zu erkennen, die natürlich etwas mehr Platz belegen, als dies bei den SO-DIMMs der Fall ist.

Die wichtigsten Daten des Intel Xeon D-1622 haben wir bereits angesprochen. Die vier Kerne der Hewitt-Lake-Plattform basieren noch auf der Broadwell-Architektur. Die Modelle der D-1600-Serie kommen auf zwei bis acht Kerne, unterstützen 128 GB DDR4 mit bis zu 2.400 MHz und haben eine Thermal Design Power von 22 bis 65 W. Unser Modell kommt auf 40 W und bietet einen Basis- und Boost-Takt von 2,6 bzw. 3,2 GHz.

Einen externen Chipsatz benötigen diese Prozessoren nicht. Sie stellen daher auch alle I/O-Funktionen zur Verfügung. Dies wären unter anderem 32 PCI-Express-3.0/2.0-Lanes, die als x24 Gen3 + x8 Gen2 organisiert sind.

In der linken Ecke des Mainboards ist der ASPEED AST2500 untergebracht, der ein Baseboard Management Controller (BMC) ist. Er stellt eine Möglichkeit des Managements dar, auch wenn das Mainboard nicht in einem Gehäuse verbaut wurde oder keine Grafikkarte vorhanden ist. Der AST2500 gibt über den VGA-Anschluss ein Bild aus, ermöglicht aber auch eine Steuerung über eine Netzwerkschnittstelle (Intelligent Platform Management Interface, IPMI). Dazu ist ein Realtek RTL8211E direkt an den Chip angebunden und kann darüber in das Netzwerk eingebunden werden. 

Der BMC kommuniziert aber auch direkt über I2C mit den Gehäuseanschlüssen und kann das Board starten, neustarten oder herunterfahren. Aber auch der Intelligent Platform Management Bus (IPMB) und das Trusted Platform Module (TPM) können über den BMC angesteuert werden. Die genaue Funktion des BMC schauen wir uns später noch an.

Links des BMC scheint noch Platz für einen weiteren Chip zu sein. ASRock Rack bietet vom D1622D4I auch noch anderen Varianten an, die dann etwas anders bezeichnet werden und weitere Ausstattungsmerkmale bieten. Über dem BMC und direkt neben dem PCI-Express-Steckplatz ist der M.2-Steckplatz zu erkennen, der NVMe-SSDs bzw. M.2-Module im Format 2280 aufnimmt.

Der mini-SAS-HD-Anschluss ist eine zentrale Komponente des ASRock Rack D1622D4I, denn darüber können vier SATA-Laufwerke angeschlossen werden. Rechts davon sind in weiß und rot zwei weitere SATA-Anschlüsse zu sehen. Der rote Anschluss teilt sich dabei die Anbindung mit dem M.2-Steckplatz – es kann also nur einer von beiden zugleich genutzt werden.

ASRock Rack packt in den Lieferumfang des Mainboards einen mini-SAS-HD-Adapter, der wiederum auf vier SATA-Anschlüsse auflöst. Die Stromversorgung muss natürlich über das Netzteil kommen.

Unten in blau zu sehen ist der PCI-Express-Steckplatz, der über 16 Lanes angebunden ist. Auf diesem ließen sich weitere Storage- oder Netzwerk-Controller installieren, um das System entsprechend den eigenen Wünschen anzupassen. Natürlich kann hier auch eine dedizierte Grafikkarte verbaut werden, was vor allem zur initialen Einrichtung des Systems nicht ganz unwichtig ist. Danach kann die Steuerung im laufenden Betrieb eigentlich komplett per IPMI vorgenommen werden.

Auf vier DIMM-Steckplätzen können 4x 32 GB an DDR4-Speicher mit einem Takt von bis zu 2.133 MHz untergebracht werden. Beim Speicherausbau ist man also recht flexibel, da Module mit ECC erschwinglich sind. Für den Maximalausbau müssen es aber RDIMM-Module sein, als UDIMM sind maximal 16 GB pro Modul möglich.

Auf Seiten der I/O-Anschlüsse bietet das ASRock Rack D1622D4I auf der linken Seite einen RJ45 für den Zugriff auf den BMC bzw. das Intelligent Platform Management Interface (IPMI). Darunter sind die beiden USB 3.1 Gen1 mit 5 GBit/s zu sehen. Rechts davon befindet sich ein Taster. Wird der UID-Schalter gedrückt, leuchtet dieser auf und auch eine LED auf der anderen Seite des Mainboards leuchtet. Auch über das IPMI-Interface kann die LED zum Leuchten gebracht werden. Somit lässt sich die mehrfach im Rack verbaute Hardware recht leicht identifizieren.

In der Mitte sind die beiden 1-GBit-Ethernet-Anschlüsse zu sehen. Sie werden verwendet, um das D1622D4I in das Netzwerk anzubinden. Als Controller kommt ein Intel i210 zum Einsatz. Mit einem Durchsatz von 1 GBit/s bewegt man sich hier im unteren Bereich dessen, was aktuell an Netzwerkhardware ausgeliefert wird. Teilweise stattet die Hersteller ihre Mainboards und NAS schon mit 2.5G-, 5- oder gar 10G-BaseT aus. Ganz rechts ist der VGA-Anschluss zu sehen, der an den BMC angebunden ist.