Seite 9: Fazit

Neben dem Z370 Gaming M5 ist das Z370 Godlike Gaming nicht nur Teil der Enthusiast-Gaming-Produktreihe, sondern auch gleichzeitig das Flaggschiff der gesamten Z370-Platinen von MSI. Auf dem MSI Z370 Godlike Gaming wurde die "Crème de la Crème" verbaut und trotz der unweigerlich vorhandenen Restriktionen in einigen Bereichen hat es die Ausstattung in sich. Angefangen bei der wuchtigen CPU-Spannungsversorgung mit 18 Spulen, über vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze und einen PCIe-3.0-x1-Slot wird von MSI einiges aufgefahren. Trotz der Gaming-Ausrichtung wurde das Thema Overclocking definitiv nicht ausgeklammert, was auch schon an den bereits angedeuteten 18 Spulen erkennbar ist.

Doch der Hersteller hat auch entsprechende Komfort-Funktionen auf dem E-ATX-Mainboard integriert, wie einen Power- und Reset-Button, fünf Spannungsmesspunkte, einen OC-Retry- und einen OC-Force-Enter-Taster. Mit dem ebenfalls vorhandenen Game-Boost-Knob kann der Anwender auf einfache Weise den Core i5-8600K oder den Core i7-8700K übertakten. Hinzu kommen drei DIP-Schalter zum Aktivieren/Deaktivieren der drei CPU-seitigen PCIe-3.0-x16-Slots sowie ein BIOS-Switch, denn das MSI Z370 Godlike Gaming bringt zwei BIOS-ROMs mit. Die Debug-LED hilft dagegen beim Troubleshooting.

Der Storage-Bereich wurde mit sechsmal SATA 6GBit/s, einmal U.2 und dreimal M.2 (M-Key) ordentlich ausgebaut. MSI liefert für die M.2-Schnittstellen auch jeweils ein M.2-Shield mit. Der Nachteil allerdings ist die Tatsache, dass nicht alle Storage-Anschlüsse zeitgleich genutzt werden können. Auf der zweiten Seite dieses Artikels haben wir uns dem Thema Restriktionen zum MSI Z370 Godlike Gaming gewidmet. Und diese Restriktionen reichen je nach Anschluss gar bis zu den beiden PCH-seitigen PCIe-Schnittstellen und dem dritten LAN-Port.

Etwas Kompensation bietet die beiliegende M.2-Xpander-Z-Zusatzkarte, welche zwei weiteren M.2-M-Key-SSDs aufnehmen kann und mit acht Gen3-Lanes von der CPU gekoppelt werden muss. In diesem Fall jedoch wird die Grafikkarte mit lediglich acht Gen3-Lanes versorgt. Die summierten 40 Gen3-Lanes reichen also bei weitem nicht aus, um alle Anschlüsse direkt anzubinden.

Ein großes Thema beim MSI Z370 Godlike Gaming ist der Netzwerkbereich. Verbaut wurden drei Gigabit-LAN-Ports, welche jeweils über einen Killer-E2500-Netzwerkcontroller von Rivet Networks angebunden wurden. Obendrauf kommt auch noch das Killer-Wireless-AC-1535-Modul. So stehen dem Anwender jede Menge Optionen zur Verfügung. Sei es die normale Verwendung oder die Nutzung des DoubleShot-Pro- oder xTend-Features. An USB-Schnittstellen halten sich hingegen drei Stück der zweiten USB-3.1-Generation, zehn Stück der ersten USB-3.1-Generation und sechsmal USB 2.0 bereit. Letztere lassen sich durch das mitgelieferte USB-Xpander-Modul um acht Anschlüsse erweitern.

In zweifacher Ausführung wurde der Realtek-ALC1220-Audio-Codec verbaut, einer für den Front- und einer für den Rear-Bereich (I/O-Panel). Dabei wurde der Sound-Bereich um zwei ESS-DACs und zahlreichen Audio- und WIMA-Kondensatoren erweitert. Unüblich ist zudem eine 6,35-mm-Klinke-Buchse für (High-End-)Kopfhörer. Wenn auch verständlich, müssen wir dennoch die hohe Leistungsaufnahme erwähnen, welche für ein Kaliber wie dem MSI Z370 Godlike Gaming nicht verwunderlich ist. Verglichen mit dem Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming mit einer moderaten Ausstattung konnten wir Unterschiede von etwa 35 Watt feststellen. Dem Enthusiasten dürfte diese Tatsache jedoch nicht weiter stören.

