Seite 8: Fazit

Gigabyte startet unter anderem mit dem nun getesteten GA-Z97X-UD5H-BK in die neue Runde. Mit dieser Black Edition vom regulären, technisch identischen GA-Z97X-UD5H-Modell bekommt der Interessent mehr als einen grundsoliden Unterbau, der sich ohne Frage auch für das moderate und fortgeschrittene Übertakten eignet, auch wenn dieses Modell nicht aus der Overclocking-Serie, sondern aus der Ultra Durable-Serie stammt. Nicht ohne Grund verfügt das UD5H(-BK)-Modell über zwölf Phasen. Einen kleinen Rückschritt hat sich Gigabyte allerdings bei den MOSFETs erlaubt, denn auf dem GA-Z97X-UD5H(-BK) werkeln keine PowIRstages von International Rectifier, sondern Chips von Vishay. Nichtsdestotrotz erhält der Erwerber einigen Onboard-Komfort wie einen Power-, Reset- und CMOS-Clear-Button, die die Overclocking-Session so angenehm wie möglich gestalten sollen. Es lässt sich außerdem das Dual-BIOS-Feature ausschalten, sollte es nicht benötigt werden. Andernfalls kann mit einem weiteren Taster problemlos zwischen den beiden BIOS-Chips umgeschaltet werden. Untypisch, aber dennoch vorhanden sind Spannungsmesspunkte, die das direkte Auslesen der wichtigsten Spannungen mittels eines Multimeters erlauben. Auch ist eine praktische Diagnostic-LED mit dabei.

Mit insgesamt drei PCIe-3.0-x16-Slots steht selbst einer Multi-GPU-Konfiguration nichts im Weg. Aufgrund der Lane-Knappheit können entweder zwei NVIDIA- oder zwei bzw. drei AMD-Grafikkarten auf das Board geschnallt werden. Andernfalls laden jeweils zwei PCIe-2.0-x1- und PCI-Slots zur generellen Systemerweiterung ein. Für den Storage-Bereich haben die Taiwaner auf sechs SATA-6G-Ports, eine SATA-Express-Schnittstelle sowie einen M.2-Slot gesetzt. Letzterer ist mit 10 GBit/s angebunden - wie es bei den meisten Z97-Mainboards der Fall ist. Dazu gibt es acht USB-3.0- und weitere sechs USB-2.0-Anschlüsse. Leider wurde im Gegensatz zum Vorgängermodell ein weiterer USB-3.0-Header gestrichen, wo es noch insgesamt zehn USB-3.0-Anschlüsse waren.

Zwar ist generell keine zusätzliche WLAN-Karte dabei, dafür befinden sich gleich zwei Gigabit-LAN-Ports am I/O-Panel, wovon einer vom Intel I217-V angesteuert wird und der andere vom Killer E2201 von Qualcomm. Es musste auch nicht lange herumgerätselt werden, welcher Sound-Prozessor die Audiosignale berechnet. Es ist der weitverbreitete Realtek ALC1150, der von einem leistungsstarken Kopfhörer-Verstärker begleitet wird, aber in diesem Fall von keinem EMI-Shield umgeben ist. Mit dem Headphone-Amplifier können selbst Kopfhörer mit einer sehr hohen Impedanz von 600 Ohm ordentlich betrieben werden. Als Besonderheit wurde der rechte und linke Audio-Kanal getrennt voneinander auf einem der zwei PCB-Layer untergebracht, mit dem Ziel, die Audio-Qualität generell zu erhöhen.

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Weiteren Komfort bietet das EasyTune-Utility, welches auf dem beiliegenden Datenträger zu finden ist. Dadurch kann das Overclocking auch abseits des UEFI unter der Windows-Oberfläche vorgenommen werden. Neben der klassischen UEFI-Oberfläche wurde zusätzlich eine Schnellstart-Oberfläche vorgeschaltet, die den Zugriff auf die wichtigsten Funktionen erlaubt. Wer sich dadurch gestört fühlt, kann mittels Einstellung auch direkt zur klassischen Übersicht durchstarten. Sämtliche Einstellungen wurden konsequent und absolut zufriedenstellend umgesetzt, wie wir es von jedem Mainboard einfach erwarten. Zudem ging das Navigieren mit der Tastatur angenehm vonstatten, was man mit der Maus hingegen nicht behaupten kann. Noch immer ruckelt der Maus-Cursor über den Bildschirm, was wir schon mehrmals kritisiert haben. Als angenehm kann die Effizienz bezeichnet werden, die zwar nicht überragend, aber dennoch sehr akzeptabel war, besonders unter Last.

Von dem wenigen Zubehör einmal abgesehen, löst der Preis für den ersten Moment Unverständnis aus. Beide Platinen, das GA-Z97X-UD5H sowie das GA-Z97X-UD5H-BK, sind technisch absolut identisch, haben jedoch eine preisliche Differenz von sage und schreibe 30 Euro. Dafür wurde die Black Edition mit einigen Vorteilen ausgestattet, wie einem 7-Tage-Burn-in-Test, einer verlängerten Garantiezeit von fünf Jahren statt drei Jahren, bessere SATA-Kabel, eine unterschiedliche I/O-Blende, andere Sticker und als Bonus eine Club-Mitgliedschaft, um das Werk in Taiwan besichtigen zu können. Wem die technischen Eigenschaften des GA-Z97X-UD5H zusagen und sich an den Vorteilen nicht begeistern kann, sollte daher eher zu der regulären Version greifen, die in unserem Preisvergleich ab 152 Euro zu haben ist. Das GA-Z97X-UD5H-BK kostet dagegen, wie bereits erwähnt, 30 Euro mehr und ist ab 181 Euro gelistet.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-Z97X-UD5H-BK:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • gute Ausstattung, u.a. acht USB-3.0-Anschlüsse, sechs SATA-6G-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • M.2-Slot
  • Dual-Gigabit-LAN
  • 7-Tage-Burn-in-Test
  • fünf Jahre Garantie

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-Z97X-UD5H-BK:

  • hoher Aufpreis zur normalen Version
  • wenig Zubehör

Rein technisch erhält der Käufer ein gutes Produkt, welches mit der Konkurrenz absolut mithalten kann und sich auch zum erweiterten Overclocking eignet. Auch ist die Ausstattung auf dem aktuellsten Stand. Für den veranschlagten Preis für die Black Edition erhält der Interessent nette Zusätze, die bei der normalen Version nicht mit enthalten sind.

Alternativen? Da können wir auf das bereits getestete ASRock Z97 Extreme4 verweisen, dessen Ausstattung mit dem Gigabyte GA-Z97X-UD5H(-BK) fast übereinstimmt, aber für einen deutlich kleineren Betrag zu ergattern ist. Sollte der M.2-Slot oder die SATA-Express-Schnittstelle nicht als wichtig erscheinen, kann auch auf die Z87-Mainboards gesetzt werden.

 

Persönliche Meinung

Das Gigabyte GA-Z97X-UD5H-BK ist technisch gut rübergekommen und bietet im Gegensatz zu der normalen Version einige Vorteile, die allerdings nicht für jeden Interessenten wichtig sein werden. Immerhin reden wir hier um einen Aufpreis von rund 30 Euro. Wer dennoch bereit ist, die kleine Extrasumme auszugeben, bekommt ein Produkt in die Hand gedrückt, welches besonders auf Stabilität hin geprüft wurde und zugleich eine verlängerte Garantiezeit besitzt. (Marcel Niederste-Berg)