Seite 8: Fazit

Wer das High-End-X470-Mainboard von MSI besitzen möchte, muss zum X470 Gaming M7 AC greifen, welches das einzige Mitglied der Enthusiast-Gaming-Produktreihe ist, dafür aber auch eine umfangreiche Ausstattung zu bieten hat. Beeindruckend sehen zwar die 14 CPU-Spulen aus, doch auf der PCB-Rückseite hat MSI insgesamt sieben Phasen-Doppler integriert, sodass diese also in der 6+1-Konfiguration ans Werk gehen. Für den Betrieb selbst reicht das aber allemal aus und auch für das Overclocking ist das MSI X470 Gaming M7 AC dank der beiden 8-poligen EPS12V-Anschlüsse bestens gerüstet.

Der AM4-CPU können aufgrund der vier DIMM-Bänke bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher zur Seite gestellt werden. MSI gibt die Slots bis zu einer effektiven Speicher-Taktfrequenz von 3.600 MHz frei. Dieser Korridor reicht in den meisten Fällen aus, da die meisten Anwender zu DDR4-3000- oder DDR4-3200-DIMMs greifen. Für die Erweiterungskarten hat sich MSI für zwei CPU-seitige und mechanische PCIe-3.0-x16-Slots entschieden. Zusätzlich sind aber auch dreimal PCIe 2.0 x1 und einmal PCIe 2.0 x16 (mechanisch) mit an Bord.

HDDs und SSDs finden ihren Platz an sechs angewinkelten SATA-6GBit/s-Ports und an zwei M.2-M-Key-Schnittstellen. Letztere werden vom FCH-Kombikühler auf Temperatur gehalten. MSI hat dafür eine komfortable Aufklapptechnik integriert, der zuvor schon beim X370 Gaming M7 ACK zum Einsatz kam. Generell muss der Besitzer auf keinen Onboard-Komfort, wie Power- und Reset-Buttons verzichten, sondern hat zudem Zugriff auf eine Debug-LED und den Game-Boost-Knob onboard sowie auf einen CMOS-Clear- und USB-Flashback+-Button am I/O-Panel.

Zur weiteren Ausstattung gehören acht USB-3.1-Anschlüsse der ersten Generation, drei Stück der zweiten Generation (davon einmal als onboard-Header) sowie sechsmal USB 2.0, sodass also auch zahlreiche USB-Geräte angeschlossen werden können. Etwas RGB-LED-Beleuchtung befindet sich auf der I/O-Panel-Abdeckung und auf der PCB-Unterseite auf Höhe der DDR4-DIMM-Slots. Mit zwei RGB-Headern, einem adressierbaren RGB-Header und einem Corsair-LED-Anschluss kann die Beleuchtung erweitert werden. Für das MSI X470 Gaming M7 AC gibt es übrigens auch einen passenden Monoblock von EK Water Blocks.

Neben dem Audio-Boost-4-Feature hat MSI großen Wert auf Netzwerk-Flexibilität gelegt, denn abgesehen von einmal Gigabit-LAN (Killer E2500) ist auch ein WLAN-802.11a/b/g/n/ac- und Bluetooth-4.2-Modul (Intel Wireless-AC 8265) am I/O-Panel untergebracht worden. Beim WLAN-Feature hat sich MSI die Kritik an der Zusatzkarte bei den Vorgänger-Platinen zu Herzen genommen und hat das Modul auf das I/O-Panel verfrachtet. Eine gute Entscheidung.

In Sachen Leistungsaufnahme gibt es im Leerlauf nichts zu beanstanden, unter Last allerdings zeigt sich das X470 Gaming M7 AC eher stromhungrig, was allerdings nicht jeden Nutzer stören wird.

Mit mindestens 236 Euro ist das MSI X470 Gaming M7 AC kein Budget-Geheimtipp, doch wer High-End möchte, muss eben ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen. Generell ist das MSI X470 Gaming M7 eine überzeugende Platine für AMDs Ryzen-Prozessoren. 

Positive Eigenschaften des MSI X470 Gaming M7 AC:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer guten CPU-Spannungsversorgung
  • sehr gute Ausstattung, u.a. sechs SATA-6GBit/s-Schnittstellen, acht USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und drei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • gute Gesamtperformance, gute Stabilität und gute Energieeffizienz im Idle
  • zwei M.2-M-Key-Schnittstellen (32 GBit/s und 16 GBit/s)
  • zahlreiche Header für RGB-Beleuchtung
  • WLAN-AC- und Bluetooth-4.2-Modul
  • viel Onboard-Komfort, wie Debug-LED, Power- und Reset-Button

Negative Eigenschaften des MSI X470 Gaming M7 AC:

  • hohe Leistungsaufnahme unter Last

Wer beim Thema AMD Ryzen von X470 in die Vollen gehen möchte, empfiehlt sich der Einsatz des MSI X470 Gaming M7 AC. Für einen annehmbaren Preis wird eine großzügige Ausstattung geboten.

Persönliche Meinung

Ich habe zwar auch für den X470-Chipsatz ein XPower-Gaming-Modell von MSI erwartet, aber das X470 Gaming M7 AC ist bis auf den Killer-Netzwerkchip ebenfalls ein schickes Board geworden. Allerdings wären mir auch die 236 Euro etwas zu viel für ein Mainboard, sodass meine Wahl auf ein anderes Modell fallen würde. (Marcel Niederste-Berg)