Seite 4: ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme - Impressionen

Zweite Karte in diesem Vergleich ist die ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme. Auch diese kommt uns grundsätzlich bereits bekannt vor. Nun aber auch hier der erste Blick auf die technischen Daten.

ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme
Länge des PCBs 280 mm
Länge mit Kühler 325 mm
Slothöhe 3 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse 2x 8-Pin
Lüfterdurchmesser 3x 85 mm
Display-Anschlüsse

3x Displayport 1.3/1.4
1x HDMI 2.0
1x Dual-Link-DVI

Lüfter aus im Idle Nein

Bereits die technischen Daten zu den Abmessungen mit einer Gesamtlänge von 305 mm sowie einer Höhe von drei Slots machen deutlich, dass es sich bei der ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme Edition um eine extrem wuchtige Karte handelt. Ob dies für eine GeForce GTX 1070 Ti sinnvoll ist, werden die Messergebnisse zeigen müssen.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
The Witcher 3: Wild Hunt 50 °C 1.911 MHz
Rise of the Tomb Raider 50 °C 1.898 MHz
Hitman 50 °C 1.898 MHz
Far Cry Primal 50 °C 1.911 MHz
DiRT Rallye 50 °C 1.911 MHz
Anno 2205 50 °C 1.911 MHz
The Division 50 °C 1.898 MHz
Fallout 4 50 °C 1.898 MHz
DOOM 50 °C 1.911 MHz

Ohne jegliches Zutun des Nutzers erreicht die ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme einen GPU-Takt von etwa 1.860 bis 1.873 MHz. Wir haben die Karte aber mit dem OC-Profil für die Firestorm-Software getestet und dieses schaltet noch ein paar Leistungsreserven frei. Vor allem wird das Powerlimit angehoben und letztendlich erreicht die Karte einen GPU-Takt von 1.911 MHz. Dies geht einmal mit einer GPU-Temperatur von gerade einmal 50 °C.

Drei Axiallüfter mit einem Durchmesser von 85 mm sorgen für die notwendige Frischluft. Die Lüfterschaufeln zeichnen sich besonders durch die kleinen Finnen im inneren Bereich aus. Das Design hält ZOTAC weitestgehend in grau – inklusive einiger Karbonimitationen. Drei große Lüfter, eine PCB- und Kartenhöhe von 120 mm sowie eine Länge von 325 mm sind im Zusammenspiel mit einer Slothöhe von drei Slots für eine GeForce GTX 1070 Ti sicherlich einzigartig. Dies ist zunächst einmal weder positiv noch negativ zu bewerten.

Ganz anders als die noch ruhige Optik der Karte an der Front zeigt sich die Rückseite, denn hier setzt ZOTAC einige farbliche Akzente. Zunächst einmal aber ist die Backplate komplett geschlossen, sieht aber einige Öffnungen zur Kühlung vor. Wegen der enormen Abmessungen wirkt die Backplate entsprechend wuchtig, macht bei einer solchen schweren Karte aber sicherlich umso größeren Sinn. "Push the Limit" ist für ZOTAC sicherlich der Slogan hinsichtlich der Leistung, im Falle dieser Karte gilt dies aber auch für Größe und Gewicht.

Die drei Lüfter auf der Karte haben einen Durchmesser von 85 mm. Bei GPU-Temperaturen von unter 50 °C drehen sie mit 300 RPM sehr langsam, arbeiten dann aber unter Volllast auf über 1.000 Umdrehungen pro Minuten. Damit halten sie die GPU-Temperatur auch relativ niedrig. Bei den Lüftern bzw. den Lüfterblättern wendet ZOTAC eine Technologie an, die wir hin und wieder schon bei einigen Herstellern gesehen haben. Dabei werden im inneren Bereich des Lüfters kleine, vorgesetzte Lüfterblätter verwendet. Diese sollen den Luftstrom etwas gezielter in den Bereich unter der Lüfternabe und sorgen außerdem dafür, dass weniger Verwirbelungen entstehen. Ob dies gelungen ist, werden wir uns bei den Messungen genauer anschauen.

