Seite 6: Fazit

Fast schon seit Urzeiten setzt ZOTAC bei seinen ZBOX-Systemen auf das gleiche Gehäuse. Trotzdem werden die kleinen Wohnzimmer-Rechner immer wieder aktualisiert und auf den neusten Stand gebracht. Das betrifft nicht nur die Anschlüsse, sondern vor allem auch die Hardware. Die neue ZOTAC ZBOX nano ID 69 (Plus) kann hier mit einem aktuellen "Haswell"-Prozessor der ULV-Reihe aufwarten. Doch während die ZOTAC ZBOX nano ID67, die pünktlich zur CES 2014 in Las Vegas vorgestellt wurde, mit einem Modell der Core-i5-Reihe bestückt wurde, entstammt die CPU der heute vorgestellten nano ID69 der Core-i7-Reihe. Tatsächlich kann der Intel Core i7-4500U leistungsmäßig noch einmal einen draufsetzen, wenngleich die Leistung doch deutlich hinter den "Haswell"-CPUs der Notebook- oder gar Desktop-Reihe zurückliegt. Den Cinebench-R11.5-Benchmark absolviert die ZOTAC ZBOX nano ID67 (Plus) fast fünf Mal schneller als die ZOTAC ZBOX ID80, die noch mit einer APU der "Brazos"-Reihe von AMD bestückt war - ein Modell, das neben den Atom-Prozessoren vor einigen Monaten noch häufig verbaut wurde. Doch auch in anderen CPU-lastigen Benchmarks kann die Neuauflage zulegen. Selbst die integrierte Intel HD Graphics 4400 ist für ältere Spieletitel wie Streetfighter IV oder Resident Evil 5 und Anno 2070 ausreichend schnell. Je nach Auflösung und Detail-Stufe ist ein ruckelfreies Spielvergnügen möglich - Gelegenheitsspieler dürfte das freuen.

Trotzdem zählt die ZOTAC ZBOX nano ID69 (Plus) zu den stromsparendsten Modellen ihrer Art, was ebenfalls dem Intel Core i7-4500U zuzuschreiben ist. Dieser besitzt eine maximale Leistungsaufnahme von gerade einmal 15 Watt und ist damit weit entfernt von seinen großen Brüdern. Bemerkbar macht sich das vor allem während unserer Tests zur Leistungsaufnahme. Hier zieht das System in der Spitze knapp über 40 Watt aus der Steckdose, doch schon nach wenigen Minuten fällt der Stromhunger um gut zehn Watt zurück. Die CPU reduziert ihre Taktraten auf teils 2,2 bis 2,4 GHz. Dabei wird der Prozessor auch unter Volllast nicht wärmer als 52 °C. Die HDD bleibt mit 35 °C und die Gehäuse-Temperatur mit 30 °C ebenfalls vergleichsweise kühl.

Wirklich aufdrehen muss der verbaute Lüfter jedenfalls nicht. Vor allem im normalen Windows-Betrieb bleibt die ZOTAC ZBOX nano ID69 (Plus) angenehm laufruhig. Unser Messgerät, welches aus 30 Zentimetern Entfernung direkt auf die Lüftungsschlitze gerichtet wurde, zeigt in dieser Disziplin gerade einmal 29,3 dB(A). Unter Volllast sind es hingegen maximal 39,2 dB(A). Die Lüftersteuerung ist optimal eingestellt. 

Unsere Kritik der langsamen Festplatte in vergangenen Modellen wurde erhört. Die nun verbaute Samsung-Festplatte in der Plus-Version leistet im Durchschnitt gut zehn Megabyte mehr pro Sekunde als das Modell der ZOTAC ZBOX IQ01 Plus. Trotzdem ist der Durchsatz mit 78,3 MB/Sek. vergleichen mit schnellen 7.200-UPM-Modellen oder gar SSDs etwas langsam. Während unserer Tests kam es immer wieder zu kleineren Aussetzern beim Laden oder Starten von Programmen. Hier sollte man lieber zur Barebone-Version greifen und eine flotte SSD verbauen. Wer zwei mSATA-SSDs anstatt eines 2,5-Zoll-Modells verbauen möchte, kann dies ebenfalls tun - eine entsprechende Adapter-Platine findet sich mit im Lieferumfang. Außerdem lässt sich nur ein RAM-Modul verbauen. 

Beim Lieferumfang und der Anschluss-Vielfalt zeigt sich die neue nano ebenfalls sehr großzügig. ZOTAC liefert die neue ZBOX nano ID69 (Plus) mit einem Quick-Start-Guide, einer Treiber-CD, diversen Adaptern und einem Umbau-Kit für die Montage des Systems an einem VESA-Monitor aus. Zudem finden sich die nötigen Treiber auf einem USB-Stick. Ebenfalls mit dabei ist die bereits erwähnte Adapter-Platine für mSATA-SSDs. Die Box wird allerdings ohne installiertes Betriebssystem ausgeliefert. Eine Fernbedienung für die integrierte Infrarot-Schnittstelle vermisst man ebenfalls. 

Insgesamt stehen nahezu alle aktuellen Anschlüsse zur Verfügung. Hier stehen vier USB-3.0-Ports, ein HDMI-Anschluss, eine eSATA-Buchse, Gigabit-LAN, Kartenleser, WLAN nach 802.11ac-Standard, Bluetooth 4.0 und die obligatorischen Sound-Anschlüsse zur Verfügung. Preislich müssen für die Barebone- oder Plus-Version 529 bzw. 629 Euro einkalkuliert. Verglichen mit anderen ZBOX- und Konkurrenz-Modellen liegt der Preis dafür noch im Rahmen.

Alles in allem ist die ZOTAC ZBOX ID69 Plus ein gelungener Mini-PC mit schickem Gehäuse. Mehr Leistung in dieser Größe findet man aktuell kaum. Wir zücken unseren Technik-Award:

zotac zbox nano id69 plus-award

Positive Aspekte der ZOTAC ZBOX nano ID69 Plus:

  • Geringe Leistungsaufnahme
  • Sehr leise
  • Zeitloses Design
  • Üppiger Lieferumfang

Negative Aspekte der ZOTAC ZBOX nano ID69 Plus:

  • Etwas langsame Festplatte
  • Fernbedienung nur optional erhältlich