Seite 8: Fazit

Mit den MPower/XPower-Gaming-Titanium-Mainboards hat der renommierte Hersteller MSI das Overclocking-Lineup mit der Gaming-Serie kombiniert. Als Resultat ist für den Sockel LGA1151 neben dem Z170A XPower Gaming Titanium als Flaggschiff das nun getestete Z170A MPower Gaming Titanium entstanden. Zeitgleich mit dieser Fusion hat sich MSI auch Gedanken um die Optik gemacht. Anstatt schlicht ein schwarzes PCB mit gelben Akzenten zu verwenden, entschieden sich die Taiwaner für ein silberfarbenes PCB und ebenfalls silberne Kühlkörper. Erinnern soll diese Farbe jedoch eher an Titan, wie die Modellbezeichnung bereits verlauten lässt. Mit dabei ist eine großflächige Backplate, die sich auf Wunsch jedoch demontieren lässt.

Wie sich in unserem Overclocking-Test herausgestellt hat, wurde von MSI ein sehr tatkräftiger VRM-Bereich integriert. So konnten wir den Core i5-6600K problemlos mit 4,6 GHz stabil betreiben. Dabei wird die CPU von insgesamt elf Spulen befeuert. In Sachen Arbeitsspeicher haben sich vier DDR4-DIMM-Speicherbänke inklusive Steel-Armor-Feature eingefunden, die zusammen bis zu 64 GB RAM aufnehmen können. Auch beim RAM-Overclocking konnten wir keine Probleme feststellen.

Auch drei von insgesamt sechs Erweiterungssteckplätzen wurden mit dem Steel-Armor-Feature ausgestattet. Die Rede ist hier von den drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots. Anbei dürfen auch die drei PCIe-3.0-x1-Steckplätze nicht unerwähnt bleiben. Auf Wunsch lässt sich eine 2-Way-Multi-GPU-Konfiguration mit zwei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten bewerkstelligen. Mit dem dritten großen Steckplatz ist auch ein 3-Way-CrossFireX-Setup möglich.

Der Storage-Part wurde von MSI mit sechs SATA-6GBit/s-Ports, einem U.2-Anschluss und zwei M.2-M-Key-Schnittstellen umfangreich gestaltet. Doch aufgrund der Lane-Verteilung des Z170-PCHs können nicht alle Anschlüsse gleichzeitig genutzt werden. USB-Schnittstellen bietet das Z170A MPower Gaming Titanium mit insgesamt zwei USB-3.1-Gen2- (Typ-A und Typ-C), sieben USB-3.1-Gen1- und sechs USB-2.0-Buchsen ebenfalls genügend. Einen der sieben USB-3.1-Gen1-Ports hat MSI als Typ-C-Variante direkt onboard verlötet. Sollte die Verwendung der integrierten Grafikeinheit vom Prozessor eine Rolle spielen, kann diese mit einem DVI-D- und HDMI-1.4b-Grafikausgang angesprochen werden.

Die Netzwerkverbindung wird mit einem Gigabit-LAN-Port über den Intel-I219-V-Controller aufgebaut und die Audioausgabe erfolgt über das Audio-Boost-3-Feature mit dem Realtek ALC1150 als Codec. Für entsprechendes Equipment halten sich fünf 3,5-mm-Klinke-Jacks und ein optischer Digitalausgang bereit.

Was wir beim Z170A MPower Gaming Titanium vermisst haben, sind für den erhöhten Komfort bei einer Overclocking-Session ein Power- und Reset-Button. Stattdessen hat MSI lediglich eine Diagnostic-LED und einige Spannungsmesspunkte hinterlassen. Die eben erwähnten, fehlenden Komfortoptionen hat MSI schließlich für das Z170A XPower Gaming Titanium aufgespart. Die Leistungsaufnahme zeigte sich in unserem Test sehr effizient. In diesem Punkt hat MSI hervorragende Arbeit geleistet. Auch das BIOS ließ sich problemlos bedienen und zeigte keine Schwachstellen.

Mit etwa 230 Euro gehört das MSI Z170A MPower Gaming Titanium nicht gerade zu den günstigen LGA1151-Mainboards. Da das Z170A XPower Gaming Titanium für etwa 50 mehr erhältlich ist und die MPower-Version einige Komfort-Funktionen vermissen lässt, empfinden wir den Preis des Z170A MPower Gaming Titanium für zu hoch bemessen. Doch rein von der Hardware her ist das Z170A MPower Gaming Titanium ein hochwertiges Mainboard mit aktueller Austattung und guter Effizienz.

Positive Eigenschaften des MSI Z170A MPower Gaming Titanium:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer leistungsstarken CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • sehr gute Ausstattung, u.a. sechs SATA-6GBit/s-Schnittstellen, sieben USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und zwei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und sehr gute Effizienz
  • zwei M.2-Slots mit 32 GBit/s
  • U.2-Anschluss mit 32 GBit/s
  • Backplate und I/O-Panel-Cover kann entfernt werden

Negative Eigenschaften des MSI Z170A MPower Gaming Titanium:

  • für die gebotene Ausstattung recht hoher Preis
  • wenig Komfort während des Overclockings

Mit dem Z170A MPower Gaming Titanium hat MSI ein leistungsstarkes Overclocking-Mainboard im Sortiment, das eine gute Ausstattung bietet, jedoch etwas wenig Onboard-Komfort erhalten hat. Besonders positiv anzumerken ist allerdings die sehr gute Effizienz.

Alternativen? Wer auf Onboard-Komfort, wie Power- und Reset-Button nicht verzichten möchte, kann etwa weitere 50 Euro in die Hand nehmen und gleich zum Z170A XPower Gaming Titanium greifen. Auf der anderen Seite kann nach unten hin eine Menge Geld gespart werden. Beispielsweise mit dem Z170A Gaming Pro Carbon, das in unserem Test einen Award ergattern konnte. Eine weitere Möglichkeit wäre das ASUS Maximus VIII Hero.

 

Persönliche Meinung

Das MSI Z170A MPower Gaming Titanium ist natürlich ein optischer Hingucker. Der Markt ist mit schwarzen Mainboards (aufs PCB bezogen) definitiv übersättigt, sodass hier eine Abwechslung definitiv gut tut. Bei der technischen Ausstattung muss ich MSI loben. Es ist auf dem aktuellen Stand, was die Technik angeht. Auch die gute Effizienz muss ich erwähnen. Etwas mehr Onboard-Komfort könnte es aber sein: Warum MSI hier auf einen Power- und Reset-Button verzichtet hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen. (Marcel Niederste-Berg)