Und dem aktuellen Trend entsprechend verfügt das MSI Z370 Godlike Gaming natürlich über zahlreiche RGB-LEDs, die in verschiedenen Modi leuchten können. Mit im Lieferumfang befindet sich ein 5050-LED-Strip. Das UEFI kommt in gewohnter aber guter MSI-Optik daher und hinterließ keinen negativen Eindruck. Einzig die Tatsache, dass sich die RGB-LEDs nicht direkt über das BIOS ausschalten lassen, finden wir etwas schade. Somit bleibt der kleine Umweg über die MSI-Mystic-Light-Software.

Für das MSI Z370 Godlike Gaming muss der Interessent satte 443 Euro auf den Tisch legen, womit also feststeht, dass nur ein sehr geringer Teil bereit sein wird, diese Summe für das MSI Z370 Godlike Gaming zu investieren. Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass das Flaggschiff-CPU-Modell, der Core i7-8700K, für weniger als 443 Euro zu haben ist, auch wenn es bei der aktuellen Verfügbarkeit sehr mau aussieht.

ta msi z370 godlike

Positive Eigenschaften des MSI Z370 Godlike Gaming:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr guten CPU-Spannungsversorgung mit 18 Spulen
  • luxuriöse Ausstattung, u.a. sechs SATA-Schnittstellen, zehn USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und drei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • umfangreiches Zubehör, u.a. M.2-Xpander-Z-Karte und USB-Xpander-Modul
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an vier PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und gute Stabilität
  • drei M.2-Schnittstellen
  • extrem umfangreicher Onboard-Sound-Bereich
  • drei Gigabit-LAN-Ports
  • WLAN-AC
  • 6,35-mm-Klinke-Ausgang
  • jede Menge Onboard-Komfort

Negative Eigenschaften des MSI Z370 Godlike Gaming:

  • sehr hoher Preis
  • hohe Leistungsaufnahme
  • Restriktionen verhindern gleichzeitige Nutzung aller Anschlüsse

Trotz der teilweise scharfen Einschränkungen ist das MSI Z370 Godlike Gaming ein beindruckendes Stück Hardware für einen LGA1151-Prozessor der Coffee-Lake-S-Familie.

Alternativen? ...gerade preislich nach unten gibt es einige. Das von uns getestete Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming kann von der Ausstattung her zwar nicht mit dem MSI Z370 Godlike Gaming mithalten, doch bekommt der Käufer eine sehr gute Basis für Coffee Lake-S.

Persönliche Meinung

Von den genannten Kontra-Punkten des MSI Z370 Godlike Gaming finde ich die Restriktionen tragisch, auch wenn es verständlich ist, dass die summierten 40 Gen3-Lanes einfach nicht ausreichen, um alles direkt anzubinden. Allerdings muss sich der Käufer dieses Bretts für den einen oder anderen Anschluss entscheiden.

Davon abgesehen wird dennoch jede Menge an Ausstattung geboten. Wie oft sieht man ein Desktop-Mainboard mit gleich drei LAN-Ports? Mein persönlicher Wunsch an MSI ist ein Enthusiast-Gaming-Mainboard mit einer Intel-NIC. So ist es bei mir selbst nun das MSI Z370 Gaming Pro Carbon geworden.

Bei einem Straßenpreis von 443 Euro werden vermutlich keine hohen Stückzahlen verkauft werden, aber dennoch ist es verständlich, dass auch für die Enthusiasten-Zielgruppe zumindest eine Platine angeboten werden sollte. Von den Restriktionen abgesehen ist das MSI Z370 Godlike Gaming ein beeindruckendes Stück Hardware, das mit großer Sicherheit nicht jeder sein Eigen nennen darf und wird. (Marcel Niederste-Berg)