Seite 20: Fazit

Wir haben uns schon verschiedene Modelle der GeForce GTX 1080 Ti angeschaut und dabei auch die verschiedenen Ansprüche gesehen. Caseking will mit der GeForce GTX 1080 Ti FE Custom-Loop aufgrund der Wasserkühlung ein enormes Overclocking-Potenzial anbieten. ZOTAC stellt sich mit der GeForce GTX 1080 Ti AMP! Extreme Edition den eigenen Anspruch, die schnellste Karte am Markt zu haben. Gigabyte will mit der GeForce GTX 1080 Ti AORUS natürlich ebenfalls nicht die langsamste Karte am Markt sein, die Vorgaben der werksseitigen Übertaktung sprechen aber nicht von den allerhöchsten Ansprüchen in dieser Richtung.

Die Leistungswerte der Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS zeigen folgendes Bild: Man ist schneller als die Founders Edition, aber langsamer als die bisherigen Custom-Modelle. Dies liegt vor allem am zu niedrigen Power-Target, welches man bei 250 W belassen hat. Das Limit ist also klar aufgezeigt, ähnlich wie bei der Founders Edition der GeForce GTX 1080 Ti, die aber eher am Temperatur-Target scheitert. Die optimierte Kühlung beseitigt das Temperatur-Problem, das Power-Target aber bleibt. Auch wenn die Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS nicht das schnellste Modell ist, so sprechen wir hier noch immer von einer GeForce GTX 1080 Ti, die etwas beschleunigt wurde. 2.560 x 1.440 oder 3.840 x 2.160 Pixel sind demnach kein Problem mehr – natürlich abhängig von den Qualitätseinstellungen.

Eine positive Überraschung ist die Kühlung. Sie ist leise und vor allem effektiv, da selbst bei niedriger Lautstärke auch die Temperatur stimmt. Das Abschalten der Lüfter ist inzwischen eine obligatorische Funktion, funktioniert bei der Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS auch sehr gut. Allerdings hätte Gigabyte das Andrehen und Verlangsamen der Lüfter etwas sanfter gestalten können.

Keinerlei Ausreißer stellt der Stromverbrauch dar – weder im Idle- noch im Last-Betrieb. Das Thema Stromverbrauch spielt aber angesichts des Power-Limits eine Rolle. Dieses hat Gigabyte bei 250 W belassen und limitiert die Karte. Diese boostet bereits höher, wenn man einfach nur das Power-Target erhöht hat. Für das manuelle Overclocking landen wir in einem Bereich, den wir von vielen luftgekühlten Modellen der GeForce GTX 1080 Ti kennen.

Die Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS soll etwa 830 Euro kosten. Damit liegt die Karte preislich auf Niveau vieler anderer Custom-Modelle der GeForce GTX 1080 Ti. Die normale AORUS ist die "vernünftige" Variante der Karte, denn es gibt auch noch die Xtreme Edition mit deutlich höheren Taktraten.

Positive Aspekte der Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS:

  • GP102 als schnellste Single-GPU als Basis
  • UHD mit einigen Einschränkungen spielbar
  • 11 GB GDDR5X
  • GPU Boost 3.0 mit zahlreichen Overclocking-Funktionen
  • niedrige GPU-Temperaturen
  • Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb
  • leise unter Last
  • Beleuchtung vorhanden
  • Power-Limit lässt sich auf +150 % anheben

Negative Aspekte der Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS:

  • Power-Limit von 250 W

Persönliche Meinung

Die Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS ist eine sehr ausgewogene Karte. Auf ein paar Prozent Leistungssteigerung kann ich gerne verzichten, wenn die Karte dafür deutlich leiser ist. Zumindest diese Bedingung erfüllt die Karte und ich sehe darin auch ein sehr wichtiges Merkmal. Es kommt nicht auf das letze Megahertz an, sondern vielmehr um ein rundes Gesamtpaket und hier hat Gigabyte ein recht vernünftiges Paket geschnürt. (Andreas Schilling)