Seite 20: Fazit

Jeder Hersteller versucht das Maximum aus den Vorgaben der GPU-Hersteller AMD und NVIDIA herauszuholen. Die GeForce GTX 1080 Ti wurde vor gut acht Monaten vorgestellt. Dementsprechend haben die meisten Hersteller bereits ihre Spitzenmodelle vorgestellt. Dennoch erscheinen immer wieder neue Varianten, denn vor dem 2. Quartal 2018 wird nicht mit neuen GPUs von NVIDIA gerechnet. Also müssen die Hersteller über immer neue Modelle versuchen das Interesse aufrecht zu erhalten. Die MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z ist die Speerspitze aus dem Hause MSI und verspricht der perfekte Allrounder zu sein – viel Leistung, gute Kühlung und ein mehr als ausreichendes Overclocking-Potenzial.

Mit der aktuellen Lightning-Generation hält sich MSI optisch deutlich mehr zurück, als dies bei früheren Modellen der Fall war. Die MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z ist weitestgehend schwarz gehalten, ermöglicht aber die Anpassung über austauschbare Elemente. Über die RGB-Beleuchtung lässt sich natürlich streiten. Manche werden sie mögen, andere wiederum schalten solche Funktionen direkt wieder aus. Hier bleibt es aber jedem selbst überlassen, wie er dies handhaben möchte.

Kommen wir nun zu den wichtigsten Punkten der MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z: Mit einem GPU-Takt von 1.962 MHz gehört sie ab Werk zu den schnellsten Karten. Sie ist allerdings nicht DIE schnellste Karte. Dennoch ist das Leistungsplus ohne Zutun des Nutzers beachtlich und bietet einen deutlichen Vorteil gegenüber der Referenzversion. Die Kühlung versetzt die Karte zudem erst in die Lage, die besagten 1.962 MHz zu erreichen. Das Limit wird hier nicht von der Temperatur vorgegeben, sondern durch die Spannung. Eine Stelle an der NVIDIA in gewisser Weise das Limit vorgibt. Die Kühlung zeigt sich aber von ihrer besten Seite, wenn es um die GPU-Temperaturen und vor allem um die Lautstärke geht. Keine Custom-Variante der GeForce GTX 1080 Ti war bisher leiser – wassergekühlte Modelle einmal außer Acht gelassen.

Die MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z bietet darüber hinaus noch zahlreiche Overclocking-Funktionen. Spannungsmesspunkte, eine gut ausgebaute Strom- und Spannungsversorgung, LN2-BIOS und vieles mehr. Davon ausreizen konnten wir in unseren Overclocking-Tests vermutlich recht wenig. Sinn machen die Overclocking-Funktionen für High-End-Overclocker, die den Luftkühler entfernen und darauf einen LN2-Pot setzen. Bei deutlich unter -100 °C spielen Strom und Spannung noch einmal ganz anders mit dem Takt und erlauben sicherlich ein deutliches Taktplus. Für uns war bei 2.060 MHz aber das Ende der Fahnenstange erreicht.

Derzeit ist die MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z noch kaum im Handel verfügbar. Wenn man sie aber erstehen möchte, dann werden 1.120 Euro fällig, was einen deutlichen Aufpreis gegenüber den Konkurrenzmodellen bedeutet. MSI sieht die Karte aber auch für absolute OC-Enthusiasten vor, ähnlich wie die Kingpin-Edition von EVGA.

Positive Aspekte der MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z:

  • GP102-GPU als schnellste Single-GPU aus Basis
  • QHD problemlos spielbar, UHD teilweise mit Einschränkungen
  • 11 GB GDDR5X
  • GPU-Boost 3.0 mit zahlreichen Einstelloptionen
  • Overclocking-Funktionen (LN2-BIOS, Spannungsmesspunkte, ...)
  • niedrige GPU-Temperaturen
  • lautlos im Idle-Betrieb
  • geringe Lautstärke unter Last
  • hohe Boost-Taktraten

Negative Aspekte der MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z:

  • hoher Preis

Aufgrund der guten Kühlung im Zusammenspiel mit der gebotenen Leistung vergeben wir der MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z den "Hardwareluxx Technik"-Award.

Persönliche Meinung

Die MSI GeForce GTX 1080 Ti Lightning Z zeigt gleichzeitig zwei Dinge: Zum einen steckt in der Pascal-Architektur ein beachtliches Potenzial, welches NVIDIA und die Partner in Form von zahlreichen Modellen derzeit auch ausspielen. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass AMD mit den Radeon-RX-Vega-Karten hier im High-End nichts entgegenzusetzen hat. Overclocker brechen derzeit alle Rekorde mit Karten samt NVIDIA-GPU. Zum anderen wird es Zeit, dass entweder NVIDIA das eigenen Verlangen nach Neuheiten hat oder aber durch die Konkurrent unter Druck gesetzt wird. Die Pascal-Architektur bedient den Markt bereits seit Mai 2016. Etwas mehr Spannung wäre wünschenswert. (Andreas Schilling)