Seite 8: Fazit

Unsere Reise der neuen Mainboards mit Intels 200-Chipsatzserie haben wir mit dem ASUS Maximus IX Formula fortgesetzt, das derzeitige Flaggschiff der mittlerweile neunten Maximus-Modellreihe und Bestandteil der Republic-of-Gamers-Produkte. Genau wie die Kaby-Lake-S-Prozessoren, wie der Core i5-7600K und der Core i7-7700K, ist auch das ASUS Maximus IX Formula als Evolution anzusehen. Im ersten Vergleich zwischen dem Maximus VIII Formula (Intel Z170) und dem neuen Maximus IX Formula mit Intels Z270-Chipsatz sehen beide Platinen nahezu identisch aus. Die Unterschiede liegen unter dem großflächigen ROG-Armor verborgen, der erneut mit einer ebenfalls großflächigen Backplate an dem ATX-Mainboard fixiert wurde. Auf Wunsch kann der Anwender jedoch beides ohne Nachteile mittels neun Schrauben entfernen.

Unverändert bietet ASUS auch beim Maximus IX Formula jeweils drei mechanische PCIe-3.0-x16- und PCIe-3.0-x1-Steckplätze. Zwei von den großen Schnittstellen arbeiten dabei eng mit der LGA1151-CPU zusammen. Unterstützt wird natürlich auch hier ein 2-Way-Multi-GPU-Setup mit zwei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten. Eine dritte AMD-Grafikkarte nimmt das Mainboard ebenfalls auf, auch wenn dies nur sehr begrenzt Sinn ergibt. Bei zwei von drei PCIe-3.0-x16-Slots hat ASUS auch das Safe-Slot-Feature angewandt. Wie gewohnt ist der VRM-Kühler gleichzeitig für die Einbindung in einen Wasserkühlungskreislauf vorbereitet. Hierfür halten sich G1/4-Zoll-Anschlüsse bereit. Der Wasserkühlungseinsatz ist jedoch rein optional. Der VRM-Bereich selbst besteht aus zehn NexFET-MOSFETs, die als Antreiber für die zehn Spulen verantwortlich sind.

Faktenreiche Unterschiede zum Vorgängermodell existieren einerseits beim Storage-Bereich. Anstatt auf zwei SATAe-, vier SATA-6GBit/s-Buchsen und jeweils einen M.2- und U.2-Konnektor zu setzen, sind es beim neuen Maximus IX Formula sechs native SATA-6GBit/s-Ports und zwei M.2-M-Key-Schnittstellen. Änderungen wurden auch bei den USB-Anschlüssen vorgenommen. Löblich ist der Einsatz von gleich zwei ASMedia-ASM2142-Chips als USB-3.1-Gen2-Controller, die eine hervorragende Leistung gezeigt haben. Des Weiteren erhält der Anwender Zugriff auf jeweils sechs USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Buchsen. Beim Maximus VIII Formula waren es hingegen noch insgesamt zehn USB-3.1-Gen1-Schnittstellen. Da ASUS beim Vorgänger noch auf den Intel DSL6540 (Alpine Ridge) gesetzt hat, fällt beim Maximus IX Formula auch die Thunderbolt-3.0-Unterstützung weg.

Flexibel gestaltet sich jedoch erneut die Netzwerkanbindung. Diese kann entweder kabellos über das WLAN-AC- und Bluetooth-4.1-Modul oder doch kabelgebunden über den Gigabit-LAN-Port erfolgen. Im letzteren Fall übernimmt wieder der Intel-I219-V-Controller das Kommando. Um die Audio-Wiedergabe kümmert sich das erneuerte SupremeFX-Audio-Feature inklusive neuem Codec und 12 Audio-Kondensatoren. Wie es sich für ein Mainboard der Oberklasse gehört, wurde auch an Onboard-Komfort gedacht. Auf Höhe der vier DDR4-DIMM-Speicherbänke hat ASUS neben einer Diagnostic-LED jeweils einen Power- und Reset-Button hinterlassen. Am unteren PCB-Rand halten sich ein Retry-, Safe-Boot-, ein MemOK!-Button sowie ein Slow-Mode-Switch und ein LN2-Mode-Header auf.

ASUS geht weiterhin mit dem aktuellen LED-Trend mit und hat das Maximus IX Formula mit einigen RGB-LEDs auf Höhe des I/O-Panels, zwischen CPU-Sockel und den Erweiterungssteckplätzen sowie im PCH-Bereich bestückt. Wem das nicht genügt, kann zwei weitere LED-Lichterketten ans Mainboard anklemmen. Ansonsten lässt sich die gesamte Beleuchtung auch ausschalten. Beim BIOS bleibt alles beim (guten) Alten und es hat einen guten Eindruck hinterlassen. In Sachen Leistungsaufnahme konnte das ASUS Maximus IX Formula gerade im Idle absolut überzeugen.

Auch wenn der Preis für das ASUS Maximus IX Formula derzeit nicht bekannt ist, kann davon ausgegangen werden, dass der Interessent mindestens 350 Euro einplanen muss. Wem jedoch die Optik gefällt und bereit ist, den zweifellos hohen Preis zu bezahlen, bekommt im Umkehrschluss eine sehr gute Basis für die neuen Kaby-Lake-Prozessoren.

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus IX Formula:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr guten CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • gute Ausstattung, u.a. sechs SATA-6GBit/s-Schnittstellen, sechs USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und vier USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und sehr gute Effizienz
  • zwei M.2-Slots mit 32 GBit/s
  • Backplate und ROG-Armor können entfernt werden

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus IX Formula:

  • sehr hoher Preis

ASUS hat mit dem Maximus IX Formula eine gute technische Basis für die siebte Core-Generation geschaffen, welche jedoch ihren Preis kostet und mit Sicherheit nicht jeden überzeugen dürfte. Nichtsdestotrotz erhält das ASUS Maximus IX Formula von uns den Excellent-Hardware-Award.

eh asus maximus ix formula

Alternativen? Wer speziell nach Z270-Alternativen sucht, muss sich noch etwas gedulden, bis die Hersteller ihre Produkte schlussendlich veröffentlicht haben. Auf der anderen Seite können jedoch auch die "alten" Z170-Mainboards interessant sein, die in der Regel ebenfalls mit den Kaby-Lake-Prozessoren kompatibel sind, sofern ein BIOS-Update angeboten wird.

 

Persönliche Meinung

Bisher hat mich kein ROG-Mainboard von der technischen Seite enttäuscht. Meiner Meinung nach macht ASUS in dieser Serie einen guten Job. Beim Maximus IX Formula empfinde ich die Backplate und auch den ROG-Armor für absolut überflüssig, auch wenn es zugegebenermaßen optisch einiges her macht. Vom praktischen Einsatz her finde ich derartige Abdeckungen jedoch nicht produktiv. Aber zum Glück kann beides optional einfach entfernt werden.

Ein weiterer negativer Punkt ist der Preis für diese Platine, den ich für ein Mainboard nicht ausgeben würde. Im unteren Preisbereich gab und gibt es weiterhin günstigere Alternativen mit ähnlichen Ausstattungsmerkmalen. (Marcel Niederste-Berg)