Ein gigantischer Lüfter und eine wohl ausreichende Kühlung sind einer von zwei Punkten, die für eine möglichst große Leistung ausschlaggebend sind. Die Versorgung ist der zweite wichtige Punkt. Dazu sieht ZOTAC zweimal 8-Pin vor, die jeweils 150 W liefern können. Der PCI-Express-Steckplatz kann ebenfalls 75 W beisteuern, so dass wir bei insgesamt 375 W landen. Damit darf sich die ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme sicherlich als überversorgt bezeichnen. Jeweils einmal 8-Pin und einmal 6-Pin hätten auch gereicht. So aber kann ZOTAC das PCB-Layout anderer Karten auch für die GeForce GTX 1070 Ti verwenden.

Auch bei der ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme sind zwei SLI-Anschlüsse vorhanden. Ob und wie oft zwei dieser Karten in einem Multi-GPU-System betrieben werden, ist sicherlich die entscheidende Frage. Multi-GPU scheint auf dem Rückzug zu sein und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis NVIDIA die dazu notwendige Kommunikation über das PCI-Express-Interface realisiert.

Eines der RGB-beleuchteten Elemente befindet sich auf der Backplate. Der "Push the Limit"-Schriftzug kann durch die eigene Software angesteuert werden und ermöglicht das Darstellen verschiedener Effekte. Später werden wir uns noch ein Foto anschauen, welches die Beleuchtung in Aktion zeigt.

Schaut man sich die Rückseite noch einmal etwas genauer an, fällt einem besonders ein riesiges Bauteil auf, das zwischen Strom- und Spannungsversorgung sowie GPU sitzt. Dabei handelt es sich um einen besonders großen Kondensator, der für eine stabile Versorgung auch unter extremsten Bedingungen sorgen soll. Für den Alltagsgebrauch ist er sicherlich nicht notwendig, wohl aber, wenn dank extremer Kühlung und ebenso extremer Übertaktung ganz andere Anforderungen an die Versorgung gestellt werden.

Den wuchtigen Auftritt der Karte bestärkt der Blick auf den hinteren Bereich der Karte. Hier sind die nach oben gebogene Backplate und die Abdeckung des Kühlers zu sehen. Mit drei Slots Höhe geht ZOTAC an die Grenzen des Möglichen bei einer Grafikkarte. Das Gewicht ist ebenso enorm und somit dient die Backplate sicherlich auch der mechanischen Stabilität der Karte. Weniger gut finden wir die Karbonimitationen der Karte – wenn schon denn schon, aber es dürfte wohl jedem klar sein, dass echtes Karbon hier kaum zum Einsatz kommen kann.

Wer sich die Kühlung und das PCB der Karte etwas genauer anschauen möchte, der kann einen Blick auf die ZOTAC GeForce GTX 1080 AMP Extreme werfen. Auch diese haben wir uns schon vor einigen Monaten angeschaut und können darauf verweisen. Acht Spannungsphasen kümmern sich um die Versorgung von GPU, Speicher und PCI-Express-Interface.

An der Slotblende befinden sich die Display-Anschlüsse. ZOTAC verbaut hier jeweils einmal Dual-Link-DVI und HDMI 2.0a sowie dreimal DisplayPort 1.3/1.4. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, reicht die Höhe von zwei Slots aber nicht aus, denn die Karte ist fast drei Slots hoch. Damit wird der wuchtige Auftritt der ZOTAC GeForce GTX 1070 Ti AMP Extreme noch einmal unterstrichen.

Verdunkelt können wir noch einmal einen Blick auf die Beleuchtung der Karte werfen. Zu sehen sind die beiden Beleuchtungselemente – eines auf der Rückseite und eines auf der Stirnseite. Gesteuert wird die Beleuchtung auf Wunsch durch die Firestorm-Software. Auch diese haben wir uns im Rahmen früherer Artikel bereits angeschaut und wollen daher darauf verweisen.