Seite 2: Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS - Impressionen (1)

Bevor wir uns nun die Karte aus allen Winkeln anschauen, werfen wir noch einen Blick auf die wichtigsten technischen Daten in Form von Abmessung und Kühlung.

Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS
Länge des PCBs 260 mm
Länge mit Kühler 290 mm
Slothöhe 2,5 Slots
zusätzliche Stromanschlüsse 2x 8-Pin
Lüfterdurchmesser 3x 100 mm
Display-Anschlüsse

3x HDMI 2.0b
3x Displayport 1.3/1.4
1x Dual-Link-DVI

Lüfter aus im Idle Ja (ab 47 °C)

In den technischen Daten sind bereits die ersten Besonderheiten zu finden. So verfügt die Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS über sehr viele Display-Ausgänge, von denen aber nicht alle aktiv sind. Weitere Details dazu dann, wenn wir uns die Slotblende anschauen. Ansonsten erkennen wir recht schnell die Abmessungen der Karte, denn auch die Variante von Gigabyte ist nicht besonders kompakt, was im High-End-Segment aber keinerlei Verwunderung hervorrufen sollte.

Bis auf die herausstehenden Kontakte des PCI-Express-Steckplatzes ist von der Karte selbst eigentlich recht wenig zu sehen. Der massive Kühler deckt das komplette PCB ab. Auf den Lüfternaben sowie in der Mitte sind die "AORUS"-Logo bzw. der dazugehörige Schriftzug zu sehen. Die hellen, gekreuzten Leisten sind mit den RGB-LEDs bestückt – aber auch auf die Beleuchtung gehen wir noch genauer ein.

Die Backplate der Karte deckt die komplette Rückseite des PCBs ab. Gigabyte hat sich für eine komplett geschlossene Backplate entschieden. Der rückseitige Bereich der GPU ist mit einer Kupferplatte versehen, welche die Kühlung verbessern soll. Diese fällt aber deutlich kleiner aus, als dies auf der Gigabyte GeForce GTX 1080 AORUS Xtreme Edition der Fall ist. Beim aktuellen Modell ebenfalls nicht vorhanden, ist eine Beleuchtung auf der Rückseite.

Die drei Lüfter der Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS haben allesamt einen Durchmesser von 100 mm. Im Idle-Zustand bleiben alle drei Lüfter stehen. Dies geschieht bei einer GPU-Temperatur von 47 °C. Steigt diese aufgrund der Last auf 56 °C an, beginnen die Lüfter mit ihrer Arbeit und drehen dabei mit maximalen 1.540 Umdrehungen pro Minute. Dies entspricht etwa 50 % der maximal möglichen Drehzahl der Lüfter. Gigabyte könnte sie also noch deutlich schneller drehen lassen. Bevor die Lüfter komplett stillstehen, laufen sie mit etwa 800 RPM. Danach fällt die Drehzahl rapide ab. Die Lüfterkurve hätte Gigabyte gerne etwas sanfter einstellen können.

Da nicht alle drei Lüfter mit einem Durchmesser von 100 mm mit der Länge der Karte zusammenpassen würden, hat Gigabyte den mittleren Lüfter nach unten versetzt. Da auch dies nicht vollständig möglich ist, flacht Gigabyte die Lüfterblätter des mittleren Lüfters an den Enden etwas ab. Somit liegen diese übereinander. Der mittlere Lüfter dreht sich zudem in umgekehrter Richtung und soll den Luftstrom somit beschleunigen.

Auf einer jeden GeForce GTX 1080 Ti obligatorisch sind die beide SLI-Anschlüsse. Mit entsprechender Brücke können zwei bis vier dieser Karten in einem Multi-GPU-System betrieben werden. Aufgrund einer Einschränkung von DirectX 12 sowie der Tatsache, dass bereits eine der Karte einen hohen dreistelligen Betrag kostet, dürften wir selten mehr als zwei dieser Karten in einem System sehen.

Die zusätzliche Stromversorgung der Karte erfolgt über zwei 8-Pin-Anschlüsse. Diese liefern laut ATX-Spezifikation jeweils 150 W. Der PCI-Express-Steckplatz liefert zusätzliche 75 W, sodass die Karte insgesamt auf 375 W kommt. Dies sind aber nur theoretische Werte, denn die Steckerverbindungen und Kabel sind in der Lage deutlich höhere elektrische Leistungen zu vertragen. Da Gigabyte das Power-Target auf 250 W belassen hat, stellen die theoretischen 375 W also kein Problem dar. Erhöht man das Power-Target aber auf die maximalen +50 %, landen wir aber genau auf den besagten 375 W.

Auf der Stirnseite der Karte sind einige Elemte der Beleuchtung zu erkennen. Darunter der AORUS-Schriftzug mit dem dazugehörigen Logo, welches das eines ägyptischen Gottes darstellen soll. Rechts davon ist der kleine Fan-Stop-Schriftzug zu erkennen, der immer dann aufleuchtet, wenn die drei Lüfter stillstehen.

Bei einem Blick auf die Rückseite wird der überstehende Bereich des Kühlers deutlich. Etwa 30 mm ist der Kühler länger als das PCB. Die fünf Heatpipes, welche die Abwärme von der GPU über den Kühler verteilen sollen, enden auch dieser Stelle.

Ebenfalls am hinteren Ende der Karte zu finden ist ein weiterer HDMI-Anschluss. Dieser soll verwendet werden, wenn eine VR-Brille am PC angeschlossen wird. Bei den bisherigen Karten mit VR-Link-Funktion verwendete Gigabyte allerdings zwei HDMI-Ausgänge. Über beiliegende HDMI-Kabel und einem 5,25-Zoll-Einschub ließen sich die beiden HDMI-Anschlüsse an die Front des Rechners bringen, um die maximale Kabellänge der aktuellen VR-Headsets HTC Vive und Oculus Rift ausnutzen zu können. Auch EVGA bietet bei einigen Karten eine ähnliche Funktion. Die Karte erkennt dabei, wo der Nutzer die HDMI-Anschlüsse verbunden hat und deaktiviert entsprechend diejenigen an der Slotblende oder umgekehrt.

Bei der Gigabyte GeForce GTX 1080 Ti AORUS ist nur noch ein HDMI-Ausgang vorhanden. Der Kabelweg verkürzt sich bei Führung durch die Front des Gehäuses dennoch etwas.

Eines der Highlights der Karte ist sicherlich die kleine GPU-Backplate aus Kupfer, die sich auf dem rückseitigen Bereich der GPU befindet. Mit dieser Maßnahme möchte Gigabyte eventuelle Hotspots in diesen Bereich minimieren. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich sicherlich streiten, denn auch wenn der rückseitige Bereich oft sehr warm wurde, so dürfte dies in der Praxis kein großes Problem dargestellt haben. In den Temperaturmessungen für die GPU konnten wir keinerlei Unterschiede feststellen. Im Vergleich zu früheren Versionen hat Gigabyte die Größe der Kupfer-Backplate etwas verringert.

Etwas ungewöhnlich ist sicherlich die Konfiguration der Display-Ausgänge auf der Slotblende. Gigabyte bietet hier dreimal DisplayPort 1.3/1.4, zweimal HDMI 2.0 und einmal Dual-Link-DVI an. Einer der HMDI-Ausgänge steht aber nur wahlweise mit dem Dual-Link-Ausgang zur Verfügung. Beide Ausgänge können demnach nicht gleichzeitig verwendet werden.